Lexikon-Eintrag

Morgenammer Zonotrichia capensis

Morgenammer (Zonotrichia capensis), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Akzeptierter Name
Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Chordatiere (Chordata)
Klasse
Vögel (Aves)
Ordnung
Passeriformes
Familie
Passerellidae
Gattung
Zonotrichia
Art
Zonotrichia capensis

Wissenschaftlicher Name Zonotrichia capensis (P.L.S.Müller, 1776)

Überblick

Einleitung

Die Morgenammer (Zonotrichia capensis) ist eine Vogelart aus der Familie der Neuweltammern (Passerellidae). Im Deutschen wird sie auch Rostscheitelammer oder Braunnackenammer genannt. Die Art kommt in großen Teilen Südamerikas vor.1

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Morgenammer (Zonotrichia capensis) erreicht eine Körperlänge von 15 bis 18 Zentimetern von der Schnabelspitze bis zum Ende der Schwanzfedern und wiegt etwa 18 Gramm. Adulte Morgenammern weisen einen schwarzen Scheitel mit einem schmalen, grauen Mittelstreifen auf. Die Federn am Oberkopf bilden häufig eine kleine Haube. Diese Haubenfedern sind etwa 9 Millimeter lang und bei Männchen und Weibchen gleich. Die Iris ist rotbraun, die Beine sind fleischfarben. Schnabel und Beine sind im Verhältnis zum restlichen Körper relativ groß. Die durchschnittliche Schnabellänge beträgt etwa 13,2 Millimeter. Die Morgenammern arider Gegenden sind im Allgemeinen heller als jene, die in humiden Gebieten leben. Der Augenstreif ist schwarz, der Ohrfleck ist schwarz mit einem großen grauen Fleck in der Mitte. Alle Unterarten der Morgenammer haben ein fuchsrotes Halsband. Die Oberseite ist warm olivbraun mit kräftigen schwarzen Streifen an Rücken und Schultern. Die Unterseite ist brauner und geht in Grau über. Der Schwanz ist schwarzbraun, bei südlichen Populationen leicht grau getönt. Kehle und vordere Halsseiten sind weiß, die Brust zeigt ein schmales schwarzes, in der Mitte unterbrochenes Band. Auf beiden Seiten der Brust liegen große, fuchsrote Flecken, die Unterseite ist verwaschen weißlich. Die Flügel sind schwarzbraun, ihre Form und Größe variiert zwischen rundlichen, kurzen und langen, spitzen Flügeln. Südliche Populationen haben im Allgemeinen größere Flügel als nördlichere. Am Bogen oder Rand der Flügel sind fast immer gelbe Streifen zu finden.4

Porträt

Beschreibung

Die Morgenammer, wissenschaftlich als Zonotrichia capensis bekannt, ist eine Vogelart aus der Familie der Neuweltammern (Passerellidae). Sie ist auch unter den Namen Rostscheitelammer oder Braunnacken-Ammer bekannt. Diese Art zeichnet sich durch ihre Anpassungsfähigkeit an verschiedene Umgebungen aus, was zu einer bemerkenswerten Vielfalt an Unterarten geführt hat. Die Morgenammer ist bekannt für ihr melodisches und variables Gesangsmuster, das je nach Region und individuellem Dialekt variieren kann. Sie kommt in weiten Teilen Südamerikas vor, mit Ausnahme des Orinoco- und Amazonasdeltas. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Anden in Höhenlagen von 1.000 bis 3.700 Metern bis hin zu Küstenregionen. Die Morgenammer ist ein opportunistischer Allesfresser, dessen Ernährung hauptsächlich aus Samen, Gräsern, Kräutern und Insekten besteht. Die Zusammensetzung ihrer Nahrung variiert je nach Jahreszeit und regionaler Verfügbarkeit. In Zeiten des Insektenreichtums nehmen sie eine proteinreiche Ernährung zu sich, während sie in anderen Perioden auf pflanzliche Nahrung umsteigen. Die Fortpflanzung der Morgenammer erfolgt in monogamen Brutzeitpartnerschaften. Tropische Unterarten können zu jeder Jahreszeit brüten, wobei die Brutgipfel mit den Sonnenwenden zusammenfallen. Das Nest wird am Boden oder in Bodennähe in Geröll, Büschen oder niedrigen Bäumen errichtet. Das Gelege besteht typischerweise aus drei bis vier Eiern mit einer blass grünlichblauen Grundfarbe und intensiven braunen Flecken. Glanzkuhstärlinge (Molothrus bonariensis) sind interspezifische Brutparasiten der Morgenammern. Die Morgenammer zeigt bemerkenswerte Unterschiede in Bezug auf Stressantwort, Sexualdimorphismus und saisonale Veränderungen im Vergleich zu nordamerikanischen Arten. Der Corticosteronspiegel variiert saisonal und ist während der Brutzeit höher als während der Mauser. Im Gegensatz zu Arten in gemäßigten Klimazonen gibt es keine Geschlechtsunterschiede in der Corticosteronsekretion. Saisonale Unterschiede scheinen im Gegensatz zu anderen Arten unabhängig von der Photoperiode zu sein. In Chile wurde interspezifische Variabilität in Bezug auf Energieproduktion und Wassergehalt des Körpers festgestellt. Feuchtere Populationen zeigen eine höhere basale Stoffwechselrate als Populationen in semiariden Gebieten. Morphologische Unterschiede in der Nasenpassage spielen eine Rolle bei der Reduzierung der Verdunstung in semiariden Populationen.4

