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Pflaumenwickler

Madige Zwetschgen und Pflaumen gehen fast immer auf den Pflaumenwickler zurück – hier findest du Pheromonfallen und Lockstoff, mit denen du seinen Flug überwachst und Gegenmaßnahmen richtig planst. Was gegen die Raupen selbst hilft, zeigt dir die Schnellwahl unter den Produkten.

2 Produkte
Kauf-Ratgeber Pflaumenwickler

Pflaumenwickler bekämpfen: Was gegen madige Pflaumen hilft

Madige Zwetschgen, Pflaumen und Mirabellen gehen fast immer auf den Pflaumenwickler zurück: Seine Raupe frisst sich ins Fruchtfleisch rund um den Kern. In der Frucht ist sie nicht zu erreichen – wirksam ist deshalb die Kombination aus Fruchtkontrolle, Fanggürteln aus Wellpappe und Schlupfwespen. Die Pheromonfalle zeigt dir den richtigen Zeitpunkt. Hier findest du die Schnellwahl, alle Methoden im Vergleich und einen 5-Schritte-Plan.

Zum Pflaumenwickler-Ratgeber →

Schnellwahl: Was ist deine Situation?

Pflaumen färben sich früh blau, mit Harztropfen

Erst prüfen: Pflaumenwickler?

Typisch ist eine kleine Einbohrstelle, aus der oft ein klarer Gummitropfen austritt. Innen ist das Fruchtfleisch um den Kern ausgefressen und mit braunen Kotkrümeln gefüllt, manchmal findest du noch eine rosa bis rötliche Raupe mit braunem Kopf. Früh im Juni abfallende Früchte stammen von der ersten Generation – dieser Schaden ist meist gering. Die zweite Generation ab Juli richtet den größeren Schaden an, vor allem an mittelspäten und späten Sorten.

Wissen, wann die Falter fliegen

Pheromonfalle ab Anfang Mai

Häng die Falle Anfang Mai in 1,5 bis 2,5 m Höhe in den Baum, kontrolliere sie alle 2 bis 3 Tage und ersetze sie laut Packung nach etwa 2 Monaten, damit sie bis Ende August fängt. Die Fänge zeigen dir Flugbeginn und Flugverlauf – und damit den Zeitpunkt für Schlupfwespen und Fruchtkontrollen. Die Falle fängt nur Männchen und mindert den Befall allein nicht.

Jedes Jahr kontrollieren, mit wiederverwendbarer Falle

Trichterfalle mit Lockstoff-Dispenser

Die Universal-Trichterfalle lässt sich über mehrere Jahre verwenden. Bestücke sie mit dem Pflaumenwickler-Lockstoff, häng sie in die Nähe deiner Pflaumen- und Zwetschgenbäume und kontrolliere und leere sie regelmäßig. Auch hier gilt: Die Falle zeigt den Flug der Männchen, den Befall verhindert sie nicht.

Befallene Früchte am Baum und am Boden

Laufend abpflücken und aufsammeln

Pflück befallene Früchte ab und sammle Fallobst regelmäßig auf, bevor die Raupen sie verlassen. So entwickeln sich weniger Raupen zur nächsten Generation. Entsorge die Früchte über Biotonne oder Hausmüll.

Raupen vor dem Winter abfangen

Wellpappe-Fanggürtel ab August

Die Raupen der zweiten Generation suchen am Stamm ein Winterquartier. Leg im August einen breiten Streifen Wellpappe um den Stamm – die Raupen kriechen hinein. Nimm den Gürtel Ende September ab und entsorge ihn samt Raupen. Allein reicht der Gürtel nicht, er senkt aber den Befall im nächsten Jahr.

Eier gezielt bekämpfen

Trichogramma-Schlupfwespen

Winzige Schlupfwespen der Art Trichogramma cacoeciae legen ihre Eier in die Eier des Pflaumenwicklers. Sie werden in Kärtchen zu Beginn der Eiablage in den Baum gehängt – bei frühen Sorten etwa ab Ende Mai, bei späten ab Ende Juli, je nach Sorte ein- bis dreimal. Den Zeitpunkt zeigt dir die Pheromonfalle. Wir führen dafür derzeit keine Schlupfwespen.

Alle Methoden im Vergleich

In der Frucht ist die Raupe des Pflaumenwicklers nicht zu erreichen. Angreifbar ist er als Ei, als junge Raupe vor dem Einbohren und als Raupe, die die Frucht zum Überwintern verlässt.

