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Gespinstmotte bekämpfen & loswerden

Weiße Schleier über Traubenkirsche, Pfaffenhütchen oder Obstbaum stammen meist von Gespinstmotten – hier findest du ein Raupenmittel mit Bacillus thuringiensis für Zierpflanzen und Kernobst. Ob du überhaupt eingreifen musst und wie du sie vom Eichenprozessionsspinner unterscheidest, zeigt dir die Schnellwahl unter den Produkten.

2 Produkte
Kauf-Ratgeber Gespinstmotte

Gespinstmotten: Was hinter den weißen Schleiern steckt

Wenn ganze Sträucher im Mai unter weißen Schleiern verschwinden, stecken meist Gespinstmotten dahinter. Der Anblick wirkt dramatisch, doch ihre Raupen haben keine Brennhaare, und Ziersträucher treiben nach dem Kahlfraß im Sommer wieder aus. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, vom Eichenprozessionsspinner unterscheidest und wann sich ein Eingreifen lohnt.

Schnellwahl: Was ist deine Situation?

Weiße Schleier an Traubenkirsche, Pfaffenhütchen, Weißdorn oder Schlehe

Gespinstmotte: meist abwarten

Unter den Gespinsten leben gelblich-graue Raupen mit schwarzen Punkten in großen Gruppen. Viele Arten sind auf eine Pflanzenart spezialisiert. Die Sträucher treiben nach dem Kahlfraß im Sommer wieder aus, und Regen wäscht die Gespinste nach und nach ab. Eine Bekämpfung ist an Ziersträuchern meist nicht nötig.

Gespinste an Apfel- oder Pflaumenbaum

Nester früh herausschneiden

An Obstbäumen kann Kahlfraß die Ernte schmälern. Schneide junge Nester samt Trieb heraus, solange sie klein sind, und entsorge sie über den Hausmüll. An Apfelbäumen (Kernobst) ist ein Mittel mit Bacillus thuringiensis gegen frei fressende Raupen zugelassen – es wirkt am besten bei jungen Raupen, bevor die Gespinste dicht sind. Für Pflaumen und Zwetschgen ist es nicht zugelassen.

Hecke oder Zierstrauch stark befallen

Ausschneiden oder abspritzen

Größere Gespinste kannst du mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen; die Raupen finden dann schwer zurück. Befallene Triebe schneidest du heraus. An Zierpflanzen im Freiland ist ein Mittel mit Bacillus thuringiensis zugelassen. Damit die Raupen den Wirkstoff fressen, muss er die Blätter erreichen – in dichten Gespinsten gelingt das kaum, setze es deshalb früh ein.

Nester an Eichen, Raupen mit langen Haaren

Achtung: Eichenprozessionsspinner

Gespinste am Stamm oder in Astgabeln von Eichen und Raupen, die hintereinander in einer Reihe wandern, deuten auf den Eichenprozessionsspinner hin. Seine Brennhaare können Haut, Augen und Atemwege reizen, auch noch in alten Nestern. Halte Abstand, entferne nichts selbst und melde den Fund deiner Gemeinde. Mehr im Lexikon-Steckbrief Eichenprozessionsspinner.

Gespinst am Apfelbaum und Wurm im Apfel

Zwei verschiedene Schädlinge

Die Apfel-Gespinstmotte frisst Blätter unter Gespinsten, der Wurm im Apfel ist dagegen die Raupe des Apfelwicklers, der keine Gespinstnester baut. Gegen ihn helfen andere Maßnahmen – mehr in der Kollektion Apfelwickler.

Vorbeugen fürs nächste Jahr

Im Winter Zweige kontrollieren

Die jungen Raupen überwintern unter einem kleinen, bräunlichen Schild an den Zweigen. Bei Obstbäumen kannst du stark besetzte Zweige beim Winterschnitt entfernen. Vögel wie Meisen und Spatzen fressen viele Raupen – Nistkästen und Hecken helfen ihnen.

Alle Methoden im Vergleich

Gespinstmotten sind auffällig, aber selten bedrohlich. In vielen Fällen reicht es, abzuwarten oder die Nester mechanisch zu entfernen.

