Lexikon-Eintrag

Kleistermotte Endrosis sarcitrella

Kleistermotte (Endrosis sarcitrella), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Akzeptierter Name
Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Schmetterlinge (Lepidoptera)
Familie
Oecophoridae
Gattung
Endrosis
Art
Endrosis sarcitrella

Wissenschaftlicher Name Endrosis sarcitrella Linnaeus, 1758

Überblick

Einleitung

Die Kleistermotte (Endrosis sarcitrella) ist ein Schmetterling aus der Familie der Faulholzmotten (Oecophoridae). Durch ihre synanthrope Lebensweise hat sich die Art weltweit ausgebreitet und besiedelt regelmäßig Gebäude sowie Vorratslager. Die Larven ernähren sich als Detritovoren von trockenen pflanzlichen und tierischen Rückständen.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die Gattung Endrosis ist monotypisch und enthält neben der Typusart Endrosis sarcitrella keine weiteren anerkannten Arten.
  • Frühere taxonomische Verwirrungen führten zu zahlreichen ungültigen Synonymen, darunter Endrosis fenestrella (Scopoli, 1763) und Endrosis subditella (Walker, 1864).1
  • Ein historisches Synonym der Art ist zudem die von Staudinger im Jahr 1899 beschriebene Endrosis lactella var. antarctica.
  • Die Art wurde im Jahr 1860 von Clemens fälschlicherweise unter dem Namen Endrosis kennicottella geführt.
  • Jacob Hübner identifizierte die Art bei der Gattungsgründung im Jahr 1825 irrtümlich als Alucita betulinella, einer Benennung von Johan Christian Fabricius aus dem Jahr 1787.
  • Zu den historisch dokumentierten Nahrungssubstraten der Larven gehört neben pflanzlichem und tierischem Material auch Guano.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Kleistermotte (Endrosis sarcitrella) ist durch eine charakteristische, kontrastreiche Kopf- und Thoraxfärbung sowie eine spezifische Flügelzeichnung gekennzeichnet. Adulte Falter besitzen einen weißlichen Kopf und ein weißes Pronotum, was ihnen im Englischen den Trivialnamen White-shouldered house moth einbrachte. Der Körperbau entspricht dem typischer Oecophoriden mit schmalen, länglichen Vorderflügeln. Über weitere morphologische Details wie exakte Körpergrößen, spezifische Antennen- oder Mundwerkzeuge sowie Beinstrukturen liegen in der Primärliteratur keine belastbaren Messwerte vor. Die Larven sind als kleine, madenartige Raupen ausgebildet, die sich in selbstgesponnenen Seidengeweben an ihren Nahrungsquellen aufhalten. Zu den dokumentierten Nahrungssubstraten der Larven gehören Getreide, Trockenfrüchte, Samen, Kartoffeln, verrottendes Holz, alte Textilien, Wolle, Insektenpräparate sowie Guano. Puppen und Eier sowie deren spezifische Dimensionen und Ablageorte sind in den zugrundeliegenden wissenschaftlichen Quellen nicht detailliert beschrieben. Eine systematische Abgrenzung zu verwechselbaren Arten wie der Braunen Hausmotte (Hofmannophila pseudospretella) wird in den Daten nicht explizit ausgeführt. Belastbare morphologische Unterscheidungsmerkmale zur genauen Artabgrenzung fehlen in der aktuellen Datenbasis.1