MethodeSo wirkt esWann sinnvollDarauf achten
Befallene Früchte entfernen Die Raupen werden mit der Frucht entsorgt, bevor sie sich weiterentwickeln. Ab Juni laufend, besonders vor und während der zweiten Generation Abgefallene Früchte sind oft schon verlassen – lieber früh vom Baum pflücken. Entsorgung über Biotonne oder Hausmüll.
Pheromonfalle Ein Sexuallockstoff zieht männliche Falter an. Mai bis August: Flugbeginn und Flugverlauf erkennen Fängt nur Männchen und sagt nichts über die Befallsstärke aus. Ein starker Fang bedeutet nicht automatisch starken Befall.
Wellpappe-Fanggürtel Raupen, die ein Winterquartier suchen, kriechen in die Wellpappe am Stamm. August bis Ende September Ende September abnehmen und entsorgen. Senkt den Befall im nächsten Jahr, reicht allein aber nicht.
Trichogramma-Schlupfwespen Die Schlupfwespen parasitieren die Eier des Pflaumenwicklers. Zu Beginn der Eiablage, vor allem gegen die stärker schädigende zweite Generation Der Zeitpunkt entscheidet – nach dem Falterflug in der Pheromonfalle ausbringen. Wir führen sie derzeit nicht.
Stamm im Winter kontrollieren Die Raupen überwintern im Kokon unter Rindenschuppen, am Stammgrund oder im Boden. Im Winter bis zum Frühjahr Lose Borke vorsichtig abbürsten, ohne die Rinde zu verletzen. Holzstapel und Kisten in Baumnähe als Verstecke wegräumen.
Vögel fördern Meisen und andere Vögel fressen überwinternde Raupen. Ganzjährig, z. B. mit Nistkästen Senkt den Befallsdruck, ersetzt die anderen Maßnahmen aber nicht.
Leimring Ein Klebeband am Stamm fängt Insekten, die den Stamm hinaufkriechen. Gegen den Frostspanner im Herbst Gegen den Pflaumenwickler kaum sinnvoll: Die Falter fliegen in die Krone. Für die Raupen am Stamm ist der Wellpappe-Fanggürtel gedacht.
Spritzmittel Sollen die jungen Raupen vor dem Einbohren treffen. Im Haus- und Kleingarten nur mit dafür zugelassenen Mitteln Wir führen kein Spritzmittel gegen den Pflaumenwickler. Mittel, die nur für berufliche Anwender zugelassen sind, darfst du im Garten nicht verwenden.

Entwicklung: So kommt die Made in die Pflaume

Entwicklung des Pflaumenwicklers: kleiner graubrauner Falter auf einem Blatt, flaches durchscheinendes Ei auf einer grünen Pflaume, aufgeschnittene Pflaume mit rötlicher Raupe und Kot am Kern, früh blau verfärbte Pflaume mit Harztropfen und Kokon unter der Baumrinde
Entwicklung des Pflaumenwicklers: kleiner graubrauner Falter auf einem Blatt, flaches durchscheinendes Ei auf einer grünen Pflaume, aufgeschnittene Pflaume mit rötlicher Raupe und Kot am Kern, früh blau verfärbte Pflaume mit Harztropfen und Kokon unter der Baumrinde

Der Pflaumenwickler ist ein kleiner, unscheinbarer Falter. Seine Raupe – die „Pflaumenmade“ – lebt gut geschützt in der Frucht. Mehr im Lexikon-Steckbrief Pflaumenwickler.

  • Falter: Graubraun, Spannweite 12 bis 15 mm. Die erste Generation fliegt etwa von Ende April bis Juni, die zweite im Juli und August, vor allem in der Dämmerung.
  • Eier: Etwa 1 mm groß, flach und durchscheinend. Ein Weibchen legt bis zu 60 Eier einzeln an die Früchte. Nach etwa ein bis zwei Wochen schlüpfen die Raupen und bohren sich innerhalb weniger Stunden ein.
  • Raupe: Anfangs weißlich-gelb, später rosa bis rötlich mit braunem Kopf, ausgewachsen 10 bis 12 mm. Sie frisst das Fruchtfleisch um den Kern und füllt die Höhle mit Kot. Befallene Früchte färben sich früh blau, werden notreif und fallen oft ab.
  • Zwei Generationen: Die erste Generation dünnt den Fruchtbehang im Juni meist nur aus. Die zweite befällt die heranreifenden Früchte und richtet den größeren Schaden an.
  • Überwinterung: Die ausgewachsene Raupe überwintert in einem Kokon unter Rindenschuppen, am Stammgrund oder im Boden und verpuppt sich im Frühjahr.

Daraus folgt: Früchte früh entfernen, Fanggürtel im Spätsommer und Schlupfwespen zur Eiablage setzen genau dort an, wo der Pflaumenwickler verwundbar ist.

In 5 Schritten gegen den Pflaumenwickler

  1. Schritt 1: Anfang Mai die Falle aufhängen

    Häng eine Pheromonfalle in den Baum und kontrolliere sie regelmäßig. Die ersten Fänge zeigen dir, dass die Falter fliegen und bald Eier legen.

