Nagetiere zeichnen sich durch einen kompakten, zylindrischen Körperbau aus, der typischerweise kurze Gliedmaßen im Verhältnis zur Körpergröße aufweist.1 Die Körpermasse variiert innerhalb der Ordnung extrem und reicht von der winzigen Salpingotulus michaelis mit etwa 3 Gramm bis zum Hydrochoerus hydrochaeris (Capybara), das über 70 Kilogramm wiegen kann. Das definierende Merkmal ist das spezialisierte Gebiss mit einem einzigen Paar wurzelloser, dauerwachsender Schneidezähne (Inzisiven) in jedem Kiefer. Diese Zähne besitzen nur an der Vorderseite Zahnschmelz, wodurch beim Nagen durch den Abrieb des weicheren Dentins auf der Rückseite eine selbstschärfende, meißelartige Kante entsteht.2 Zwischen den Schneidezähnen und den Molaren befindet sich eine charakteristische Zahnlücke, das Diastema, während Eckzähne vollständig fehlen. Der Kopf trägt prominente Vibrissen (Schnurrhaare), die als Tastsinnorgane für die Orientierung in dunklen Umgebungen dienen.1 Die Augen sind oft an dämmerungs- oder nachtaktive Lebensweisen angepasst, wobei die Sehschärfe im Vergleich zum Geruchssinn meist geringer ausgeprägt ist. Das Integument besteht in der Regel aus groben Grannenhaaren über einer dichten Unterwolle, kann jedoch bei Stachelschweinen (Erethizon spp.) zu scharfen Stacheln modifiziert sein.1 Die Gliedmaßen zeigen starke Anpassungen an den Lebensraum: Grabende Arten wie Taschenratten besitzen vergrößerte Vorderbeine mit robusten Krallen.2 Baumbewohnende Hörnchen verfügen über flexible Gelenke und reversible Hinterfüße, während Gleithörnchen Flughäute (Patagia) zwischen den Extremitäten ausgebildet haben.21 Aquatische Vertreter wie Biber weisen Schwimmhäute an den Hinterfüßen sowie ein für die Wasserabdichtung geöltes Fell auf.1 Der Schwanz dient oft der Balance und Thermoregulation, wobei nackte Schwänze wie bei Ratten durch spezialisierte Blutgefäßsysteme Wärme abgeben können.5 Hinsichtlich der Entwicklung der Jungtiere lassen sich zwei Grundtypen unterscheiden: Altriciale Nachkommen (z. B. bei Mäusen) werden nackt und blind geboren. Im Gegensatz dazu kommen precociale Jungtiere, wie bei Meerschweinchen, bereits weit entwickelt mit Fell und offenen Augen zur Welt.2 Zur Abgrenzung von ähnlichen Taxa dient primär die einzigartige Gebissstruktur, die sie von Insektenfressern und Hasenartigen unterscheidet.1