Lexikon-Eintrag

Weiße Fliegen Aleyrodidae

Weiße Fliegen (Aleyrodidae), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Akzeptierter Name
Reich
Tiere (Animalia)
Stamm
Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse
Insekten (Insecta)
Ordnung
Schnabelkerfe (Hemiptera)
Familie
Aleyrodidae

Überblick

Einleitung

Die Mottenschildläuse (Aleyrodidae) bilden die einzige Familie der Überfamilie Aleyrodoidea innerhalb der Pflanzenläuse (Sternorrhyncha). Weltweit sind etwa 1500 Arten bekannt, deren Körperlänge meist zwischen 1 und 2 mm liegt. Alle Arten ernähren sich phytophag von Pflanzensaft, weshalb zahlreiche Vertreter als bedeutende Schädlinge in der Landwirtschaft und im Gartenbau auftreten.1

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Die größten bekannten Arten aus dem tropischen Amerika erreichen eine Körperlänge von etwas mehr als 10 Millimeter.
  • Die Grundfarbe des Körpers ist gelblich, bräunlich oder rot, wobei der mehlartige Wachsstaub durch ventrale Hinterleibsdrüsen ausgeschieden wird.
  • Im Vorderflügel ist neben der Randader in der Flügelmitte nur eine auffallende Längsader ausgebildet, die bei den Aleyrodinae gerade und bei den Aleyrodicinae gegabelt ist.
  • Am Kopf befinden sich neben den Komplexaugen zwei dicht benachbarte Einzelaugen (Ocellen).
  • Das viersegmentige Labium kann durch kräftige Muskulatur teleskopartig aus- und eingefahren werden, was das Herausziehen der Stechborsten aus der Wirtspflanze unterstützt.
  • Die Tarsen sind zweisegmentig und tragen am Ende eine unpaare, kissenartige Struktur namens Paronychium, die als umgebildetes Arolium dem Festhalten auf glatten Oberflächen dient.
  • Die drüsigen Platten an der Bauchseite des Hinterleibs zur Wachsabscheidung variieren je nach Unterfamilie: Bei den Aleyrodinae besitzen Männchen vier und Weibchen zwei Platten, während es bei den Aleyrodicinae drei beziehungsweise vier sind.2

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Familie Aleyrodidae umfasst kleine, schwach sklerotisierte Insekten, deren Körperlänge meist zwischen 1,0 und 2,0 mm beträgt. Der Körper und die transparenten Flügel der Imagines sind stets mit einem mehlartigen Wachsstaub bedeckt, weshalb sie rein weiß erscheinen. Der orthognathe Kopf trägt große Komplexaugen, die bei fast allen Arten in einen oberen und einen unteren Abschnitt geteilt oder stark eingeschnürt sind. Die Antennen sind kurz, einfach gebaut und bestehen in der Regel aus sieben Segmenten. Am Rumpf sind die Beine stabförmig mit verlängerten Hüften ausgebildet, wobei die Tarsen zweisegmentig sind und ein kissenartiges Paronychium tragen. Die Hinterbeine sind leicht verstärkt, besitzen Sprungvermögen und weisen auffallende Borstenkämme zur Wachsverteilung auf. Im Vorderflügel ist neben der Randader in der Flügelmitte lediglich eine auffallende Längsader ausgebildet, die bei den Aleyrodinae gerade und bei den Aleyrodicinae gegabelt ist. Der Hinterleib ist an seiner Basis eingeschnürt, wodurch er eine hohe Beweglichkeit aufweist. Die Eier sind gestielt, dienen der Wasseraufnahme und werden vom Weibchen oft in Ringen auf der Blattunterseite abgelegt. Das erste Larvenstadium ist als mobiler „crawler“ ausgebildet, während die folgenden drei Larvenstadien unbeweglich auf der Blattunterseite fest sitzen. Im Gegensatz zu den wenig erforschten Imagines dient morphologisch das vierte Larvenstadium, das sogenannte Puparium, als primäre Grundlage für die Artbestimmung. Darauf befinden sich am After eine Grube mit Deckel (Operculum) und ein zungenförmiger Vorsprung (Ligula), deren artspezifische Form für die Differenzierung genutzt wird.1