Systematik

Name & Einordnung

Die Morgenammer, wissenschaftlich als Zonotrichia capensis bezeichnet, wurde erstmals 1776 von Philipp Ludwig Statius Müller beschrieben, der sie fälschlicherweise dem Kap der Guten Hoffnung zuordnete und ihr den Namen Fringilla capensis gab. William Swainson führte 1832 die Gattung Zonotrichia für die Weißkehlammer (Zonotrichia albicollis) ein und assoziierte auch die Abendammer (Pooecetes gramineus) und die Dachsammer (Zonotrichia leucophrys) mit dieser neuen Gattung.2 Der Gattungsname Zonotrichia leitet sich von den griechischen Wörtern 'ζωνη' (zōnē) für Band und 'θριξ, τριχος' (thrix, trikhos) für Haar ab.3 Der Artname capensis bezieht sich auf das irrtümlich angenommene Verbreitungsgebiet am Kap der Guten Hoffnung.2 Im Deutschen ist die Art auch unter den Namen Rostscheitelammer oder Braunnacken-Ammer bekannt. Viele der Namen für Unterarten beziehen sich auf das Verbreitungs- oder Sammelgebiet, wie antillarum für die Antillen2, antofagastae für Antofagasta4, arenalensis für die Mine Campo Arenal in der Provinz Catamarca5, carabayae für die Sierra de Cabaraya4, chilensis für Chile23, costaricensis für Costa Rica2, huancabambae für den Río Huancabamba4, illescasensis für den Cerro Illescas in der Region Piura4, peruviensis für Peru1, pulacayensis für Pulacayo1, roraimae für den Roraima-Tepui4, argentina für Argentinien1, tocantinsi für den Rio Tocantins4 und venezuelae für Venezuela.4 Bonnetiana ist Charles Bonnet (1720–1793) gewidmet, da es sich von der Pflanzengattung Bonnetia ableitet2, macconnelli Frederick Vavasour McConnell (1868–1914)1, markli Walter Otto Markl (1926–1966)1, novaesi Fernando da Costa Novaes (1927–2004), perezchinchillorum den Brüdern Luis Antonio Pérez Chinchilla (1947–1999) und Gilberto José Pérez Chinchilla (1950–1998) und sanborni Colin Campbell Sanborn (1897–1962).1 Australis hat seinen Ursprung in lateinisch 'australis, auster, austri, südlich, Süden'3, septemtrionalis in lateinisch 'septemtrionalis, septemtrio, nördlich, Norden'3, matutina in lateinisch 'matutinus, mane, früh am Morgen, früher Morgen'3, insularis in lateinisch 'insula, insulae, Insel'3, melleus in lateinisch 'mel, mellis, Honig'3 und orestera in »oresteros, oros, oreos ορεστερος, ορος, ορεος« für »Bergbewohner, Berg«. Schließlich sind choraules Wortgebilde aus »khoros χορος« für »Chor« und »aulos αυλος« für »Flöte«3, hypoleuca »hypo ὑπο« für »unten« und »leukos λευκος« für »weiß«3, inaccessibilis aus lateinisch 'in-, nicht' und lateinisch 'accessibilis, accedere, erreichbar, nähern'3 und subtorquata aus lateinisch 'sub, unter' und lateinisch 'torquatus, torquis, torquere, mit Halskette, kragig, Halskette, Kragen, umschlingen'.3

