Lexikon-Eintrag

Ahorn-Rindeneule Acronicta aceris

Ahorn-Rindeneule (Acronicta aceris), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie
Noctuidae
Gattung
Acronicta

Überblick

Einleitung

Die Ahorn-Rindeneule (Acronicta aceris) ist ein Nachtfalter aus der Familie der Eulenfalter (Noctuidae). Der Falter ist unscheinbar grau gezeichnet und fällt tagsüber kaum auf, wenn er an Baumstämmen ruht. Deutlich bekannter ist die Raupe: Sie trägt auffällige gelbe bis orangefarbene Haarbüschel und weiße, schwarz umrandete Rautenflecken auf dem Rücken 12.

Die Art ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet und lebt vor allem an Ahorn, Rosskastanie und Pappeln in Wäldern, Parks, Alleen und Gärten. Die auffällige Raupe ist von Juli bis September an diesen Bäumen zu finden 1.

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Wissenschaftlicher Name: Acronicta aceris (Linnaeus, 1758)
  • Familie: Eulenfalter (Noctuidae), Unterfamilie Rindeneulen
  • Flügelspannweite: etwa 40 bis 49 mm
  • Raupe: bis etwa 40 mm, gelb-orange Haarbüschel, weiße Rautenflecken
  • Futterpflanzen: Ahorn, Rosskastanie, Pappel, Weide, weitere Laubbäume
  • Überwinterung: als Puppe im Kokon
  • Flugzeit: Mai bis September, je nach Region und Höhenlage
  • Verbreitung: Europa bis Westchina, Nordafrika, Vorderasien

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Flügelspannweite der Falter beträgt nach Literaturangaben etwa 40 bis 49 mm 12. Die Vorderflügel sind hell- bis dunkelgrau gefärbt. Typisch sind dunkle Wurzel- und Innenwinkelstreifen, doppelte, gezackte schwarze Querlinien und ein großer, meist schwarz umrandeter Ringfleck. Die Hinterflügel sind bei Männchen weiß, bei Weibchen weiß mit dunkel hervortretenden Adern 1.

Die Raupe erreicht etwa 40 mm Länge. Sie ist grau und trägt gelbe bis orangefarbene Haarbüschel. Auf jedem Körpersegment sitzt ein großer weißer, schwarz gesäumter Rautenfleck, der Rücken selbst ist unbehaart. Der Kopf ist schwarz. Bei Störung rollt sich die Raupe zusammen 12. Die Eier sind flach kegelförmig mit schwach gewellten Längsrippen und färben sich von gelblich-weiß nach rotbraun mit weißen Flecken. Die Puppe ist rotbraun 1.

Systematik

Namen & Einordnung (kurz)

Der wissenschaftliche Name lautet Acronicta aceris (Linnaeus, 1758) 3. Die Art gehört zur Unterfamilie der Rindeneulen (Acronictinae) innerhalb der Eulenfalter. Im Deutschen wird sie auch Ahorneule oder Rosskastanieneule genannt 1. Der Artname aceris verweist auf den Ahorn (Gattung Acer), dessen Laub als Raupenfutter dient.

Mehrere früher unterschiedene Unterarten, etwa calceata, cazorlensis oder rita, wurden 2009 zusammengeführt, sodass die deutschsprachige Quelle heute keine Unterart mehr unterscheidet 1; englischsprachige Quellen führen weiterhin Unterarten wie taurica (Zypern) und judaea (Levante) 2. Im Englischen heißt die Art „Sycamore“ 2. Weitere Arten der Gattung Acronicta im Lexikon sind etwa die Ampfer-Rindeneule und die Erlen-Rindeneule.

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Raupen fressen an den Blättern verschiedener Laubbäume. Hauptfutterpflanzen sind Bergahorn, Rosskastanie, Pappeln und Weiden. Daneben werden nach Literaturangaben auch Eiche, Buche, Linde und Ulme genutzt; englischsprachige Quellen nennen zusätzlich verschiedene weitere Ahornarten, Maulbeere und Stieleiche 12.

