Lexikon-Eintrag

Stieglitz Carduelis carduelis

Stieglitz (Carduelis carduelis), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Chordatiere (Chordata)
Klasse
Vögel (Aves)
Ordnung
Passeriformes
Familie
Fringillidae
Gattung
Carduelis

Überblick

Einleitung

Der Stieglitz (Carduelis carduelis), auch Distelfink genannt, ist eine Vogelart aus der Familie der Finken (Fringillidae).1 Er besiedelt offene, baumreiche Landschaften in Eurasien, Nordafrika sowie Teilen Makaronesiens und wurde in weiteren Regionen wie Südamerika und Australien eingeführt.12 Seine nahrungsökologische Spezialisierung liegt auf halbreifen und reifen Sämereien von Stauden, Wiesenpflanzen und Bäumen, weshalb er vor allem an besonnten Ruderalflächen und in Kulturlandschaften anzutreffen ist. Die Art gilt weltweit als nicht gefährdet.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Der Stieglitz wurde vom Naturschutzbund Deutschland und dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern zum „Vogel des Jahres 2016“ in Deutschland gewählt.
  • Der Rücken des Stieglitzes ist hellbraun gefärbt, während der Bürzel rein weiß ist.
  • Der am Ende schwach gegabelte Schwanz zeigt im Spitzendrittel auffällige weiße Flecken.
  • Das Männchen besitzt einen im Vergleich zum Weibchen um knapp neun Prozent längeren Schnabel mit gebogener Schnabelspitze.
  • Das Gefieder des Weibchens unterscheidet sich unter anderem durch ein grüngelbes untere Bauchgefieder sowie braune bis graubraune kleine Deckfedern.
  • Jungvögel zeigen einen braunen Kopf ohne die typische, kontrastreiche Altvogel-Kopffärbung und eine gestreifte sowie gefleckte Oberseite.
  • Nestlinge sind mit langen dunkelgrauen Daunen versehen und besitzen einen karminroten Rachen mit purpurnem Gaumen und weißen Randwülsten.
  • Als Stimmfühlungsruf dient ein aus mehreren Elementen wie „dudidelet“ oder „didudit“ bestehendes Lautgebilde, während Erregung durch ein scharfes „zidi“ signalisiert wird.
  • Der Aggressionsruf des Stieglitzes äußert sich als hartes, schnarrendes „tschrr“.
  • Flügge Jungvögel betteln laut mit der Ruffolge „di-wet-wet di-wet-wet“.
  • Der Gesang wird unter pendelnden Bewegungen vorgetragen, meist von einer hohen Singwarte aus, und endet typischerweise mit einem an das „dsäi“ des Erlenzeisigs erinnernden Knätschteil.
  • Außerhalb der Brutzeit dient der das ganze Jahr über (außer in der Mauser) vorgetragene Gesang der Stärkung des Zusammenhalts in Gruppen aus mehreren Männchen.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Stieglitz (Carduelis carduelis) präsentiert sich als schlanker Finkvogel mit einer charakteristischen, kontrastreichen Gefiederzeichnung und einer Körperlänge von 12 bis 13 Zentimetern. Die Flügelspannweite beträgt 21 bis 25 Zentimeter bei einem Körpergewicht von meist 14 bis 19 Gramm. Auffälligstes Kennzeichen im Kopfbereich ist die kräftig schwarz-rote Gesichtsmaske, die von einem weißen Kopf mit weißen Halsseiten eingerahmt wird. Der Nacken und der Oberkopf sind abgesetzt schwarz gefärbt. Der elfenbeinfarbene Schnabel ist lang, spitz und zeigt in der Brutzeit eine reinweisse Färbung, während ansonsten eine schwarze Markierung an der Spitze existiert. Der Thorax zeigt einen hellbraunen Rücken sowie einen auffällig weißen Bürzel. Die Flügel der Nominatform sind überwiegend schwarz und weisen eine deutlich abgesetzte, breite sowie leuchtend gelbe Binde auf. Der am Ende schwach gegabelte Schwanz ist schwarz gefärbt und trägt weiße Flecken im Spitzendrittel. Die Unterseite zeigt bräunliche Partien an Brust und Flanken. Bezüglich des Sexualdimorphismus weist die Art einen schwach ausgebildeten Geschlechtsdimorphismus auf. Das Männchen besitzt eine größere und dunklere Gesichtsmaske, die teilweise die hintere Ecke des Auges erreicht, sowie einen um knapp neun Prozent längeren und spitzeren Schnabel mit gebogener Spitze. Das Weibchen hat demgegenüber einen etwas rundlicheren Kopf mit einer kleineren Gesichtsmaske, die nicht bis zur Hälfte des Auges reicht, weshalb das Rot an der Kehle geringer ausfällt. Jungvögel unterscheiden sich deutlich von den Altvögeln, da sie am braunen Kopf keine auffällige Kopffärbung zeigen und eine gräuliche bis gelbbraune, gestreifte und gefleckte Oberseite aufweisen. Der Nestling ist mit langen, dunkelgrauen Daunen versehen, hat einen karminroten Rachen, einen purpurnen Gaumen sowie weiße Randwülste. Eier des Stieglitzes sind auf weißlichem Grund mit feinen rostbraunen, braunschwarzen und roten Schnörkeln sowie Flecken zum stumpfen Pol hin versehen und werden in einem napfförmigen Nest abgelegt.1