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Zonotrichia capensis leben in einer monogamen Brutzeitpartnerschaft. Frische Gelege der tropischen Unterarten können zu jeder Jahreszeit gefunden werden, wobei die Brutgipfel in den Zeiten der zwei Sonnenwenden liegen. Die beiden jährlichen Trockenzeiten rufen bei den Weibchen meist den Beginn der Mauser hervor und beenden die Legezeit. Dagegen haben die Männchen jährlich zwei viermonatige Fortpflanzungszeiten, denen jeweils eine zweimonatige Vollmauser folgt. Die Jungvögel werden gewöhnlich im Alter von fünf bis acht Monaten geschlechtsreif. Das Nest befindet sich am Boden oder nicht weiter als 60 Zentimeter vom Boden entfernt in Geröll, Büschen oder sehr niedrigen Bäumen. Es ist eine kompakte Schale aus Grashalmen, die im Inneren mit feinen Gräsern oder Haaren ausgepolstert ist. Das Gelege besteht aus drei bis vier auf blass grünlichblaun Grund intensiv braun gefleckten Eiern. Bei den in semiariden Gebieten lebenden Populationen der Morgenammer ist die Produktivität niedriger als bei denen, die in Regenwäldern leben. Die tropischen Unterarten der Morgenammer brüten in jedem Monat des Jahres, aber hauptsächlich zu den Zeiten der zwei Sonnenwenden. Die beiden jährlichen Trockenzeiten rufen bei den Weibchen meist den Beginn der Mauser hervor und beenden die Legezeit. Dagegen haben die Männchen jährlich zwei viermonatige Fortpflanzungszeiten, denen jeweils eine zweimonatige Vollmauser folgt. Die Jungvögel werden gewöhnlich im Alter von fünf bis acht Monaten geschlechtsreif. Die Art ist omnivor; sie ernährt sich vor allem von Samen, Gräsern und Kräutern, aber auch von heruntergefallenen Getreidekörnern sowie von Insekten. Die Nahrungszusammensetzung ist von der jahreszeitlich und regional bedingten Verfügbarkeit der verschiedenen Nahrungskomponenten abhängig. Sie haben dementsprechend eine proteinreiche Nahrungsperiode, in der viele Insekten gefressen werden, und eine proteinarme Periode mit viel pflanzlicher Nahrung. Während der Zeit proteinreicher Ernährung sind die Nieren vergrößert (Hypertrophie).4

Lebensweise

Verhalten

In einer Studie wurde festgestellt, dass Morgenammern (Zonotrichia capensis) in städtischen Gebieten ein niedrigeres Körpergewicht, eine höhere Blutzuckerkonzentration und weniger Lymphozyten aufweisen als Artgenossen außerhalb von Städten.1 Die Art weist große Unterschiede in Bezug auf Stressantwort und Sexualdimorphismus auf. Der Corticosteronspiegel wird saisonal moduliert und ist in der Brutzeit höher als in der Zeit der Mauser. Im Gegensatz zu Arten der gemäßigten Klimazonen gibt es keine Geschlechtsunterschiede in der Sekretion von Corticosteron.4 Saisonale Unterschiede scheinen bei Z. capensis im Gegensatz zu anderen Arten unabhängig von der Photoperiode zu sein.4

Lebensweise

Ökologie

In der zentralen Montewüste von Argentinien bildet die Morgenammer (Zonotrichia capensis) mit der Braunsteißdiuca (Diuca diuca) eine Gilde, wobei beide Arten unter den gegebenen Bedingungen hauptsächlich Boden- und Blattnutzer sind. Es konnte keine bemerkenswerte saisonale Veränderung ihrer Nahrungssubstrate festgestellt werden, und die Gilde bevorzugte sowohl während als auch außerhalb der Brutsaison die unteren Bereiche der Vegetation.8 Bei in Chile lebenden Morgenammern wurde eine interspezifische Variabilität in Bezug auf ihre Energieproduktion und den Wassergehalt ihres Körpers festgestellt. Die in feuchteren Gebieten lebende Population zeigt eine höhere basale metabolische Rate als die in nördlicheren, semiariden Gebieten lebende Population. Morphologisch unterschiedliche Eigenschaften der Nasenpassage spielen eine Rolle bei der Verminderung der Evaporation bei der in semiariden Gebieten lebenden Population.9

