Lexikon-Eintrag

Stolz von Madeira Echium candicans

Stolz von Madeira (Echium candicans), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Pflanzen (Plantae)
Stamm
Tracheophyta
Klasse
Magnoliopsida
Ordnung
Boraginales
Familie
Boraginaceae
Gattung
Echium

Überblick

Einleitung

Der Madeira-Natternkopf (Echium candicans), auch als Stolz von Madeira bekannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Natternköpfe (Echium) innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Die Art kommt endemisch auf Madeira vor und besiedelt dort Höhenlagen von 800 bis 1200 Metern. Gegenüber den anderen strauchförmigen, auf Madeira endemischen Natternkopf-Arten Echium nervosum und Echium porto-sanctensis lässt sich die Art durch längere und dichtere Blütenstände sowie eine abstehende Behaarung abgrenzen.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Blütenstände sitzen endständig an Seitenästen und erreichen eine Länge von 10 bis 25 Zentimetern, in maximaler Ausprägung bis zu 47 Zentimeter.
  • Die zwittrigen, blau bis violett gefärbten Blüten sind fünfzählig, besitzen eine doppelte Blütenhülle und sind im Gegensatz zu den meisten anderen Boraginaceae schwach zygomorph.
  • Der grüne Kelch ist 4 bis 5 Millimeter lang, weist keine dunklere Aderung auf und besitzt fünf lanzettliche, zugespitzte Kelchzipfel.
  • Die Blütenröhre misst 9 bis 11 Millimeter in der Länge, während die Kronlappen am Ende gerundet oder gestutzt sind und oft einen weißen Streifen aufweisen.
  • Die Staubfäden der Art sind rosafarben gefärbt, und die dazugehörigen Staubbeutel zeigen eine weißliche Färbung.
  • Phylogenomische Daten zeigen, dass Echium candicans nah mit den anderen strauchartigen Echium-Arten der makaronesischen Inseln verwandt ist und mit ihnen eine gemeinsame Klade bildet.2

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Der Madeira-Natternkopf (Echium candicans) wächst als holziger Strauch mit einer Wuchshöhe von 1 bis 2 Metern und einer charakteristischen, Kandelaber-artigen Wuchsform. Die Borke der Äste ist weißlich gefärbt und löst sich in papierartigen Schichten ab. Die wechselständig angeordneten Laubblätter besitzen einen kurzen Blattstiel sowie eine einfache, lanzettliche bis eiförmig-lanzettliche Blattspreite, die eine maximale Länge von etwa 25 cm und eine Breite von 2 bis 4 cm erreicht. Das obere Ende der Blätter ist spitz zugespitzt, wobei untere Blätter mehr als fünfmal so lang sind wie die oberen. Die adaxiale Blattseite zeigt ein dunkles Grün, während die abaxiale Seite etwas heller grün gefärbt ist und prominent vortretende Blattadern aufweist. Alle vegetativen Teile sind dicht, weich und samtartig mit einer abstehenden Behaarung versehen. Die Blütenstände sitzen endständig an den Seitenästen und bilden dichte, schmal langgestreckte Strukturen von 10 bis 25 cm, maximal 47 cm Länge. Die fünfzähligen und schwach zygomorphen Blüten besitzen eine blaue bis violette Krone, auf deren Kronlappen häufig ein weißer Streifen verläuft. Die Blütenröhre weist eine Länge von 9 bis 11 mm auf, und die Kronlappen enden gerundet oder gestutzt. Der Kelch wird 4 bis 5 mm lang, ist grün gefärbt, besitzt keine dunklere Aderung und zeigt fünf lanzettliche, zugespitzte Kelchzipfel. Als generative Merkmale ergänzen rosafarbene Staubfäden und weißliche Staubbeutel das Erscheinungsbild. Von den anderen strauchförmigen, auf Madeira endemischen Natternkopf-Arten Echium nervosum und Echium porto-sanctensis lässt sich Echium candicans durch längere und dichtere Blütenstände, eine lange, abstehende Behaarung sowie am Ende zugespitzte Blätter abgrenzen.1