Porträt

Beschreibung

Der Stieglitz (Carduelis carduelis) repräsentiert als typischer Vertreter der Finken eine schlanke Finkenart mit charakteristischer Statur, die durch einen kurzen Hals und dünne Füße geprägt ist. In seinem natürlichen Lebensraum fällt der Vogel vor allem durch seine kräftig schwarz-rote Gesichtsmaske und die leuchtend gelben Binden auf den ansonsten überwiegend schwarzen Flügeln auf. Im Freiland lässt sich die Art durch diesen auffälligen Kontrast sowie den weißen Kopf mit abgesetztem schwarzen Nacken und Oberkopf gut bestimmen. Anatomisch ist der elfenbeinfarbene, lange und spitze Schnabel perfekt an die spezialisierte Ernährungsweise angepasst. Die Jungvögel unterscheiden sich deutlich von den Altvögeln, da ihnen die auffällige Kopffärbung fehlt und stattdessen eine gestreifte, gräuliche bis gelbbraune Oberseite aufweisen. Frisch geschlüpfte Nestlinge sind mit langen, dunkelgrauen Daunen versehen und besitzen einen auffälligen karminroten Rachen mit purpurnem Gaumen. Im Laufe ihres Lebenszyklus zeigen die Geschlechter einen schwach ausgebildeten Sexualdimorphismus, bei dem Männchen unter anderem eine größere Gesichtsmaske und einen um knapp neun Prozent längeren Schnabel aufweisen. Früher wurde aufgrund von Ähnlichkeiten in der Gefiederfärbung eine nähere Verwandtschaft zu den Grünfinken vermutet. Verhaltensbiologische und genetische Untersuchungen zeigten jedoch, dass diese Ähnlichkeiten auf parallelen Entwicklungen beruhen und der Stieglitz eng mit dem Zitronenzeisig sowie der Gattung Loxia verwandt ist.1 Historisch wurde die Nominatform Carduelis c. carduelis im Jahr 1758 durch Carl von Linné wissenschaftlich beschrieben. Die Art umfasst weltweit zehn valide Unterarten, die sich in geringfügigen Nuancen der Gefiederfärbung und ihrer Verbreitung unterscheiden. Belastbare morphologische Abgrenzungen unter den Unterarten stützen sich vor allem auf Merkmale der Mantel- und Unterseitenfärbung.1 Die Art besiedelt ein riesiges Areal in Eurasien und Nordafrika und wurde in verschiedenen Regionen der Welt erfolgreich eingeführt.12 Als eurytope Art nutzt sie offene, baumreiche Landschaften sowie Kulturfolgelandschaften von den Niederungen bis in alpine Höhenlagen. Ihre Mobilität zeigt sich in regional unterschiedlichem Zugverhalten, wobei Individuen in milderen Breiten als Standvögel verbleiben. Die Lebenserwartung freilebender Exemplare liegt unter natürlichen Bedingungen bei maximal acht bis neun Jahren.1

