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Hallimasch im Garten: erkennen und richtig handeln

Honiggelbe Pilzbüschel am Stammfuß und weißes Myzel unter der Rinde zeigen Hallimasch, der Wurzeln und Stammfuß geschwächter Gehölze befällt – ein Mittel dagegen gibt es nicht, aber du kannst Nachbarpflanzen schützen. Was in deinem Fall zu tun ist, zeigt dir die Schnellwahl.

Ratgeber Hallimasch

Hallimasch im Garten: erkennen und richtig handeln

Honiggelbe Pilzbüschel am Stammfuß im Herbst, ein weißer Pilzfächer unter der Rinde, schwarze Stränge im Boden: Das sind die Zeichen des Hallimaschs. Der Pilz lebt in Wurzeln und Stammfuß und lässt sich nicht mit einem Mittel bekämpfen. Hier erfährst du, wie du ihn erkennst, was du mit befallenen Gehölzen tust und wie du Nachbarpflanzen schützt.

Schnellwahl: Was ist deine Situation?

Honiggelbe Pilze in Büscheln am Stamm oder Baumstumpf

Hallimasch: Gehölz genau prüfen

Im Herbst wachsen am Stammfuß, auf Wurzeln oder alten Stubben dichte Büschel honiggelber bis brauner Pilze mit Ring am Stiel. Lösen sich am Stammgrund Rindenstücke und findest du darunter einen weißen, fächerförmigen Pilzbelag, ist das Gehölz befallen. Wachsen die Pilze nur auf einem alten Baumstumpf, zersetzt der Hallimasch dort das Holz – von dort kann er sich aber über den Boden auf Nachbargehölze ausbreiten.

Baum oder Strauch kümmert, Äste sterben ab

Wurzeln und Stammfuß kontrollieren

Werden Blätter klein und gelb, lichtet sich die Krone oder sterben Äste ab, schau am Stammgrund unter die Rinde. Weißes, fächerförmiges Myzel mit kräftigem Pilzgeruch spricht für Hallimasch. Ähnliche Symptome haben aber auch Trockenheit, Staunässe oder Wurzelschäden – lass im Zweifel einen Baumpflege-Fachbetrieb oder den Pflanzenschutzdienst draufschauen.

Großer Baum nahe Haus, Weg oder Spielplatz

Standsicherheit prüfen lassen

Hallimasch zersetzt Wurzeln und Stammfuß, das kann die Standsicherheit eines Baums gefährden. Lass große Bäume von einem Baumpflege-Fachbetrieb beurteilen, bevor Äste brechen oder der Baum umstürzt. Als Eigentümer bist du für die Verkehrssicherheit deiner Bäume verantwortlich.

Befallenes Gehölz ist abgestorben

Mit Wurzeln und Stubben entfernen

Nimm die Pflanze möglichst mit dem Wurzelstock und allen größeren Wurzeln heraus, denn im toten Holz lebt der Pilz weiter und wächst von dort zu Nachbarpflanzen. Pflanz an diese Stelle über mehrere Jahre keine anfälligen Gehölze oder tausch den Boden großzügig aus.

Fungizide oder Hausmittel?

Kein Mittel wirkt im Boden

Gegen Hallimasch gibt es für den Hausgarten kein zugelassenes Mittel. Fungizide gegen Mehltau oder Rost wirken auf Blättern, nicht an Wurzeln im Boden. Hilf deinen Gehölzen stattdessen mit einem passenden Standort, Wasser bei Trockenheit und ohne Verletzungen an Wurzeln und Stamm.

Alle Maßnahmen im Vergleich

Hallimasch lässt sich nicht wegspritzen. Wirksam ist, dem Pilz seine Nahrungsquellen zu nehmen und die übrigen Gehölze zu stärken.