Porträt

Beschreibung

Der Madeira-Natternkopf (Echium candicans) ist eine endemische Pflanzenart aus der Familie der Raublattgewächse, die sich durch ihre strauchförmige Wuchsform auszeichnet. Im natürlichen Lebensraum auf Madeira prägt die Art mit einer Wuchshöhe von 1 bis 2 Metern und einer meist kandelaber-artigen Architektur das Landschaftsbild. Die Borke der Äste ist weißlich gefärbt und löst sich papierartig ab. Vegetativ lässt sich die Art durch wechselständig angeordnete Laubblätter mit lanzettlicher bis eiförmig-lanzettlicher Spreite und zugespitztem Ende identifizieren. Die Blattspreite erreicht eine maximale Länge von etwa 25 cm sowie eine Breite von 2 bis 4 cm, wobei untere Blätter mehr als fünfmal so lang sind wie die oberen. Anatomisch auffällig ist die adaxial dunkelgrüne und abaxial etwas heller grüne Färbung mit prominent vortretenden Blattadern. Alle oberirdischen Teile besitzen eine abstehende, dichte, weiche und samtartige Behaarung. Generativ unterscheidet sich Echium candicans von den anderen strauchförmigen, auf Madeira endemischen Arten Echium nervosum und Echium porto-sanctensis durch längere und dichtere Blütenstände sowie eine lange, abstehende Behaarung. Die endständig an Seitenästen sitzenden Blütenstände erreichen eine Länge von 10 bis 25 cm, in Maximalfällen bis zu 47 cm. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig, weisen eine doppelte Blütenhülle auf und sind im Gegensatz zu den meisten anderen Boraginaceae schwach zygomorph. Die blaue bis violette Blütenkrone besitzt eine 9 bis 11 mm lange Röhre und oft einen weißen Streifen auf jedem Kronlappen1, während die Kelchblätter 4 bis 5 mm lang sind. Die Staubfäden sind rosafarben und kontrastieren mit den weißlichen Staubbeuteln. Taxonomisch gehört die Art in die Sektion Virescentia, welche strauchförmig wachsende Arten Makaronesiens umfasst. Phylogenomische Untersuchungen mittels DNA-Sequenzvergleich belegen eine nahe Verwandtschaft mit anderen strauchartigen Echium-Arten der makaronesischen Inseln, wobei die genauen Schwestergruppenbeziehungen zu Echium nervosum und kanarischen Arten noch nicht abschließend geklärt sind. Die Erstbeschreibung erfolgte 1782 durch Carl von Linné den Jüngeren im Supplementum Plantarum.1

Systematik

Name & Einordnung

Der wissenschaftliche Name des Stolzes von Madeira lautet Echium candicans, publiziert im Jahr 1782 durch Carl von Linné den Jüngeren in dessen Werk Supplementum Plantarum auf Seite 131.1 Als taxonomisches Homonym ist Echium candicans Lam. zu nennen, welches im Jahr 1792 veröffentlicht wurde. Die Art gehört innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae) zur Gattung der Natternköpfe (Echium) und wird dort in die Sektion Virescentia eingeordnet, welche die strauchförmig wachsenden Arten Makaronesiens umfasst. Zu den bekannten heterotypischen und homotypischen Synonymen der Art zählen unter anderem Argyrexias candicans Raf., Echium brachyanthum Hornem., Echium cynoglossoides Desf., Echium densiflorum DC., Echium macrophyllum Lehm., Echium maderense Steud., Echium marianum Boiss., Echium pallidum Salisb., Echium pavonianum Boiss. sowie Echium truncatum auct. Im deutschen Sprachraum ist die Pflanze primär unter den Trivialnamen Madeira-Natternkopf sowie Stolz von Madeira bekannt. Phylogenomische Untersuchungen belegen eine nahe Verwandtschaft zu anderen strauchartigen Echium-Arten der makaronesischen Inseln, wobei die genauen Schwestergruppenbeziehungen innerhalb dieser Klade Gegenstand laufender botanischer Analysen sind.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Der Madeira-Natternkopf (Echium candicans) ist ein holziger Strauch aus der Familie der Raublattgewächse mit einer charakteristischen Wuchshöhe von 1 bis 2 Metern. Die Art wächst meist kandelaberartig, wobei sich eine weißliche, papierartig ablösende Borke an den Ästen bildet. Die wechselständigen Laubblätter sind lanzettlich bis eiförmig-lanzettlich geformt, erreichen eine maximale Länge von etwa 25 Zentimetern sowie eine Breite von 2 bis 4 Zentimetern. Alle vegetativen Teile sind abstehend, dicht, weich und samtartig behaart. Die adaxiale Blattseite zeigt eine dunkelgrüne Färbung, während die abaxiale Seite etwas heller grün mit prominent vortretenden Blattadern ist. Die generativen Strukturen bilden sich als endständige, dichte und schmal langgestreckte Blütenstände an den Seitenästen aus, die eine Länge von 10 bis 25 Zentimetern, maximal jedoch 47 Zentimeter erreichen. Die zwittrigen, fünfzähligen Blüten besitzen eine schwach zygomorphe Form und eine blau bis violette Krone mit rosafarbenen Staubfäden und weißlichen Staubbeuteln. Die Kronröhre weist eine Länge von 9 bis 11 Millimetern auf. Das natürliche Verbreitungsgebiet beschränkt sich endemisch auf die Insel Madeira, wo die Art autochthon vorkommt. Dort besiedelt Echium candicans bevorzugt Höhenlagen von 800 bis 1200 Metern im zentralen Teil der Insel sowie offene, heideartige Vegetation und das obere Ende des Lorbeerwalds. An Standorten wie dem Pico do Arieiro steigt die Art bis auf 1700 Meter auf. Aufgrund ihrer attraktiven Blütenpracht wird die Pflanze in Regionen mit mediterranem Klima weltweit in Parks sowie Gärten kultiviert. Aus diesen Kulturpflanzen sind in einigen Gebieten wie Kalifornien Verwilderungen als invasiver Neophyt bekannt.1 Belastbare physiologische Daten zu Mortalitätsfaktoren, spezifischen Symbiosen oder detaillierten Bestäubungsmechanismen fehlen in der aktuellen Literaturlage für Echium candicans.