Porträt

Beschreibung

Endrosis sarcitrella ist eine weltweit verbreitete synanthrope Schmetterlingsart aus der Familie der Concealer-Motten (Oecophoridae) und gehört zur monotypischen Gattung Endrosis. Die Art ist eng an menschliche Siedlungen angepasst und besiedelt primär Gebäude wie Vorratsräume, Scheunen sowie Vogelnester. Historisch wurde die Art mehrfach beschrieben und führte zu taxonomischen Verwirrungen, unter anderem durch Johan Christian Fabricius als Alucita betulinella und Denis sowie Schiffermüller als Tinea lactella, während die Erstbeschreibung durch Carl Linnaeus im Jahr 1758 als Phalaena (Tinea) sarcitrella erfolgte. Aufgrund weltweiter Verschleppung durch den Menschen bildet die Art heute einen globalen Genpool ohne anerkannte Unterarten.1 Die Imagines sind durch ihre synanthrope Lebensweise kontinuierlich über das gesamte Jahr zu finden und zeigen eine positive Phototaxis, weshalb sie regelmäßig an Lichtquellen und Quecksilberdampflampen nachgewiesen werden.12 Die Larven leben als detritivore Raupen von trockenen pflanzlichen und tierischen Überresten. Zu den dokumentierten Nahrungsquellen zählen Getreide, Mehl, Kleie, getrocknete Früchte, Kartoffeln, aber auch totes Holz, Insektenpräparate, Wolle, alte Textilien sowie Guano. Zum Schutz spinnen sich die larvalen Raupen kleine seidene Verstecke, in denen sie ihre Entwicklung vollziehen. Belastbare morphologische Daten zur Unterscheidung der Geschlechter über den Lebenszyklus fehlen in der aktuellen Literatur weitgehend. Im Vergleich zur ebenfalls in Gebäuden vorkommenden Braunen Hausmotte (Hofmannophila pseudospretella) teilt Endrosis sarcitrella zwar ökologische Nischen, unterscheidet sich jedoch klar durch die systematische Einordnung in eine eigenständige Gattung.1

Systematik

Name & Einordnung

Die Kleistermotte (Endrosis sarcitrella) wurde im Jahr 1758 von Carl Linnaeus unter dem basionymen Namen Phalaena (Tinea) sarcitrella wissenschaftlich erstbeschrieben. Im Jahr 1825 etablierte Jacob Hübner die monotypische Gattung Endrosis, deren Typusart die Kleistermotte darstellt. Die Art gehört innerhalb der Schmetterlinge (Lepidoptera) zur Familie der Oecophoridae und wird dort in die Unterfamilie Oecophorinae eingeordnet. Historisch bedingt existieren zahlreiche Synonyme und fehlerhafte Zuordnungen, da frühere Autoren die Art unter verschiedenen Namen beschrieben oder falsch identifizierten. Zu den bekannten heterotypischen und junioreren Synonymen zählen unter anderem Phalaena fenestrella Scopoli, 1763, Tinea lactella Denis & Schiffermüller, 1775 sowie Endrosis kennicottella Clemens, 1860. Auch Kombinationen wie Endrosis betulinella (Hübner, 1818–19) und Gelechia subditella Walker, 1864 repräsentieren historische, heute ungültige Bezeichnungen der Art. Im deutschen Sprachraum ist die Art als Kleistermotte bekannt, während im englischen Sprachraum der Trivialname white-shouldered house moth etabliert ist. Die Gattung Endrosis gilt gegenwärtig als monotypisch, da trotz früherer Beschreibungen vermeintlicher Schwesterarten weltweit nur ein einziger Genpool anerkannt wird.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Kleistermotte (Endrosis sarcitrella) ist eine synanthrope Art, die weltweit in Gebäuden und Lagerstätten vorkommt. Aufgrund ihrer Anpassung an menschliche Behausungen ist sie kontinuierlich bebrütet und kann ganzjährig angetroffen werden. Die Adulten zeigen ein phototaktisches Verhalten und werden von Lichtquellen angezogen.1 Das natürliche Verbreitungsgebiet der Art liegt im Mittelmeerraum.2 In geschlossenen Räumen und Nebengebäuden besiedelt sie bevorzugt Bereiche, in denen Getreide und andere trockene Nahrungsmittel gelagert werden. Zudem nutzt die Art Nester von Vögeln als Habitat. Die Larven ernähren sich von trockenen pflanzlichen und tierischen Rückständen. Zu den dokumentierten Nahrungssubstraten gehören Getreide wie Mehl und Kleie, getrocknete Früchte, andere Samen, Kartoffeln sowie faules Holz. Auch tierische Substrate wie Insektenpräparate, Wolle, alte Textilien und Guano werden als Nahrung genutzt. Während ihrer Entwicklung spinnt sich die grubenförmige Larve ein kleines seidenes Versteck.1 Belastbare physiologische Daten zu genauen Entwicklungstemperaturen, Generationendauern oder spezifischen Mortalitätsfaktoren fehlen in der aktuellen Datenlage. Genauere quantitative Angaben zu Larvenstadien, Paarungsverhalten und Fertilität sind in der wissenschaftlichen Literatur ebenfalls nicht systematisch belegt.