Systematik

Name & Einordnung

Der Stieglitz wird wissenschaftlich als Carduelis carduelis (Linnaeus, 1758) geführt und gehört zur Familie der Finken (Fringillidae). Die Art wurde im Jahr 1758 von Carl von Linné erstmals wissenschaftlich beschrieben. Als deutscher Trivialname ist neben Stieglitz weitläufig auch der Name Distelfink gebräuchlich.1 Auf internationaler Ebene ist die Art unter anderem unter dem spanischen Trivialnamen jilguero bekannt.2 Historisch wurde aufgrund äußerlicher Ähnlichkeiten in der Gefiederfärbung eine nahe Verwandtschaft zu den Grünfinken vermutet. Neuere systematische Untersuchungen mittels DNA-Analysen und Verhaltensbeobachtungen widerlegten diese Annahme jedoch und zeigten stattdessen nähere Verwandtschaftsbezüge zu anderen Zeisig- und Finkenformen auf.1 Innerhalb der Art werden zahlreiche Unterarten unterschieden, wobei der Gartenstieglitz als Nominatform (Carduelis c. carduelis) fungiert. Vier ehemals dem Stieglitz zugeordnete zentralasiatische Unterarten wurden inzwischen dem Graukopfstieglitz (Carduelis caniceps) zugeordnet.1 Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst weite Teile Eurasiens, Nordafrikas sowie Makaronesiens.12 Belastbare molekulare Daten zur genauen Aufspaltung einzelner Unterarten basieren insbesondere auf phylogenetischen Studien der mitochondrialen DNA.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Der Stieglitz (Carduelis carduelis) erreicht die Geschlechtsreife zum Ausgang seines ersten Lebensjahres und führt eine monogame Brutehe. Die Brutzeit erstreckt sich von Ende März oder Anfang April bis Juli, wobei vielfach zwei Jahresbruten stattfinden. Nach einer intensiven Balz, bei der das Männchen dem Weibchen durch optische Schaustellungen und Fütterungen seine Bereitschaft signalisiert, baut das Weibchen ein napfförmiges Nest in hohen Baumkronen oder Sträuchern. Der Nestbau dauert etwa 4 bis 6 Tage. Ein Gelege besteht normalerweise aus 5, seltener aus 4 oder 6 Eiern mit einer Größe von weißlichem Grund und rostbraunen beziehungsweise braunschwarzen Flecken. Das Weibchen beginnt nach dem Legen des dritten Eies allein mit der Bebrütung, während es während der 12 bis 14 Tage dauernden Brutzeit vom Männchen mit Nahrung versorgt wird. Die Jungvögel schlüpfen blind und nackt, wobei meist drei Junge zuerst und die verbleibenden am nächsten Tag schlüpfen. In den ersten sechs Tagen hudert und füttert das Weibchen die Nestlinge aus dem Kropf mit herbeigeschaffter Nahrung. Zwischen dem fünften und siebten Lebenstag öffnen die Jungs vögel die Augen und werden zunehmend mit Sämereien gefüttert.1 Ab dem 12. bis 14. Tag sind die Nestlinge flügge und verlassen bei Gefahr das Nest, wobei sie manchmal schon am achten Tag dazu imstande sind.1 Nach dem Ausfliegen betteln sie im Geäst um Futter, ehe sie ab dem 21. bis 25. Tag eigenständig Nahrung aufnehmen. Mit 28 bis 30 Tagen sind die Jungvögel schließlich vollständig selbstständig. Die Ernährung der Adulten und älteren Jungvögel basiert primär auf halbreifen und reifen Sämereien von Stauden, Wiesenpflanzen und Bäumen wie Disteln, Karden, Hirtentäschelkraut und Sonnenblumen. Während der Brutzeit ergänzen kleine Insekten, insbesondere Blattläuse, das Nahrungsspektrum. Als Mortalitätsfaktoren und natürliche Feinde wirken vor allem Katzen, Greifvögel und Marder. Freilebende Individuen erreichen eine maximale Lebenserwartung von 8 bis 9 Jahren, während in Gefangenschaft bis zu 17 Jahre möglich sind.1