Lebensweise

Verhalten

Belastbare Daten zum spezifischen Verhalten von Echium candicans liegen nicht vor, da es sich um eine Pflanzenart handelt und klassische Verhaltensweisen wie Fortbewegung, Orientierung oder Territorialität bei sessilen Organismen dieses Typs nicht im zoologischen Sinne ausgeprägt sind.

Lebensweise

Ökologie

Echium candicans ist eine auf Madeira endemische Pflanzenart, die autochthon ausschließlich auf dieser Insel vorkommt und auf den Nachbarinseln fehlt. Die Art besiedelt bevorzugt Höhenlagen von 800 bis 1200 Metern im zentralen Teil der Insel. Dort wächst sie am oberen Ende der Höhenverbreitung des Lorbeerwaldes sowie in offener, heideartiger Vegetation. An exponierten Standorten wie im Gebiet des Pico do Arieiro steigt die vertikale Verbreitung bis auf 1700 Meter an.1 In diesen Habitaten ist die Art an ein spezifisches, ozeanisch geprägtes Klima angepasst. Aufgrund ihrer Attraktivität wurde Echium candicans weltweit in Regionen mit mediterranem Klima als Zierpflanze eingeführt. In Gebieten wie Kalifornien ist die Art aus der Kultur verwildert und verhält sich dort lokal als invasiver Neophyt. Systematisch gehört die Art innerhalb der Gattung in die Sektion Virescentia, die strauchförmig wachsende Arten makaronesischer Inseln umfasst. Phylogenomische Daten belegen eine nahe Verwandtschaft mit anderen strauchartigen Echium-Arten der Region, die gemeinsam eine monophyletische Klade bilden. Belastbare quantitative Daten zu spezifischen Bestäubern, Fressfeinden oder mikroklimatischen Detailparametern liegen in der untersuchten Literatur jedoch nicht vor.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Der Madeira-Natternkopf (Echium candicans) besitzt sein natürliches, autochthones Verbreitungsgebiet ausschließlich auf der Insel Madeira. Innerhalb der Insel fehlt die Art auf den übrigen Inseln der Gruppe. Das natürliche Vorkommen konzentriert sich vor allem auf den zentralen Teil Madeiras. Dort besiedelt die Art primär das obere Ende der Höhenverbreitung des Lorbeerwalds sowie offene, heideartige Vegetationsstrukturen. Bezüglich der vertikalen Verbreitung kommt Echium candicans typischerweise in Höhenlagen von 800 bis 1200 Metern vor. In exponierten Bereichen wie dem Gebiet des Pico do Arieiro erstreckt sich die vertikale Verbreitung nach Datenlage bis auf eine Höhe von 1700 Metern. Außerhalb ihres natürlichen Areals hat sich die Art durch Kulturflucht in Regionen mit vergleichbarem Klimacharakter weltweit ausgebreitet. In Gebieten wie Kalifornien ist Echium candicans infolgedessen aus der Kultur verwildert und wird dort teilweise als invasiver Neophyt eingestuft. In Regionen mit mediterranem Klima wird der Strauch zudem weltweit in Gärten und Parkanlagen kultiviert.1 Belastbare systematische Langzeitdaten zur Ausbreitungsdynamik in Zentraleuropa oder dem DACH-Raum liegen nicht vor; in diesen Regionen beschränkt sich das Vorkommen auf gärtnerische Kultur.

