Lexikon-Eintrag

Duftsteinrich Lobularia maritima

Duftsteinrich (Lobularia maritima), KI-Illustration

KI-generierte Illustration (keine Fotografie)

Klassifikation

Taxonomie

Reich
Pflanzen (Plantae)
Stamm
Tracheophyta
Klasse
Magnoliopsida
Ordnung
Brassicales
Familie
Brassicaceae
Gattung
Lobularia

Überblick

Einleitung

Der Duftsteinrich (Lobularia maritima), auch Strand-Silberkraut, Strandkresse oder Steinkraut genannt, ist eine niedrige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) 12. Die kleinen, honigartig duftenden Blüten erscheinen meist in Weiß, es gibt auch rosa, purpurne und violette Sorten 12. Die Art stammt aus dem westlichen Mittelmeerraum und wird weltweit als Zierpflanze kultiviert; sie verwildert gelegentlich und gilt in Mitteleuropa als Neophyt in Einbürgerung 1.

Auf einen Blick

Fakten (kompakt)

  • Wissenschaftlicher Name: Lobularia maritima (L.) Desv.
  • Familie: Kreuzblütengewächse (Brassicaceae)
  • Wuchshöhe: etwa 10–30 cm (selten bis 40 cm)
  • Blüten: klein, duftend, weiß (auch rosa, purpurn, violett)
  • Blütezeit: Juni bis Dezember (Mitteleuropa)
  • Herkunft: westlicher Mittelmeerraum
  • Standort: sonnig, trocken, kalkhaltig; Küsten, Gärten, Ruderalstellen
  • Verwendung: Zierpflanze, Bodendecker, Bienenfutterpflanze

Erkennen

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Pflanze ist einjährig bis ausdauernd, krautig und 10 bis 30, selten bis 40 Zentimeter hoch 1; englischsprachige Quellen nennen 5 bis 30 Zentimeter Höhe und 20 bis 30 Zentimeter Breite 2. Der grau-grünliche, niederliegende bis aufsteigende Stängel ist verzweigt und mit angedrückten, zweiarmigen Haaren besetzt 1. Die Blätter stehen wechselständig und sind schmal-lanzettlich bis linealisch, etwa 2,5 bis 4 Zentimeter lang, ganzrandig 1; englischsprachige Quellen nennen 1 bis 4 Zentimeter und eine recht dichte Behaarung 2.

Die Blüten sind relativ klein, aromatisch duftend, zwittrig und vierzählig. Die vier weißlichen, selten violetten Kronblätter sind 2 bis 3 Millimeter lang 1; nach englischsprachigen Angaben messen die Blüten etwa 5 Millimeter im Durchmesser 2. Die Blüten stehen zunächst in schirmtraubigen, später traubigen Blütenständen 1. Die Schötchen sind rundlich bis verkehrt-eiförmig und enthalten je Fruchtfach einen Samen 1. Die Chromosomenzahl beträgt meist 2n = 24 1.

Systematik

Namen & Einordnung (kurz)

Der wissenschaftliche Name Lobularia maritima (L.) Desv. ist in der GBIF-Taxonomie als akzeptiert geführt 3. Carl von Linné beschrieb die Art 1753 als Clypeola maritima; die Umstellung in die Gattung Lobularia erfolgte 1814 durch Nicaise Auguste Desvaux 1. Früher wurde sie als Alyssum maritimum geführt, daher der englische Name „sweet alyssum“ 2. Der Gattungsname bezieht sich auf die kleine Fruchtform („kleine Schote“), der Artname maritima auf den bevorzugten Lebensraum an der Küste 2. Je nach Autor werden zwei Unterarten unterschieden; die subsp. columbretensis kommt in Spanien und auf Ibiza vor 1.

