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Japankäfer

Der Japankäfer ist ein meldepflichtiger Quarantäneschädling: Verdächtige Käfer fotografierst du, fängst sie möglichst ein und meldest sie dem Pflanzenschutzdienst deines Bundeslandes. Woran du ihn erkennst und mit welchen heimischen Käfern er verwechselt wird, zeigt dir die Schnellwahl unter den Produkten.

7 Produkte
Ratgeber Japankäfer

Japankäfer erkennen und melden

Der Japankäfer (Popillia japonica) ist ein etwa 1 cm großer, aus Asien eingeschleppter Blatthornkäfer. In der EU gilt er als prioritärer Quarantäneschädling: Die Käfer fressen an rund 400 Pflanzenarten, ihre Engerlinge schädigen Rasen und Wiesen. Verdächtige Käfer meldest du dem Pflanzenschutzdienst deines Bundeslandes – bekämpft wird nur nach dessen Vorgaben. Hier erfährst du, woran du ihn erkennst und mit welchen heimischen Käfern er verwechselt wird.

Schnellwahl: Was hast du gefunden?

Grün-kupferner Käfer mit weißen Haarbüscheln an den Seiten

Verdacht auf Japankäfer: melden

Fünf kleine weiße Haarbüschel an jeder Seite des Hinterleibs und zwei größere am Hinterende sind das sichere Merkmal. Fotografier den Käfer, fang ihn wenn möglich in einem verschließbaren Gefäß ein, frier ihn ein und notier Fundort und Datum. Dann meldest du den Fund dem Pflanzenschutzdienst deines Bundeslandes.

Grüner Käfer ohne weiße Haarbüschel

Wahrscheinlich ein heimischer Käfer

Kleiner Käfer mit grünem Kopf und rotbraunen Flügeldecken: meist ein Gartenlaubkäfer. Größer, flach und grüngolden mit weißen Querflecken: ein geschützter Rosenkäfer. Beide sind keine Quarantäneschädlinge.

Blätter bis auf die Adern abgefressen

Fraßbild prüfen, Käfer suchen

Japankäfer fressen das Blattgewebe zwischen den Adern und lassen ein Gerippe stehen (Skelettierfraß), etwa an Reben, Rosen, Linden oder Obstgehölzen. Ähnliche Fraßbilder haben auch andere Insekten. Entscheidend ist der Käfer selbst: Achte auf die weißen Haarbüschel.

Rückkehr aus Norditalien, dem Tessin oder einer anderen Befallszone

Auto und Gepäck kontrollieren

Japankäfer reisen als blinde Passagiere in Autos, Gepäck, Campingausrüstung und mit Pflanzen samt Erde mit. Kontrollier nach einem Aufenthalt in Befallsgebieten Fahrzeug und Gepäck und bring keine Pflanzen mit Erde, Rasensoden oder Grüngut von dort mit.

Engerlinge im Rasen

Fast immer heimische Arten

In Deutschland stammen Engerlinge im Rasen praktisch immer von heimischen Arten wie Gartenlaubkäfer, Junikäfer oder Maikäfer. Wie du sie bestimmst und behandelst, zeigt die Engerlinge-Seite. Hast du in der Nähe Japankäfer gesehen, melde das, bevor du selbst etwas unternimmst.

Soll ich selbst Fallen aufstellen?

Nein – das machen die Behörden

Lockstofffallen für Japankäfer werden von den Pflanzenschutzdiensten an Risikostandorten aufgestellt, um Einschleppungen früh zu erkennen. Private Fallen können zusätzliche Käfer anlocken. Wenn du einen Käfer findest, ist die Meldung der wichtigste Beitrag.

Was gegen den Japankäfer getan wird

Weil der Japankäfer ein Quarantäneschädling ist, entscheidet in Deutschland der amtliche Pflanzenschutzdienst über Maßnahmen. Deine wichtigste Aufgabe: verdächtige Käfer erkennen und melden.