MethodeSo wirkt esWann sinnvollDarauf achten
Abwarten Die Raupen verpuppen sich nach einigen Wochen, die Falter verlassen das Gehölz, und der Strauch treibt im Sommer neu aus. An Zier- und Wildsträuchern, die nicht schon geschwächt sind Junge oder geschwächte Pflanzen im Blick behalten. Gespinste werden mit der Zeit vom Regen abgewaschen.
Nester herausschneiden Das Gespinst wird mit den Raupen darin entfernt. Bei kleinem Befall und an Obstbäumen, möglichst früh im Mai Schnittgut in einem Beutel über den Hausmüll entsorgen, damit die Raupen nicht zurückwandern.
Abspritzen mit Wasser Ein kräftiger Wasserstrahl zerstört die Gespinste und spült die Raupen ab. Bei größeren Gespinsten an Sträuchern Wirkt nur vorübergehend, wenn viele Raupen zurückwandern. Junge Triebe nicht beschädigen.
Bacillus thuringiensis (Xentari) Die Raupen nehmen den Wirkstoff beim Fressen der behandelten Blätter auf, stellen den Fraß ein und sterben nach einigen Tagen. Laut Zulassung gegen frei fressende Schmetterlingsraupen an Zierpflanzen und Kernobst im Freiland Früh einsetzen, solange die Raupen jung und die Gespinste locker sind. Nicht für Steinobst wie Pflaume zugelassen. Bei trockenem Wetter anwenden.
Winterschnitt Die überwinternden Jungraupen sitzen unter kleinen Schilden an den Zweigen. Im Winter an Obstbäumen und einzelnen Sträuchern Nur dort sinnvoll, wo im Vorjahr starker Befall war.
Vögel und Gegenspieler fördern Vögel und Schlupfwespen dezimieren die Raupen. Ganzjährig, z. B. mit Nistkästen Senkt den Befall über die Jahre, verhindert ihn aber nicht vollständig.
Insektensprays für Haus und Wohnung Sollen die Raupen im Gespinst abtöten. Nicht geeignet An Pflanzen dürfen nur dafür zugelassene Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Haushaltssprays sind das nicht.

Entwicklung: Ein Jahr im Leben der Gespinstmotte

Gespinstmotten: Strauchzweig unter dichtem weißem Gespinst mit vielen gelblich-grauen, schwarz gepunkteten Raupen, senkrecht hängende Kokons im Gespinst und weißer Falter mit Reihen schwarzer Punkte
Gespinstmotten: Strauchzweig unter dichtem weißem Gespinst mit vielen gelblich-grauen, schwarz gepunkteten Raupen, senkrecht hängende Kokons im Gespinst und weißer Falter mit Reihen schwarzer Punkte

In Europa kommen mehrere Gespinstmotten-Arten vor, die sich in Lebensweise und Aussehen sehr ähneln. Jede Art bildet nur eine Generation im Jahr. Mehr im Lexikon-Steckbrief Gespinstmotten.

  • Falter im Sommer: Die kleinen Falter haben weiße Vorderflügel mit Reihen schwarzer Punkte und fliegen im Juni und Juli.
  • Eier unter einem Schild: Ab Juli legen die Weibchen ihre Eier in kleinen Häufchen an die Zweige und bedecken sie mit einem durchsichtigen Schild.
  • Überwinterung: Die jungen Raupen schlüpfen noch im Sommer, bleiben aber unter dem Schild und überwintern dort.
  • Raupen im Frühjahr: Ab dem Blattaustrieb verlassen sie den Schild, fressen anfangs im Blattinneren und spinnen dann gemeinsam die typischen Gespinste. Ausgewachsen sind sie etwa 2 cm lang.
  • Verpuppung im Gespinst: Nach rund sieben Wochen verpuppen sich die Raupen in senkrecht hängenden Kokons mitten im Gespinst. Zwei bis drei Wochen später schlüpfen die Falter.

Daraus folgt: Am wirksamsten ist ein Eingriff früh im Frühjahr, solange die Raupen jung und die Gespinste klein sind. Ist der Strauch erst einmal eingesponnen, ist der Fraß meist schon fast vorbei.

In 5 Schritten mit Gespinstmotten umgehen

  1. Schritt 1: Bestimmen

    Weiße Schleier an Sträuchern oder Obstbäumen, gelblich-graue Raupen mit schwarzen Punkten: Gespinstmotte. Nester an Eichen und lang behaarte Raupen: Abstand halten und die Gemeinde informieren.