Lebensweise

Verhalten

Adulte Falter von Endrosis sarcitrella zeigen eine ausgeprägte Phototaxis und werden von Lichtquellen angezogen. Aufgrund dieses Verhaltens lassen sich die Tiere effektiv mittels Quecksilberdampflampen-Fallen nachweisen. Die Art besiedelt synanthrope Lebensräume wie Gebäude und Nebengebäude, in denen Getreide und andere getrocknete Nahrungsmittel gelagert werden. Larven führen eine versteckte Lebensweise in selbstgesponnenen Seidenröhren, die sie als Unterschlupf auf trockenem pflanzlichem und tierischem Detritus anlegen.1 Weitere Details zum spezifischen Territorial-, Abwehr- oder Kommunikationsverhalten liegen nach aktueller Datenlage nicht vor.

Lebensweise

Ökologie

Endrosis sarcitrella besetzt als synanthrope Art eine ökologische Nische als Destruent in menschlichen Siedlungsräumen und geschützten Habitaten.1 Die Art gehört funktionell zur Gruppe der Detritivoren.2 Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, hat sich die Art weltweit ausgebreitet, da sie eng an menschliche Behausungen und Wirtschaftsgebäude gebunden ist.12 In diesen vom Menschen geschaffenen Habitaten besiedelt die Art Gebäude in Städten und Dörfern. Darüber hinaus kommt Endrosis sarcitrella auch in waldartigen Habitaten und bewaldeten Landschaften vor.2 Als natürliche Rückzugs- und Bruträume dienen der Art regelmäßig Vogelnester. In Gebäuden ist die Art in Nebengebäuden zu finden, in denen getrocknete Nahrungsmittel wie Getreide gelagert werden. Die Larven ernähren sich von trockenen pflanzlichen und tierischen Rückständen. Zu dem dokumentierten Nahrungsspektrum gehören getrocknete Früchte, Getreideprodukte einschließlich Kleie und Mehl sowie andere Samen. Ferner verwerten die Larven Kartoffeln, verrottendes Holz, Insektenpräparate, Wolle, alte Textilien und Guano. Innerhalb dieser Substrate spinnen sich die raupenartigen Larven ein kleines Versteck aus Seide. Da die Art kontinuierlich Bruten hervorbringt, kann sie das ganze Jahr über angetroffen werden. Adulte Falter werden zudem von Lichtquellen angezogen.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Kleistermotte (Endrosis sarcitrella) hat ihr natürliches Ursprungsgebiet im Mittelmeerraum. Durch ihre synanthrope Lebensweise hat sich die Art mittlerweile weltweit ausgebreitet und besiedelt nahezu alle Kontinente. Diese weltweite Verbreitung erfolgt vor allem passiv durch menschliche Aktivitäten und Handel seit prähistorischen Zeiten, wodurch sich ein globaler Genpool gebildet hat. In Europa und der DACH-Region ist die Art flächendeckend anzutreffen. Neben anthropogenen Lebensräumen umfasst das natürliche Spektrum auch Wälder und bewaldete Habitate. Dort besiedelt die Art naturnahe Rückzugsorte wie Vogelnester oder morsches Holz. Ihr Hauptlebensraum in Mitteleuropa befindet sich jedoch in direktem Bezug zum Menschen in geschlossenen Gebäuden. Dazu zählen insbesondere Vorratsräume, Scheunen und Gebäude in Städten und Dörfern, wo getrocknete pflanzliche und tierische Substanzen gelagert werden. Aufgrund ihrer Anpassung an ganzjährige klimatische Bedingungen in menschlichen Behausungen tritt die Art kontinuierlich generationenübergreifend auf. Belastbare systematische Daten zur genauen Vertikalverbreitung in verschiedenen Höhenstufen fehlen. Die Falter zeigen eine ausgeprägte Phototaxis und werden regelmäßig von künstlichen Lichtquellen angezogen.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • 26316, Deutschland