Lebensweise

Biologie & Lebenszyklus

Als Zierpflanze hält sich der Duftsteinrich durch Selbstaussaat über viele Jahre am gleichen Standort 1. Die Blüten werden von Insekten bestäubt, angelockt vom honigartigen Duft: Bienen, Schwebfliegen, Wespen und Schmetterlinge besuchen sie 2. Die Samen werden durch den Wind verbreitet 2. Im Garten blüht die Pflanze üppiger, wenn verblühte Blüten abgeschnitten werden 2. Sie verträgt Hitze und Trockenheit gut und bevorzugt nach englischsprachigen Angaben Halbschatten; dunkler blühende Sorten gedeihen bei kühleren Temperaturen besser 2.

Verbreitung

Vorkommen & Lebensraum

Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt im westlichen Mittelmeerraum, unter anderem in Portugal, Spanien, Südfrankreich, Italien, auf den Balearen, Korsika, Sardinien und Malta sowie in Nordafrika; auch auf Makaronesien kommt sie vor 12. Eingeführt und vielfach eingebürgert ist sie in West-, Südost- und Mitteleuropa, Teilen Afrikas, Amerikas, Australien und Neuseeland 12.

Am natürlichen Standort wächst sie meist in Küstennähe an Sandstränden, auf verfestigten Dünen, in Kiefernwaldlichtungen und Macchien auf Sandboden, auf steinigen Wegböschungen und Kalkfelsen am Meer 1. Sie bevorzugt kalkhaltige, trockene Böden 12. In Mitteleuropa stammt sie meist aus Gärten und kommt dort vorwiegend in Ruderalfluren und entlang von Straßen vor 1.

In der OpenInsect-Community wurden bisher 9 Scans erfasst, der letzte am 20.10.2026.

Verbreitung

Vorkommen und Aktuelle Sichtungen in Deutschland

  • Mannheim, Baden-Württemberg, Deutschland

    10.04.2026

  • Köln

    10.04.2026

  • Eimsbüttel, Deutschland

    28.12.2025

  • Berlin, Berlin, Deutschland

    20.12.2025

  • Stern, 14 Potsdam Südost, Deutschland

    13.12.2025

Daten: iNaturalist

Sichtungen

Community-Analyse

OpenInsect
9
Sichtungen in den letzten 12 Monaten
Daten der silberkrift.community
Zuletzt am 20.10.2026
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Jahresverlauf

Saisonalität & Aktivität

Im Mittelmeerraum kann die Art das ganze Jahr über blühen; in Mitteleuropa liegt die Blütezeit zwischen Juni und Dezember 1. Nach englischsprachigen Angaben blüht sie während der gesamten Wachstumsperiode, in frostfreien Gebieten ganzjährig 2. Zur Anzucht wird ein Pflanztermin im zeitigen Frühjahr genannt 2.

Praxiswissen

Bedeutung, Schäden & Prävention

Der Duftsteinrich wird in Rabatten, Steingärten, Blumenkästen und Einfassungen als Bodendecker, Schnittblume und Bienenfutter- oder Duftpflanze verwendet 12. Es gibt Sorten mit weißen, rosa, purpurfarbenen und violetten Blüten und teils panaschierten Blättern 1. Als Neophyt in Einbürgerung tritt er in Mitteleuropa vor allem in Ruderalfluren und an Straßen auf 1; Schäden sind nicht beschrieben. Wer eine Ausbreitung verhindern möchte, kann verblühte Blütenstände vor der Samenreife entfernen.

Die Samen schmecken scharf und wurden früher als Heilmittel verwendet 1. Daraus lässt sich keine Anwendungsempfehlung ableiten; von Selbstbehandlung und von einem Verzehr wird hier abgeraten. Bei Beschwerden ist ärztlicher Rat einzuholen.

Nachweise

Quellen & Referenzen

  1. Wikipedia: Strand-Silberkraut. de.wikipedia.org/wiki/Strand-Silberkraut (abgerufen 30.10.2026)
  2. Wikipedia: Lobularia maritima. en.wikipedia.org/wiki/Lobularia_maritima (abgerufen 30.10.2026)
  3. GBIF Backbone Taxonomy: Lobularia maritima (L.) Desv.. gbif.org/species/5373358