MaßnahmeSo wirkt esWann sinnvollDarauf achten
Befallene Gehölze mit Wurzeln entfernen Entzieht dem Pilz die Nahrung, von der aus er sich im Boden ausbreitet. Sobald ein Gehölz abgestorben oder stark befallen ist Wurzelstock und größere Wurzeln mit herausnehmen; befallenes Holz nicht im Garten lagern oder als Mulch verwenden.
Alte Baumstümpfe beseitigen Stubben sind eine Nahrungsquelle, von der Hallimasch auf Nachbarpflanzen übergreift. Bei Stubben in der Nähe von Gehölzen Ausfräsen oder ausgraben; bei großen Stubben einen Fachbetrieb beauftragen.
Nicht sofort nachpflanzen Wurzelreste im Boden können neue Pflanzen infizieren. Nach dem Entfernen befallener Gehölze Mehrere Jahre warten oder den Boden großzügig austauschen und alle Wurzelreste entfernen.
Gehölze vital halten Hallimasch befällt vor allem geschwächte Gehölze; gut versorgte Pflanzen wehren ihn besser ab. Ganzjährig Bei Trockenheit gründlich wässern, Staunässe und Bodenverdichtung vermeiden, Wurzeln und Stammfuß nicht verletzen.
Baumkontrolle durch Fachleute Beurteilt Fäule an Wurzeln und Stammfuß und damit die Bruchsicherheit. Bei großen Bäumen nahe Haus, Wegen oder Spielflächen Bei Hallimasch-Pilzen am Stamm nicht abwarten.
Fungizide Wirken auf Blättern und Trieben, nicht an den Wurzeln im Boden. Nicht wirksam gegen Hallimasch Für den Hausgarten gibt es kein zugelassenes Mittel.

So lebt der Hallimasch

Stammfuß eines Laubbaums und Baumstumpf mit Büscheln honiggelber Hallimasch-Pilze, darunter abgelöste Rinde mit weißem, fächerförmigem Myzel und schwarze, schnürsenkelartige Pilzstränge im Boden
Stammfuß eines Laubbaums und Baumstumpf mit Büscheln honiggelber Hallimasch-Pilze, darunter abgelöste Rinde mit weißem, fächerförmigem Myzel und schwarze, schnürsenkelartige Pilzstränge im Boden

Hallimasch ist eine Gattung holzzersetzender Pilze. Einige Arten befallen auch lebende, meist geschwächte Bäume und Sträucher und bringen sie zum Absterben.

  • Das Myzel unter der Rinde: Zwischen Rinde und Holz wächst ein weißer, fächerförmiger Pilzbelag. Er tötet das lebende Gewebe an Stammfuß und Wurzeln ab; anschließend zersetzt der Pilz das Holz (Weißfäule).
  • Schwarze Stränge im Boden: Mit dunklen, schnürsenkelartigen Strängen (Rhizomorphen) wächst der Pilz durch den Boden zu neuen Wurzeln. So breitet er sich von Baumstümpfen und toten Wurzeln auf Nachbarpflanzen aus.
  • Pilze im Herbst: Meist von September bis November erscheinen die Fruchtkörper in Büscheln an Stammfuß, Wurzeln und Stubben. Sie sind nur der sichtbare Teil – der Pilz selbst lebt im Holz.
  • Schwächeparasit: Vor allem geschwächte Gehölze werden befallen – nach Trockenheit, Staunässe, Bodenverdichtung oder Wurzelverletzungen. Betroffen sind viele Laub- und Nadelgehölze, auch Obstbäume, Hecken und Ziersträucher.
  • Mehrere Arten: Der Honiggelbe Hallimasch befällt vor allem Laubgehölze, der Dunkle Hallimasch häufig Nadelgehölze. Andere Arten leben überwiegend von totem Holz.

Daraus folgt: Nicht Spritzen, sondern das Entfernen von Wurzeln und Stubben und vitale Gehölze begrenzen den Hallimasch.

Die beiden wichtigsten Arten im Garten

Beide bilden honiggelbe bis braune Pilzbüschel mit Ring am Stiel. So unterscheidest du sie.

Honiggelber Hallimasch

Armillaria mellea

Größe
Hut meist 3 bis 15 cm
Erkennungs­merkmal
Hut honig- bis olivgelb, Ring am Stiel gelblich-weiß, Fruchtkörper in dichten Büscheln
Häufig an
Vor allem Laubgehölze, auch Obstbäume und Ziersträucher

Was tun? Befallene Gehölze mit Wurzeln entfernen, Stubben beseitigen.