Porträt

Beschreibung

Die Familie der Mottenschildläuse (Aleyrodidae) umfasst kleine, schwach sklerotisierte Insekten der Pflanzenläuse, deren Körperlänge meist zwischen 1 und 2 mm liegt. Im natürlichen Lebensraum fallen die Imagines durch ihren mehlartigen Wachsstaub auf, der den gesamten Körper und die glasklar durchsichtigen Flügel bedeckt und sie weiß erscheinen lässt. Für die wissenschaftliche Determination im Feld genügen diese äußeren Merkmale meist nicht, weshalb herkömmlich das vierte Larvenstadium als Puppe oder Puparium herangezogen wird. Anatomisch besitzen die Tiere einen orthognathen Kopf mit großen Komplexaugen, die bei fast allen Arten in einen oberen und einen unteren Abschnitt geteilt oder stark eingeschnürt sind. Diese spezialisierten Augen dienen der Orientierung am beleuchteten Himmel bei migrierenden Individuen oder an der grünen Vegetation bei der Wirtssuche. Zusätzlich tragen die Tiere zwei benachbarte Ocellen und meist siebensegmentige Antennen. Die stechend-saugenden Mundwerkzeuge zeichnen sich durch ein viersegmentiges Labium aus, das durch kräftige Muskulatur teleskopartig aus- und eingefahren werden kann. Diese Mechanik unterstützt das Herausziehen der Stechborsten aus der Wirtspflanze. Am Rumpf sind die Beine stabförmig ausgebildet und besitzen zweisegmentige Tarsen mit einem Paronychium, einer umgebildeten, kissenartigen Struktur zwischen den Krallen zur Haftung auf glatten Oberflächen. Die Hinterbeine sind mechanisch verstärkt und tragen auffallende Borstenkämme, die zur Verteilung des am Hinterleib abgeschiedenen Wachses über den Körper dienen. Der Hinterleib ist an seiner Basis eingeschnürt, stark beweglich und trägt auf der Bauchseite drüsige Platten zur Wachsabscheidung. Während Weibchen einen Legebohrer besitzen, weist das männliche Begattungsorgan einen Aedeagus sowie zwei Greiforgane auf. Der Lebenszyklus beginnt mit gestielten Eiern, die der Wasseraufnahme dienen und von den Weibchen oft in Ringen auf der Blattunterseite abgelegt werden. Daraus schlüpft das erste frei bewegliche Larvenstadium, der sogenannte „crawler“, welcher als Ausbreitungsstadium dient. Die folgenden drei Larvenstadien verbleiben unbeweglich auf der Blattunterseite und bilden bei vielen Arten eine dicke Wachsschicht aus. Zur Vermeidung von Verklebungen besitzen die Nymphen auf der Hinterleibsoberseite eine Grube mit einem Deckel und einen zungenförmigen Vorsprung namens Ligula, mit dem sie den Honigtau wegschleudern. Die Fortpflanzung erfolgt gewöhnlich sexuell über Arrhenotokie, eine Form der Haplodiploidie, bei der aus befruchteten Eiern Weibchen und aus unbefruchteten Männchen hervorgehen. Fossil sind Mottenschildläuse bereits seit der Kreidezeit nachgewiesen, wobei die Gruppe besonders im Libanon-Bernstein und burmesischen Bernstein artenreich vertreten ist. Im Vergleich dazu gehören die rezenten Arten zu den zwei Hauptunterfamilien Aleyrodinae und Aleyrodicinae, die sich unter anderem in der Struktur der Flügeladerung und der Anzahl drüsiger Platten am Hinterleib unterscheiden.1