MaßnahmeSo wirkt esWer und wannDarauf achten
Melden Jeder Fund hilft, eine Ansiedlung früh zu erkennen und zu stoppen. In der EU besteht für Quarantäneschädlinge eine Meldepflicht. Du, sofort beim Verdacht Foto machen, Fundort und Datum notieren und den Pflanzenschutzdienst deines Bundeslandes informieren.
Käfer sichern Ein eingefangener Käfer lässt sich sicher bestimmen. Du, wenn möglich In ein verschließbares Gefäß geben und einfrieren. Keine lebenden Käfer transportieren oder freilassen.
Keine Verschleppung Eier und Larven reisen mit Erde, Rasensoden und Pflanzen, Käfer im Auto oder Gepäck. Du, nach Aufenthalten in Befallsgebieten Fahrzeuge und Gepäck kontrollieren, keine Pflanzen mit Erde aus Befallszonen mitbringen.
Nematoden gegen die Larven Insektenpathogene Nematoden befallen die Engerlinge im Boden. Behörden, im Umkreis von Fundstellen In der Schweiz und in Italien Teil der amtlichen Bekämpfung – nicht auf eigene Faust gegen einen Japankäfer-Verdacht einsetzen.
Abdecken, Bewässerungs- und Transportverbote Ohne feuchten Boden und offene Rasenflächen können die Weibchen kaum Eier ablegen; Transportverbote bremsen die Ausbreitung. Behörden, in Befallszonen Gilt nur, wo der Pflanzenschutzdienst es anordnet.
Insektizide und Lockstofffallen Werden gezielt an befallenen Pflanzen bzw. zur Überwachung eingesetzt. Behörden Nicht selbst einsetzen. Private Lockstofffallen können zusätzliche Käfer anziehen.

Entwicklung: Ein Jahr vom Ei zum Käfer

Entwicklung des Japankäfers: zwei grün-kupferne Käfer mit weißen Haarbüscheln auf einem bis auf die Adern abgefressenen Rebblatt, daneben ein Schnitt durch Rasen und Boden mit Eiern, C-förmig gekrümmten Engerlingen an den Graswurzeln und einer Puppe
Entwicklung des Japankäfers: zwei grün-kupferne Käfer mit weißen Haarbüscheln auf einem bis auf die Adern abgefressenen Rebblatt, daneben ein Schnitt durch Rasen und Boden mit Eiern, C-förmig gekrümmten Engerlingen an den Graswurzeln und einer Puppe

Meist durchläuft der Japankäfer seine Entwicklung in einem Jahr, in kühlem Klima auch in zwei. Die Käfer fressen oben an den Pflanzen, die Larven im Boden an Graswurzeln.

  • Käfer: Etwa 1 cm groß, Kopf und Halsschild metallisch grün, Flügeldecken kupferbraun. An jeder Seite des Hinterleibs fünf weiße Haarbüschel, am Hinterende zwei größere. Die Käfer fliegen etwa von Juni bis August, teils bis September, und fressen gesellig an Blättern, Blüten und Früchten.
  • Eiablage: Die Weibchen legen ihre Eier in den Boden von Rasen- und Wiesenflächen, bevorzugt in feuchten Boden.
  • Larven: Die Engerlinge fressen an Graswurzeln und können Rasen und Wiesen stark schädigen. Den Winter verbringen sie als Larve im Boden.
  • Ausbreitung: Neben dem eigenen Flug vor allem als blinde Passagiere: in Fahrzeugen, Gepäck und mit Pflanzen samt Erde. So gelangte der Käfer nach Norditalien (seit 2014) und in die Schweiz (seit 2017).
  • Lage in Deutschland: Bisher gab es in Deutschland nur einzelne eingeschleppte Käfer, etwa im Raum Freiburg, in Weil am Rhein und am Bodensee. Deshalb ist jede Meldung wichtig.

Daraus folgt: Früh erkannt lässt sich eine Ansiedlung noch verhindern. Melden ist wichtiger als jede eigene Maßnahme.

Japankäfer oder heimischer Käfer?

Mehrere heimische Blatthornkäfer sehen dem Japankäfer ähnlich. Sicheres Merkmal sind nur die weißen Haarbüschel an Seiten und Hinterende.

Japankäfer (Popillia japonica) von oben, grüner Halsschild, kupferbraune Flügeldecken und weiße Haarbüschel an den Seiten
Japankäfer (Popillia japonica) von oben, grüner Halsschild, kupferbraune Flügeldecken und weiße Haarbüschel an den Seiten

Japankäfer

Popillia japonica

Größe
ca. 1 cm
Erkennungs­merkmal
Kopf und Halsschild metallisch grün, Flügeldecken kupferbraun; je fünf weiße Haarbüschel an den Seiten, zwei am Hinterende
Vorkommen
Etabliert in Norditalien und der Schweiz; in Deutschland bisher Einzelfunde

Was tun? Fotografieren, einfangen, einfrieren und dem Pflanzenschutzdienst melden.

Steckbrief im Lexikon →
Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola) von oben, grüner Halsschild und rotbraune Flügeldecken
Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola) von oben, grüner Halsschild und rotbraune Flügeldecken

Gartenlaubkäfer

Phyllopertha horticola

Größe
8–12 mm
Erkennungs­merkmal
Grüner Kopf und Halsschild, rotbraune behaarte Flügeldecken; keine weißen Haarbüschel
Vorkommen
Heimisch; schwärmt Ende Mai bis Anfang Juli an sonnigen Vormittagen

Was tun? Kein Quarantäneschädling. Mehr auf der Gartenlaubkäfer-Seite.