  2. Schritt 2: Lage einschätzen

    An gesunden Ziersträuchern reicht meist Abwarten. An Obstbäumen, jungen oder geschwächten Pflanzen lohnt sich ein Eingriff.

  3. Schritt 3: Früh mechanisch handeln

    Junge Nester samt Trieb herausschneiden oder größere Gespinste mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.

  4. Schritt 4: Nur bei Bedarf ein zugelassenes Mittel

    An Zierpflanzen und Kernobst im Freiland ist ein Mittel mit Bacillus thuringiensis zugelassen. Setze es früh ein, solange die Raupen jung sind.

  5. Schritt 5: Für nächstes Jahr vorbeugen

    Beim Winterschnitt stark besetzte Zweige entfernen und Vögel mit Nistkästen fördern.

Merksätze

  • Gespinstmotten-Raupen haben keine Brennhaare.
  • Ziersträucher treiben nach dem Kahlfraß wieder aus – oft reicht Abwarten.
  • Je früher im Frühjahr, desto leichter lassen sich die Nester entfernen.
  • Nester an Eichen nie anfassen – das kann der Eichenprozessionsspinner sein.

Häufige Fragen zu Gespinstmotten

Woran erkenne ich Gespinstmotten?

Auffällig sind dichte, weiße Gespinste, die ab Mai Zweige, Blätter und manchmal ganze Sträucher überziehen. Darin leben gelblich-graue Raupen mit schwarzen Punkten und schwarzem Kopf in großen Gruppen. Sie fressen die Blätter bis auf die Rippen ab. Die Falter fliegen im Juni und Juli und haben weiße Vorderflügel mit Reihen schwarzer Punkte.

Sind Gespinstmotten giftig oder gefährlich für Menschen?

Nein. Die Raupen der Gespinstmotten haben keine Brennhaare und lösen keine Hautreizungen aus. Du kannst Gespinste deshalb ohne besondere Schutzausrüstung entfernen. Anders ist es beim Eichenprozessionsspinner, dessen Nester an Eichen hängen – diese nie selbst anfassen.

Wie unterscheide ich Gespinstmotte und Eichenprozessionsspinner?

Gespinstmotten überziehen ganze Zweige und Sträucher mit weißen, schleierartigen Gespinsten, meist an Traubenkirsche, Pfaffenhütchen, Weißdorn, Schlehe oder Obstbäumen. Der Eichenprozessionsspinner lebt nur an Eichen, seine Nester sitzen kompakt am Stamm oder in Astgabeln, und die lang behaarten Raupen wandern in Reihen. Bei Verdacht auf Eichenprozessionsspinner Abstand halten und die Gemeinde informieren.

Was tun gegen Gespinstmotten am Baum?

Bei kleinem Befall schneidest du die befallenen Triebe samt Gespinst heraus und entsorgst sie über den Hausmüll. Größere Gespinste lassen sich mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen. An Apfelbäumen und Zierpflanzen im Freiland ist ein Mittel mit Bacillus thuringiensis gegen frei fressende Raupen zugelassen – es wirkt am besten früh, solange die Raupen jung sind. Für Pflaumen und Zwetschgen ist es nicht zugelassen.

Schadet der Kahlfraß meinem Strauch?

Meist nicht dauerhaft. Gesunde Gehölze treiben nach dem Kahlfraß im Sommer erneut aus. Junge oder bereits geschwächte Pflanzen solltest du im Blick behalten. An Obstbäumen kann der Fraß die Ernte des Jahres schmälern.

Ist das Gespinst am Apfelbaum vom Apfelwickler?

Nein. Gespinstnester an Apfelbäumen stammen von der Apfel-Gespinstmotte. Der Apfelwickler baut keine Nester – seine Raupe frisst sich in die Frucht und verursacht den „Wurm im Apfel“. Was gegen ihn hilft, findest du in der Kollektion Apfelwickler.

Wann treten Gespinstmotten auf?

Die jungen Raupen überwintern unter einem kleinen Schild an den Zweigen und beginnen mit dem Blattaustrieb zu fressen. Die Gespinste sind im Mai und Juni am auffälligsten. Danach verpuppen sich die Raupen im Gespinst, die Falter fliegen im Juni und Juli und legen neue Eier ab. Pro Jahr gibt es eine Generation, der Befall schwankt von Jahr zu Jahr stark.

Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformation lesen.

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