Systematik

Name & Einordnung

Die Familie der Mottenschildläuse (Aleyrodidae) umfasst weltweit etwa 1500 Arten pflanzensaugender Insekten. Im deutschen Sprachraum sind für Vertreter dieser Gruppe neben dem Hauptnamen Mottenschildläuse auch die Trivialnamen Weiße Fliegen gebräuchlich, welche sich auf den mehlartigen Wachsstaub beziehen, der den gesamten Körper bedeckt. International werden die Tiere im Englischen als whiteflies und im Franzischen als aleurodes bezeichnet. Systematisch bilden die Aleyrodidae die einzige Familie innerhalb der Überfamilie der Aleyrodoidea, welche zu den Pflanzenläusen (Sternorrhyncha) gehört. Die rezenten Vertreter unterteilen sich in die beiden Unterfamilien Aleyrodinae und Aleyrodicinae. Eine ehemals für die aberrante Gattung Udamoselis geführte dritte Unterfamilie, Udamoselinae, wird nach neueren Untersuchungen nicht mehr aufrechtchterhalten, da diese Art nun den Aleyrodicinae zugerechnet wird. Fossil sind Mottenschildläuse bereits aus der Kreidezeit nachgewiesen, wobei die meisten ausgestorbenen Formen einer zusätzlichen Unterfamilie, Bernaeinae, zugeordnet werden. Belastbare Daten zur historischen Erstbeschreibung der Familie als Ganzes fehlen in den verfügbaren Quellen, jedoch sind zahlreiche Einzelarten wie Aleyrodes proletella (Linnaeus, 1758) klassisch beschrieben.1

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Die Fortpflanzung der Aleyrodidae erfolgt gewöhnlich sexuell, wobei die Geschlechtsbestimmung über Arrhenotokie als Haplodiploidie abläuft. Dabei gehen aus befruchteten Eiern stets Weibchen hervor, während unbefruchtete Eier sich zu Männchen entwickeln. Das Geschlechterverhältnis zwischen Weibchen und Männchen beträgt bei den meisten Arten etwa 1 zu 1. Die Eiablage erfolgt meist in Ringen auf der Unterseite von Blättern, wobei die Eier häufig mit Wachs umhüllt werden. Jedes Ei besitzt ein charakteristisches Stielchen, das der Wasseraufnahme dient. Aus den Eiern schlüpft das erste Larvenstadium, das als einziges frei beweglich ist und als Ausbreitungsstadium oder "crawler" dient. Die darauffolgenden drei Larvenstadien sind unbeweglich, sitzen fest auf der Blattunterseite und bilden oft eine dicke Wachsschicht aus. Auf der Oberseite des Hinterleibs besitzen diese Nymphen eine Grube mit einer Abdeckung, dem Operculum, sowie einen zungenförmigen Vorsprung namens Ligula. Mithilfe der Ligula wird abgeschiedener Honigtau aktiv weggeschleudert, um ein Verkleben des Tieres zu verhindern. Das vierte Larvenstadium bildet gegen Ende seiner Entwicklung sogenannte Puppen aus, in denen die Metamorphose zum ausgewachsenen Tier stattfindet. Dieses Stadium ist jedoch nicht homolog zur echten Puppe holometaboler Insekten. Als Grundlage für die Artbestimmung dient bei den Mottenschildläusen traditionell dieses vierte Larvenstadium, das auch als Puparium bezeichnet wird. Alle Entwicklungsstadien und die Imagines ernähren sich ausschließlich von Pflanzensaft. Belastbare, quantifizierte Daten zur exakten temperaturabhängigen Entwicklungsdauer oder zu spezifischen Mortalitätsfaktoren fehlen in der Literatur weitgehend.1

Lebensweise

Verhalten

Die Fortbewegung der Aleyrodidae umfasst sowohl aktive Flugphasen als auch ein begrenztes Sprungvermögen der Hinterbeine, welche zudem mit Borstenkämmen zur Wachsverteilung über den Körper ausgestattet sind. Bei der Orientierung nutzen die Tiere ihre geteilten Komplexaugen, deren obere und untere Abschnitte unterschiedliche spektrale Empfindlichkeiten aufweisen; dadurch können sie sich wahlweise am beleuchteten Himmel während der Migration oder an der grünen Vegetation bei der Wirtssuche orientieren. Das erste Larvenstadium ist als sogenannter „crawler“ frei beweglich und dient als aktives Ausbreitungsstadium. Die folgenden drei Larvenstadien sitzen dagegen unbeweglich auf der Blattunterseite fest. Zur Vermeidung der Verklebung durch eigenen Honigtau nutzen die Nymphen einen zungenförmigen Vorsprung (Ligula) am Hinterleib, mit dem sie den ausgeschiedenen Honigtau aktiv wegschleudern. Die Eiablage erfolgt durch die Weibchen meist in Ringen auf der Blattunterseite, wobei die Eier mit einem Stiel zur Wasseraufnahme und oft mit Wachs umhüllt werden. Die Fortpflanzung erfolgt gewöhnlich sexuell, wobei die Geschlechtsbestimmung über Arrhenotokie beziehungsweise Haplodiploidie stattfindet.1