    28.02.2026

  • Vorpommern-Rügen, DE-MV, Deutschland

    26.02.2026

  • Hamburg, Deutschland

    21.01.2026

  • Deutschland

    16.12.2025

  • Hamburg, Deutschland

    13.12.2025

Daten: iNaturalist

Sichtungen

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5
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Daten der silberkrift.community
Zuletzt am 21.06.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Kleistermotte (Endrosis sarcitrella) zeigt aufgrund ihrer stark synanthropen Lebensweise eine ganzjährige Aktivität ohne ausgeprägte Diapause im Freiland. Da die Art vorwiegend in beheizten Gebäuden, Lagerräumen und Vorratskammern vorkommt, verläuft ihre Entwicklung kontinuierlich über das gesamte Jahr hinweg. Aus diesem Grund können adulte Falter und Larven in geeigneten Habitaten zu jeder Jahreszeit angetroffen werden. Eine feste Bindung an bestimmte Generationenfolgen oder streng saisonale Flugperioden existiert in geschlossenen Räumen daher nicht. Die Falter sind nachtaktiv und werden häufig von künstlichen Lichtquellen angezogen, weshalb sie regelmäßig an entsprechenden Fallen nachgewiesen werden können.1 Ergänzende Auswertungen zum Informationsinteresse verzeichnen leichte Ausschläge in den Herbstmonaten, insbesondere im Oktober, was auf ein verstärktes Auftreten oder vermehrte Sichtungen in Innenräumen hindeutet. Belastbare quantitative Daten zur Temperaturabhängigkeit der Entwicklung oder spezifischen Schwellenwerten für die Aktivität liegen aus der wissenschaftlichen Literatur jedoch nicht vor.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Endrosis sarcitrella gilt als synanthroper Material- und Vorratsschädling, der weltweit in Gebäuden und Lagerstätten auftritt. Die Art wird primär als Schädling eingestuft, da die Larven an einer Vielzahl trockener organischer Materialien fressen. Zu den dokumentierten Schadobjekten zählen Getreide, Mehl, Kleie, getrocknete Früchte, Kartoffeln sowie tierische Substanzen wie Wolle, alte Textilien und Insektenpräparate. Auch in Vogelnestern und in morschem Holz ist die Art zu finden. Da Larven sich ein Versteck aus Seide spinnen und substratzerstörend wirken, entsteht wirtschaftlicher Schaden an gelagerten Gütern.1 Belastbare Daten zu spezifischen medizinischen Risiken oder Allergieauslösungen durch Endrosis sarcitrella fehlen in der aktuellen Fachliteratur. Früherkennungsmerkmale umfassen das Auffinden der Raupen, ihrer Seidengespinste sowie von Fraßschäden an Vorräten und Textilien. Da adulte Falter vom Licht angezogen werden, kann das vermehrte Auftreten an Lichtquellen auf einen Befall hinweisen. Präventive Maßnahmen basieren auf der Vermeidung von Feuchtigkeit und der sauberen Lagerung von Getreide und trockenen Nahrungsmitteln in dichten Behältern, um den Zugang für die detritivoren Larven zu verwehren. Spezifische monitorings-, bekämpfungs- oder chemische Maßnahmen sind in den zugrundeliegenden Primärquellen nicht detailliert quantifiziert, weshalb hierzu auf standardisierte integrierte Schädlingsbekämpfungsverfahren verwiesen wird.1 Gesetzliche Meldepflichten oder Quarantänebestimmungen für Endrosis sarcitrella sind nach Datenlage nicht bekannt.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. en.wikipedia.org/wiki/White-shouldered_house_moth
  2. gbif.org/species/1837172