Lebensweise

Verhalten

Der Stieglitz zeigt ein tagaktives Verhaltensmuster und verlässt seinen Schlafast mit Tagesbeginn, um in den frühen Morgenstunden intensiv nach Nahrung zu suchen. Die Fortbewegung erfolgt durch einen wellenförmigen und stabilen Flug sowie durch ungeschicktes Hüpfen am Boden, dem jedoch ein geschicktes Klettern in Bäumen und Büschen gegenübersteht. Bei der Nahrungssuche nutzt die Art sieben spezialisierte Bewegungsweisen, bei denen sie oft kopfunter oder seitlich an Pflanzen hängt und dünne Stängel gezielt herabneigt. Das Sozialverhalten ist durch das ganze Jahr hindurch wenig territorial geprägt, wobei lediglich der direkte Nestbereich gegen Artgenossen verteidigt wird. Außerhalb der Brutzeit lebt der Carduelis carduelis in kleinen Gruppen oder in Schlafgemeinschaften, die im Winter bis zu 40 Exemplare umfassen können. Bei der Unterschreitung der Individualdistanz kommt es zu Auseinandersetzungen, bei denen meist ein Drohen mit offenem Schnabel ausreicht, während ernsthaftere Streitigkeiten durch Schnabelhiebe und Fußtritte ausgetragen werden. Der Gesang dient während der Brutzeit der Markierung des Nestbereichs und stärkt außerhalb der Fortpflanzungsperiode den Zusammenhalt in Männchengruppen. Während der Balz geht die Dominanz vom Männchen auf das Weibchen über, wobei letzteres durch Körperpendeln und Schnabelsenken seine Bereitschaft signalisiert. Die Brutbiologie ist durch eine monogame Brutehe und eine alleinige Bebrütung durch das Weibchen gekennzeichnet, welches während dieser Zeit vom Männchen mit Nahrung versorgt wird.1

Lebensweise

Ökologie

Der Stieglitz (Carduelis carduelis) besiedelt als eurytope Art offene, baumreiche Landschaften von den Niederungen bis in Höhen von 1300 m, in jüngerer Zeit zunehmend auch bis 1600 m. Zu seinen bevorzugten Habitatstrukturen gehören Hochstamm-Obstgärten mit extensiver Unternutzung, große Wildkraut- und Ruderalflächen, Waldränder, Heckenlandschaften sowie Flussufer. Seine ökologische Nische ist eng mit dem Vorkommen von halbreifen und reifen Sämereien von Stauden, Wiesenpflanzen und Bäumen verknüpft, wobei er unter 152 nachgewiesenen Wildkräutern insbesondere Karden- und Distelarten wie Ackerdistel, Gänsedistel und Kratzdistel bevorzugt. Durch spezialisierte kletternde und hängende Futtertechniken ist die Art optimal an die Ausbeutung dieser oft schwer zugänglichen Nahrungsquellen angepasst. Während der Brutzeit ergänzt der Stieglitz sein Nahrungsspektrum durch den Fang kleiner Insekten, insbesondere von Blattläusen. Natürliche Feinde und Gefahren für Jungvögel bestehen vor allem durch Greifvögel, Marder und Katzen. Außerhalb der Fortpflanzungsperiode lebt die Art in kleinen Gruppen oder gemischten Schlafgemeinschaften mit anderen Finkenarten. Als Teilzieher reagiert der Stieglitz flexibel auf witterungsbedingte Einflüsse, wobei Populationen in milderen Regionen als Standvögel verbleiben.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Der Carduelis carduelis besiedelt als weitverbreitete Finkenart natürlicherweise Eurasien von Westeuropa bis Vorderasien sowie Nordafrika, wobei er in Island und im mittleren sowie nördlichen Fennoskandinavien fehlt. Darüber hinaus wurde die Art durch den Menschen in Südamerika, Australien, Neuseeland und auf einigen Inseln Ozeaniens eingeführt. Das weltweite Verbreitungsgebiet umfasst schätzungsweise 15.800.000 km², getragen von einer globalen Population zwischen 75.000.000 und 350.000.000 Individuen.1 In Europa erstreckt sich das Brutareal von den britischen Inseln und der Iberischen Halbinsel über das westliche und zentrale Paläarktis bis nach Westmongolei und zum Baikalgebiet.2 Als Teilzieher verhält sich der Carduelis carduelis in westlicheren, milderen Regionen als Standvogel, während Populationen aus kälteren Gebieten im Winter in wärmere Zonen migrieren. Seine vertikale Verbreitung reicht typischerweise von den Niederungen bis auf etwa 1300 m, wobei in den letzten Jahren zunehmend auch höhere Lagen bis 1600 m besiedelt werden. Als naturgegebenen Lebensraum bevorzugt die Art offene, baumreiche Landschaften wie Hochstamm-Obstgärten mit extensiver Unternutzung, Waldränder, Flussufer und Feldgehölze. Zudem ist sie regelmäßig in Heckenlandschaften, Streuobstwiesen und an Ruderalflächen anzutreffen, wo einzeln stehende Bäume und samenbildende Stauden als essenzielle Habitatelemente dienen. In der Kulturlandschaft und im Siedlungsraum erschließt sich der Carduelis carduelis zunehmend Naturgärten, Parks, Alleen, Friedhöfe und alte Gärten. Wenn in ebenen Lagen geeignete Brutgebiete fehlen, weicht die Art gelegentlich auf hochgelegene, lockere Birken- und Pinienhaine aus. Im Herbst und Winter konzentriert sich das Vorkommen primär auf offene Agrar- und Brachlandschaften sowie Straßenränder und Schuttplätze mit stehengebliebenen Staudenbeständen.1