Lebensweise

Ökologie

Alle Arten der Familie Aleyrodidae ernähren sich phytophag von Pflanzensaft, weshalb viele Vertreter als bedeutende Schädlinge in der Landwirtschaft und im Gartenbau auftreten. Die Eiablage erfolgt bevorzugt in Ringen auf der Unterseite von Blättern, wo die Eier durch ein Stielchen Wasser aufnehmen und oft zusätzlich mit Wachs umhüllt werden. Aus den Eiern schlüpft ein frei bewegliches erstes Larvenstadium, das als Ausbreitungsstadium dient, während die nachfolgenden drei Larvenstadien unbeweglich auf der Blattunterseite fest sitzen. Zur Vermeidung von Verklebungen durch den ausgeschiedenen Honigtau besitzen die sesshaften Nymphen eine spezielle Grube mit einem Deckel und einen zungenförmigen Vorsprung (Ligula), mit dem der Honigtau weggeschleudert wird. Die Fortpflanzung erfolgt gewöhnlich sexuell, wobei die Geschlechtsbestimmung über Arrhenotokie als Haplodiploidie stattfindet und aus unbefruchteten Eiern stets Männchen sowie aus befruchteten Eiern Weibchen hervorgehen.1

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Die Mottenschildläuse (Aleyrodidae) sind eine weltweit verbreitete Überfamilie der Pflanzenläuse, deren Artenreichtum in den Tropen und Subtropen am größten ist. Von den weltweit etwa 1500 bekannten Arten sind in Europa 56, in Mitteleuropa 17 und in Deutschland 14 Arten heimisch oder etabliert. Das natürliche Verbreitungsspektrum einzelner Unterfamilien reicht bis in tropische Regionen des amerikanischen Kontinents, von wo aus beispielsweise einige Arten stammen. Durch den weltweiten Handel und den globalen Pflanzenimport wurden zahlreiche Arten verschleppt. So wurde beispielsweise Paraleyrodes minei im Jahr 1990 aus Südamerika nach Europa eingeschleppt. Alle Arten der Aleyrodidae ernähren sich phytophag von Pflanzensaft, weshalb sie vor allem in geschützten Kulturräumen und in der warmen Jahreszeit auch im Freiland anzutreffen sind. Typische Habitate umfassen landwirtschaftliche Kulturen, Gärten sowie gärtnerische Anlagen, in denen Wirtspflanzen in hoher Dichte vorkommen. In gemäßigten Zonen wie Mitteleuropa finden sich viele Arten in Gewächshäusern oder geschützten Siedlungsbereichen, da sie frostempfindlich sind. Zu den prominenten Vertretern in Europa gehören Schadorganismen wie die Gewächshaus-Weiße Fliege (Trialeurodes vaporariorum) und die Eschen-Weiße Fliege (Siphoninus phillyreae). Die Eiablage erfolgt artspezifisch meist in Ringform auf der Unterseite von Wirtsblättern. Belastbare Daten zur genauen Vertikalverbreitung in Gebirgsstufen fehlen für die Gesamtfamilie weitgehend.1