Steckbrief im Lexikon →

Dunkler Hallimasch

Armillaria ostoyae

Größe
Hut meist 3 bis 15 cm
Erkennungs­merkmal
Hut bräunlich mit dunklen Schüppchen, Ring weißlich mit dunklem Rand
Häufig an
Vor allem Nadelgehölze wie Fichte und Kiefer

Was tun? Wie beim Honiggelben Hallimasch; bei großen Bäumen die Standsicherheit prüfen lassen.

Steckbrief im Lexikon →

In 5 Schritten bei Hallimasch

  1. Schritt 1: Befall bestimmen

    Pilzbüschel am Stammfuß, weißes Myzel unter der Rinde und schwarze Stränge im Boden zeigen Hallimasch. Im Zweifel einen Fachbetrieb oder den Pflanzenschutzdienst fragen.

  2. Schritt 2: Standsicherheit klären

    Lass große Bäume nahe Haus, Wegen oder Spielflächen von einem Baumpflege-Fachbetrieb beurteilen.

  3. Schritt 3: Befallene Gehölze entfernen

    Nimm abgestorbene oder stark befallene Pflanzen mit Wurzelstock und größeren Wurzeln heraus und entsorge das Holz.

  4. Schritt 4: Stubben beseitigen

    Fräs alte Baumstümpfe in der Nähe von Gehölzen aus oder grab sie aus, damit der Pilz keine Nahrungsquelle behält.

  5. Schritt 5: Nachbarn stärken, später nachpflanzen

    Halte Nachbargehölze mit Wasser bei Trockenheit vital, vermeide Staunässe und Wurzelverletzungen und setz an die befallene Stelle erst nach mehreren Jahren oder nach Bodenaustausch neue Gehölze.

Merksätze

  • Gegen Hallimasch hilft kein Spritzmittel – der Pilz lebt in Wurzeln und Stammfuß.
  • Weißes, fächerförmiges Myzel unter der Rinde ist das deutlichste Erkennungszeichen.
  • Baumstümpfe und Wurzelreste sind seine Nahrungsquelle – entfernen.
  • Vor allem geschwächte Gehölze werden befallen: Wasser bei Trockenheit, keine Staunässe.
  • Bei großen Bäumen die Standsicherheit prüfen lassen.

Häufige Fragen zum Hallimasch

Woran erkenne ich Hallimasch?

Im Herbst wachsen am Stammfuß, auf Wurzeln oder Stubben Büschel honiggelber bis brauner Pilze mit Ring am Stiel. Unter der Rinde am Stammgrund findest du ein weißes, fächerförmiges Pilzgeflecht, im Boden schwarze, schnürsenkelartige Stränge. Befallene Gehölze kümmern, welken und sterben oft ab.

Kann ich Hallimasch bekämpfen?

Ein Mittel gegen Hallimasch gibt es für den Hausgarten nicht, auch Fungizide gegen Blattkrankheiten helfen nicht. Entscheidend ist, befallene Gehölze mit Wurzeln und Stubben zu entfernen, Nachbarpflanzen vital zu halten und an der Stelle nicht sofort nachzupflanzen.

Ist ein Baum mit Hallimasch gefährlich?

Er kann es werden: Der Pilz zersetzt Wurzeln und Stammfuß und kann so die Standsicherheit verringern. Lass große Bäume in der Nähe von Haus, Wegen oder Spielflächen von einem Baumpflege-Fachbetrieb beurteilen.

Breitet sich Hallimasch auf andere Pflanzen aus?

Ja, über schwarze Pilzstränge im Boden und über Wurzelkontakt. Ausgangspunkt sind oft alte Baumstümpfe oder abgestorbene Wurzeln. Deshalb solltest du Stubben in der Nähe von Gehölzen entfernen.

Was pflanze ich, wo Hallimasch war?

Lass die Stelle für Gehölze am besten mehrere Jahre frei oder tausch den Boden großzügig aus und entferne alle Wurzelreste. Pflanz neue Gehölze dorthin, wo sie gut wachsen können – ohne Staunässe und ohne Trockenstress.

Bei großen Bäumen mit Hallimasch die Standsicherheit von einem Fachbetrieb prüfen lassen.

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