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
13
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silberkrift.community
Zuletzt am 29.10.2026
Werde Teil der Community
Lade ein Foto hoch und hilf uns, Arten zu erfassen.

Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Der Carduelis carduelis zeigt im Jahresverlauf eine tagaktive Lebensweise, die mit dem Tagesbeginn am Schlafast startet und bei Sonnenuntergang endet. Die Hauptaktivitätsphase der Nahrungssuche konzentriert sich vor allem auf die frühen Morgenstunden. Im Jahresverlauf ist die Art ein Teilzieher, der in westlichen, milderen Regionen als Standvogel verbleibt, während Populationen aus kälteren Regionen in wärmere Gebiete migrieren. Die Brutzeit erstreckt sich von Ende März oder Anfang April bis Juli, wobei vielfach zwei Jahresbruten stattfinden. Zwischen Juli und August durchlaufen sowohl Jung- als auch Altvögel ihre Mauser. Mit Ausnahme dieser Mauserzeit ist der Gesang des Stieglitzes das ganze Jahr über zu hören. Außerhalb der Brutzeit lebt der Vogel in kleinen Gruppen sowie in Schlafgemeinschaften, die im Winter oft mit anderen Finkenarten vermischt sind.1 Ergänzend zeigt das öffentliche Interesse an der Art jährliche Höfe im März und April, während in den Monaten September und geringem Maße Oktober niedrigere Werte registriert werden.2

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Stieglitz (Carduelis carduelis) ist als Wildvogel weder ein Schädling noch ein Lästling, sondern übernimmt als granivorer Nützling eine wichtige Funktion bei der Samenausbreitung und der natürlichen Regulation von Wildkräutern. Da sich die Art überwiegend von Sämereien von Stauden wie Disteln, Karden und Ampfer ernährt, entsteht in der Land- oder Forstwirtschaft kein nennenswertes Schadpotenzial. Medizinische oder gesundheitliche Risiken im Sinne von Vektoren oder allergenspezifischen Gefahren für den Menschen sind durch Carduelis carduelis nicht bekannt. Präventions- oder Bekämpfungsmaßnahmen sind für diese geschützte Art daher nicht erforderlich und aufgrund des rechtlichen Status auch nicht zulässig. Die Art gilt weltweit als nicht gefährdet und unterliegt allgemeinen naturschutzrechtlichen Bestimmungen. Belastbare Daten zu artspezifischen Schadbildern in Kulturpflanzenbeständen fehlen, da wirtschaftliche Schäden durch den Nahrungserwerb ausnahmslos bedeutungslos sind.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Stieglitz
  2. gbif.org/species/2494686