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Morgenammer (Zonotrichia capensis) ist die einzige Art der Gattung Zonotrichia, die in Südamerika verbreitet ist. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den gesamten Kontinent, mit Ausnahme des Orinoco- und Amazonasdeltas. Sie kommt in den Anden in Höhenlagen von 1.000 bis 3.700 Metern vor. In Chile findet man sie sowohl in wüstenartigen Gebieten als auch im gemäßigten Regenwald, von 0 bis 3600 Metern Höhe. Die Art bewohnt verschiedene Habitate, darunter urbanisierte Gebiete, Wüsten, Chaparral, Waldränder und alpine Wiesen.7 Es gibt 27 Unterarten von Z. capensis, die unterschiedliche Zugmuster aufweisen, darunter Lang- und Höhenzugvögel sowie ansässige Unterarten. Die Morgenammer bevorzugt während und außerhalb der Brutsaison die unteren Bereiche der Vegetation.7

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Zuletzt am 06.03.2026
Municipio Copacabana vor 239 Tagen
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die tropischen Unterarten der Morgenammer (Zonotrichia capensis) können zu jeder Jahreszeit frische Gelege bilden, wobei die Brutgipfel in den Zeiten der zwei Sonnenwenden liegen. Die beiden jährlichen Trockenzeiten rufen bei den Weibchen meist den Beginn der Mauser hervor und beenden die Legezeit. Im Gegensatz dazu haben die Männchen jährlich zwei viermonatige Fortpflanzungszeiten, denen jeweils eine zweimonatige Vollmauser folgt. Die Jungvögel werden gewöhnlich im Alter von fünf bis acht Monaten geschlechtsreif.4 Das öffentliche Interesse an der Morgenammer erreicht in Deutschland im Juli seinen Höhepunkt, während es im Januar und Februar am geringsten ist.6

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Es liegen keine Informationen vor, die eine Bedeutung der Morgenammer (Zonotrichia capensis) als Schädling, Lästling oder Nützling belegen. Daher kann keine Aussage über Schadpotenzial, typische Schadbilder oder medizinische Relevanz getroffen werden. Ebenso fehlen Informationen zu Befallsanzeichen, Früherkennung, Präventionsmaßnahmen, Monitoring-Methoden oder Bekämpfungsmaßnahmen. Da keine Hinweise auf eine schädliche oder lästige Rolle der Art vorliegen, sind auch keine rechtlichen Aspekte im Sinne von Quarantäne- oder Meldepflichten bekannt.

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Es liegen keine Informationen über die wirtschaftliche Bedeutung der Morgenammer (Zonotrichia capensis) in Bezug auf Schäden oder Nutzen vor. Daher kann keine Aussage über die wirtschaftliche Bedeutung getroffen werden.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. gbif.org/species/5231103
  2. biodiversitylibrary.org/page/28741481
  3. birdsoftheworld.org/bow/species/rucspa/cur/introduction
  4. amnh.org/digital/handle/1007/22664
  5. uba.ar/wp-content/uploads/2021/03/04-NORES.pdf
  6. Zeitreihen-Analyse: Suchinteresse (aggregiert)
  7. PDF: morgenammer
  8. J. L. de Casenave, V. R. Cueto, L. Marone: Seasonal dynamics of guild structure in bird assemblage of the central Monte desert. In: Basic and Applied Ecology. Band 9, 2008, S. 78–90 (bio.puc.cl [PDF; 342 kB] Volltext).
  9. P. Sabat, G. Cavieres, C. Vesolo, M. Canals: Water and energy economy of an omnivorous bird: Population differences in the Rufous-collared Sparrow (Zonotrichia capensis). In: Comparative Biochemistry and Physiology. Band 144, Nr. 4, 2006, S. 485-490, PMID 16750645