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Hamburg, Deutschland

    02.04.2026

  • Germany

    30.03.2026

  • Deutschland

    24.03.2026

  • Germany

    21.03.2026

  • Deutschland

    09.03.2026

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
2
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silberkrift.community
Zuletzt am 15.09.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Die Aktivitätsdynamik der Aleyrodidae im Jahresverlauf wird maßgeblich durch die klimatischen Bedingungen und die Verfügbarkeit von Wirtspflanzen bestimmt. Belastbare, übergreifende Daten zur exakten Generationenfolge und den genauen Schwarmflugzeiten aller Arten fehlen in der primären Literatur, da artspezifische Muster stark variieren. Das öffentliche und praktische Interesse an diesen Insekten zeigt jedoch eine ausgeprägte Saisonalität mit deutlichen Maxima in den Sommermonaten Juni und Juli, während in den Wintermonaten Februar und Dezember das Aufkommen stark zurückgeht. Im Freiland sind Adulte und Larven vor allem während der warmen Jahreszeit aktiv, in der sie sich auf den Blattunterseiten von Wirtspflanzen aufhalten. In geschlossenen Kulturräumen wie Gewächshäusern kann die Aktivität aufgrund konstanter Temperaturen ganzjährig und über mehrere Generationen hinweg erfolgen. Das erste Larvenstadium fungiert dabei als mobiles Ausbreitungsstadium ("crawler"), während die nachfolgenden Larvenstadien sesshaft auf der Pflanze verbleiben. Überwinterungsstrategien und -stadien sind für viele der in Mitteleuropa vorkommenden Arten in der Literatur nicht systematisch verankert. Zudem liegen keine genauen wissenschaftlichen Belege zur tageszeitlichen Aktivität oder spezifischen Temperaturschwellen für den Flug vor.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Mottenschildläuse (Aleyrodidae) gelten aufgrund ihrer pflanzensaugenden Lebensweise weltweit als bedeutende Schädlinge in der Landwirtschaft und im Gartenbau. Alle Arten ernähren sich ausnahmslos von Pflanzensaft, wodurch sie bei starkem Befall Welkeerscheinungen, Wachstumsstörungen und im Extremfall das Absterben der Wirtspflanzen verursachen. Neben dem direkten Entzug von Assimilaten führt vor allem die massenhafte Ausscheidung von Honigtau zu Sekundärschäden, da auf den klebrigen Ausscheidungen Rußtaupilze wachsen und die Photosyntheseleistung der Blätter drastisch reduzieren. Belastbare quantitative Schadschwellen für spezifische Kulturen fehlen in der aktuellen Datenlage, jedoch ist das Schadpotenzial vor allem im Gewächshausbau ökonomisch relevant. Frühe Befallsanzeichen zeigen sich meist auf den Blattunterseiten, wo Eier oft in Ringen abgelegt und mit Wachs umhüllt werden. Die ersten frei beweglichen Larvenstadien sowie die unbeweglichen Nymphen und die mehlartig mit Wachsstaub bedeckten Imagines sind die primären Indikatoren für einen aktiven Befall. Spezifische Monitoringsysteme oder bauliche und chemische Bekämpfungsmaßnahmen werden in der zugrundeliegenden Literatur nicht im Detail quantifiziert, weshalb hierzu auf Basis der vorliegenden Quellen keine Aussagen getroffen werden können. Bisher sind in Mitteleuropa 17 Arten dokumentiert, von denen einige wie die Gewächshaus-Weiße Fliege (Trialeurodes vaporariorum) oder die Tabakmottenschildläuse (Bemisia tabaci) als etablierte Kulturschädlinge gelten.1

Praxiswissen

Wirtschaftliche Bedeutung

Alle Mottenschildläuse ernähren sich von Pflanzensaft, weshalb viele Arten als bedeutende Schädlinge in der Landwirtschaft und im Gartenbau eingestuft werden. Zu den betroffenen Kulturen zählen insbesondere Gewächshauskulturen sowie landwirtschaftliche Nutzpflanzen wie Kohl und Tabak. Durch die Ernährungsweise und die Ausscheidung von Honigtau kommt es zu wirtschaftlichen Schäden durch Qualitätsminderungen und Ernteverluste. Belastbare finanzielle Bezifferungen der Bekämpfungskosten oder Gesamtschäden fehlen in den vorliegenden Daten jedoch.1

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. de.wikipedia.org/wiki/Mottenschildl%C3%A4use
  2. Literaturzusammenfassung: Aleyrodidae