  2. Schritt 2: Ab Juni befallene Früchte entfernen

    Pflück früh blau verfärbte Früchte mit Einbohrloch ab und sammle Fallobst auf. Entsorge alles über Biotonne oder Hausmüll.

  3. Schritt 3: Zur zweiten Generation Schlupfwespen ausbringen

    Sobald die Falle im Juli wieder Falter fängt, beginnt die Eiablage der zweiten Generation – das ist der Zeitpunkt für Trichogramma-Schlupfwespen.

  4. Schritt 4: Im August den Fanggürtel anlegen

    Leg einen Wellpappe-Gürtel um den Stamm und nimm ihn Ende September samt Raupen ab.

  5. Schritt 5: Im Winter Verstecke kontrollieren

    Bürste lose Borke vorsichtig ab, räum Holz in Baumnähe weg und häng Nistkästen für Meisen auf.

Merksätze

  • Die „Pflaumenmade“ ist die Raupe des Pflaumenwicklers.
  • Die zweite Generation im Sommer richtet den größeren Schaden an.
  • Pheromonfallen zeigen den Flug – sie fangen nur Männchen und mindern den Befall allein nicht.
  • Am meisten bringt die Kombination aus Fruchtkontrolle, Fanggürtel und Schlupfwespen.
  • Leimringe helfen gegen den Frostspanner, nicht gegen den Pflaumenwickler.

Häufige Fragen zum Pflaumenwickler

Woran erkenne ich den Pflaumenwickler?

Befallene Pflaumen und Zwetschgen färben sich zu früh blau, oft tritt an einer kleinen Einbohrstelle ein klarer Gummitropfen aus. Innen findest du eine rosa bis rötliche Raupe mit braunem Kopf und braune Kotkrümel rund um den Kern. Viele dieser Früchte fallen vorzeitig vom Baum. Eine Pheromonfalle zeigt dir, ob die Falter in deinem Garten fliegen.

Wann fliegt der Pflaumenwickler?

Die erste Generation fliegt etwa ab Ende April oder Mai bis in den Juni, die zweite, meist schädlichere, im Juli und August. Das hängt stark von Witterung und Lage ab. Eine Pheromonfalle, die du Anfang Mai aufhängst, zeigt dir den tatsächlichen Flugbeginn in deinem Garten.

Wann hänge ich die Pflaumenwickler-Falle auf?

Anfang Mai, damit du den Flugbeginn der ersten Generation erfasst. Häng sie in 1,5 bis 2,5 m Höhe in den Baum, kontrolliere sie alle 2 bis 3 Tage und ersetze sie laut Packung nach etwa 2 Monaten, damit sie bis Ende August fängt. Bei der Trichterfalle tauschst du stattdessen den Lockstoff-Dispenser nach Packungsangabe.

Hilft ein Leimring gegen den Pflaumenwickler?

Kaum. Leimringe fangen Insekten, die den Stamm hinaufkriechen, etwa die flugunfähigen Weibchen des Frostspanners. Die Falter des Pflaumenwicklers fliegen dagegen direkt in die Krone. Für die Raupen, die am Stamm ein Winterquartier suchen, ist ein Fanggürtel aus Wellpappe die passende Methode.

Wann lege ich Wellpappe gegen den Pflaumenwickler an?

Im August, wenn die Raupen der zweiten Generation die Früchte verlassen und ein Winterquartier suchen. Wickle einen breiten Streifen Wellpappe um den Stamm und befestige ihn mit Draht oder Schnur. Nimm ihn Ende September ab und entsorge ihn samt den Raupen darin.

Gibt es ein Spritzmittel gegen den Pflaumenwickler?

Wir führen kein Spritzmittel gegen den Pflaumenwickler. Im Haus- und Kleingarten darfst du nur Mittel einsetzen, die genau dafür zugelassen sind – Mittel für berufliche Anwender aus dem Erwerbsobstbau sind dort nicht erlaubt. Bewährt haben sich im Garten Fruchtkontrolle, Wellpappe-Fanggürtel und Trichogramma-Schlupfwespen.

Kann man madige Pflaumen essen?

Ja, wenn die Frucht sonst in Ordnung ist: Schneide die Fraßstelle mit dem Kot großzügig heraus. Eine versehentlich mitgegessene Raupe ist unappetitlich, macht nach heutigem Wissen aber nicht krank. Faulige oder schimmelige Früchte gehören nicht auf den Teller.

Pflaumenwickler oder Apfelwickler – was ist der Unterschied?

Beides sind Wickler-Falter, deren Raupen in den Früchten fressen. Der Pflaumenwickler befällt vor allem Zwetschgen, Pflaumen und Mirabellen, gelegentlich auch Aprikosen oder Pfirsiche. Der Apfelwickler sitzt in Äpfeln und Birnen und braucht einen anderen Lockstoff. Mehr dazu in der Kollektion Apfelwickler.

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