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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Der Madeira-Natternkopf (Echium candicans) zeigt als ausdauernder Strauch eine spezifische jahreszeitliche Dynamik in seiner Entwicklung und Wahrnehmung. Belastbare quantitative Daten zu exakten Flug- oder Aktivitätszeiten von Bestäubern fehlen für die Art weitgehend, jedoch ist die vegetative und generative Hauptphase durch das mediterrane beziehungsweise makaronesische Klimaregime vorgegeben. Die generative Phase mit der Ausbildung der 10 bis 25 Zentimeter langen Blütenstände prägt den Aspekt der Pflanze. Im mitteleuropäischen Raum zeigt sich ein wiederkehrendes öffentliches Suchinteresse mit Maxima im Januar (Mittelwert 4,35) und Juni (Mittelwert 2,36), was auf Phasen erhöhter Aufmerksamkeit für diese als Zierpflanze genutzte Art hinweist. In den Monaten Februar und März sinkt das öffentliche Interesse in den erfassten Zeitreihen ab. In ihrer natürlichen Verbreitung auf Madeira wächst die Art in Höhenlagen von 800 bis 1200 Metern sowie bis zu 1700 Metern am Pico do Arieiro. Außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes wird die Art in Regionen mit mediterranem Klima kultiviert, wo sie als Neophyt verwildern kann. Weitere systematische Untersuchungen zur genauen Phänologie unter natürlichen Bedingungen stehen noch aus.1

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Madeira-Natternkopf (Echium candicans) wird in Regionen mit mediterranem Klima primär als Zierpflanze in Gärten und Parkanlagen kultiviert. Ein Schädling, Lästling oder eine medizinisch relevante Gift- und Allergiepflanze im Sinne von Vektoren oder akuten Gesundheitsgefahren ist die Art nicht, jedoch zeigt sie ein expansives Verhalten außerhalb ihrer natürlichen Verbreitung. In Gebieten mit passendem Klimaprofil wie beispielsweise in Kalifornien gilt die Art als verwilderter, invasiver Neophyt. Spezifische Schadbilder an Kulturpflanzen, bauliche Präventionsmaßnahmen oder chemische Bekämpfungsszenarien sind in der Fachliteratur nicht dokumentiert, da es sich um eine gärtnerisch genutzte Zierpflanze handelt. Belastbare Daten zu Monitoring-Methoden, biologischen Bekämpfungsmaßnahmen oder integrierten Schädlingsbekämpfungsstrategien für Echium candicans fehlen in der aktuellen Datenlage vollständig. Rechtliche Aspekte wie Quarantänebestimmungen oder gesetzliche Meldepflichten sind für diese Art bisher nicht etabliert.1

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Belastbare Daten zu wirtschaftlichen Schäden durch Echium candicans fehlen in den vorliegenden Quellen. Die Art wird in Regionen mit mediterranem Klima global als Zierpflanze in Gärten und Parkanlagen kultiviert. Darüber hinaus ist sie in einigen Gebieten wie Kalifornien aus der Kultur verwildert und tritt dort als invasiver Neophyt auf.1 Wirtschaftliche Quantifizierungen zu Bekämpfungskosten, Ertragsausfällen in der Forst- oder Landwirtschaft oder spezifische Schadberichte sind nicht dokumentiert.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Madeira-Natternkopf
  2. Literaturzusammenfassung: Echium candicans