Die Verpuppung erfolgt in einem Kokon, der zum Teil aus den Haaren der Raupe gesponnen wird. Die Art überwintert als Puppe. Ein Teil der Puppen bleibt nach Angaben der Literatur sogar ein zweites Jahr ruhend, bevor der Falter schlüpft 12. Die Zahl der Generationen hängt vom Klima ab: Im Süden des Verbreitungsgebiets sind zwei bis drei Generationen möglich, im Norden nur eine 1.

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Ahorn-Rindeneule kommt von der Iberischen Halbinsel ostwärts bis zum Ural, nach Sibirien, Zentralasien und Westchina vor. Die Südgrenze in Europa verläuft durch Zentralspanien, Frankreich, Italien und die Balkanhalbinsel bis Kleinasien. Nordwestafrika, Zypern, der Nahe Osten und der Kaukasus gehören ebenfalls zum Verbreitungsgebiet. In Großbritannien reicht sie bis etwa Mittelengland, in Skandinavien bis in den Süden Norwegens, Schwedens und Finnlands 12. In den Alpen wurde sie bis etwa 1.600 m Höhe nachgewiesen 1.

Als Lebensraum nennt die Literatur feuchte Laubwälder mit Ahorn und Pappeln ebenso wie trockenere, vom Menschen geprägte Flächen: Alleen, Parks und Gärten in Dörfern und Städten. Die Art gilt als weit verbreitet, wird aber vielerorts nur selten gefunden 1.

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Deutschland

    25.05.2026

  • Deutschland

    21.05.2026

  • Freising, Wiesenthalstraße, 85356 Freising, Deutschland

    21.05.2026

  • Freising, Wiesenthalstraße, 85356 Freising, Deutschland

    21.05.2026

  • Deutschland

    16.04.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
17
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silberkrift.community
Zuletzt am 12.09.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

In Baden-Württemberg fliegen die Falter im Tiefland ab etwa Mitte Mai, selten schon Ende April, bis in den September. Häufig zeigt sich ein zweiter, kleinerer Gipfel von Ende Juli bis Anfang September. In höheren Lagen wie Schwarzwald und Schwäbischer Alb fliegt die Art von Anfang Juni bis Mitte August, vermutlich mit nur einer Generation 1. Für die Britischen Inseln wird eine Flugzeit von Juni bis August angegeben 2.

Die Falter sind nachtaktiv und kommen an Lichtquellen. Tagsüber ruhen sie an Baumstämmen. Raupen sind vor allem von Juli bis September zu finden 1. In der OpenInsect-Community wurden bisher 17 Scans dieser Art erfasst, der letzte am 12.09.2026.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Ahorn-Rindeneule ist kein Vorratsschädling und kein Gesundheitsschädling. Der Raupenfraß an Blättern von Ahorn, Kastanie und Pappeln bleibt in der Regel unauffällig, da die Art meist nur in geringer Dichte auftritt. Eine wirtschaftliche Bedeutung ist in den genutzten Quellen nicht beschrieben.

Zu beachten sind die Haare der Raupe: Eine englischsprachige Quelle nennt die Raupe nicht giftig, weist aber darauf hin, dass häufiges Anfassen Hautreizungen auslösen kann 2. Es empfiehlt sich daher, Raupen nicht mit bloßen Händen zu berühren; bei anhaltenden Hautbeschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

In Deutschland gilt die Art insgesamt als nicht gefährdet, in einzelnen Bundesländern aber als bedroht: Im Saarland wird sie als vom Aussterben bedroht (Kategorie 1) geführt, in Baden-Württemberg als gefährdet (Kategorie 3) 1. Ein Erhalt alter Alleen, Parkbäume und strukturreicher Laubwälder kommt der Art und vielen weiteren Insekten zugute.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. Wikipedia: Ahorn-Rindeneule. de.wikipedia.org/wiki/Acronicta_aceris (abgerufen 30.10.2026)
  2. Wikipedia: Sycamore (moth). en.wikipedia.org/wiki/Acronicta_aceris (abgerufen 30.10.2026)
  3. GBIF Backbone Taxonomy: Acronicta aceris (Linnaeus, 1758). gbif.org/species/1782763