Steckbrief im Lexikon →
Rosenkäfer (Cetonia aurata) von oben, metallisch goldgrün mit kleinen weißen Flecken
Rosenkäfer (Cetonia aurata) von oben, metallisch goldgrün mit kleinen weißen Flecken
Besonders geschützt

Rosenkäfer

Cetonia aurata

Größe
14–20 mm
Erkennungs­merkmal
Größer, flacher Rücken, ganz grüngolden mit kleinen weißen Querflecken auf den Flügeldecken
Vorkommen
Heimisch; tagsüber auf Blüten

Was tun? Nicht bekämpfen: besonders geschützt. Mehr auf der Rosenkäfer-Seite.

Steckbrief im Lexikon →
Junikäfer (Amphimallon solstitiale) von oben, gelbbraun mit stark behaartem Halsschild
Junikäfer (Amphimallon solstitiale) von oben, gelbbraun mit stark behaartem Halsschild

Junikäfer

Amphimallon solstitiale

Größe
14–18 mm
Erkennungs­merkmal
Einfarbig gelbbraun ohne Metallglanz, Halsschild lang behaart
Vorkommen
Heimisch; schwärmt im Juni und Juli in der Dämmerung

Was tun? Kein Quarantäneschädling. Mehr auf der Junikäfer-Seite.

Steckbrief im Lexikon →

In 5 Schritten bei Japankäfer-Verdacht

  1. Schritt 1: Merkmale prüfen

    Etwa 1 cm, grüner Kopf und Halsschild, kupferbraune Flügeldecken und vor allem weiße Haarbüschel: fünf an jeder Seite, zwei am Hinterende. Fehlen die Büschel, ist es kein Japankäfer.

  2. Schritt 2: Foto machen

    Fotografier den Käfer möglichst scharf von oben und von der Seite, sodass die Haarbüschel zu sehen sind.

  3. Schritt 3: Käfer sichern

    Fang den Käfer in einem verschließbaren Gefäß ein und frier ihn ein. Notier Fundort und Datum.

  4. Schritt 4: Pflanzenschutzdienst informieren

    Melde den Fund dem Pflanzenschutzdienst deines Bundeslandes. Dort erfährst du auch, wie du den Käfer übergibst.

  5. Schritt 5: Nichts auf eigene Faust unternehmen

    Keine Fallen aufstellen, keine Mittel ausbringen und keine Pflanzen oder Erde vom Fundort wegbringen, bis der Pflanzenschutzdienst entschieden hat.

Merksätze

  • Sicheres Merkmal: fünf weiße Haarbüschel an jeder Seite, zwei am Hinterende.
  • Der Japankäfer ist ein Quarantäneschädling – Funde werden gemeldet, nicht selbst bekämpft.
  • Grüne Käfer ohne weiße Büschel sind meist Gartenlaub- oder Rosenkäfer.
  • Der Käfer reist als blinder Passagier mit – Auto und Gepäck nach Urlauben in Befallsgebieten prüfen.
  • Keine Pflanzen mit Erde, Rasensoden oder Grüngut aus Befallszonen mitbringen.

Häufige Fragen zum Japankäfer

Wie erkenne ich einen Japankäfer?

Der Japankäfer ist etwa 1 cm groß, hat einen metallisch grünen Kopf und Halsschild und kupferbraune Flügeldecken. Eindeutig sind die weißen Haarbüschel: fünf an jeder Seite des Hinterleibs und zwei größere am Hinterende. Heimische Arten wie Gartenlaubkäfer oder Rosenkäfer haben diese Büschel nicht.

Muss ich einen Japankäfer melden?

Ja. Der Japankäfer ist in der EU ein prioritärer Quarantäneschädling, und wer ihn findet, muss das der zuständigen Behörde melden – in Deutschland dem Pflanzenschutzdienst des Bundeslandes. Fotografier den Käfer, fang ihn wenn möglich in einem verschließbaren Gefäß ein, frier ihn ein und notier Fundort und Datum.

Gibt es den Japankäfer schon in Deutschland?

Bisher wurden in Deutschland nur einzelne Käfer gefunden, die vermutlich mit Fahrzeugen oder Waren eingeschleppt wurden, zum Beispiel im Raum Freiburg, in Weil am Rhein und am Bodensee. Feste Vorkommen gibt es in Norditalien und in der Schweiz. Damit sich der Käfer nicht ansiedelt, ist jede Meldung wichtig.

Kann ich Japankäfer selbst bekämpfen?

Bei einem Verdacht solltest du nicht selbst bekämpfen, sondern melden. Über Maßnahmen wie Nematoden gegen die Larven, das Abdecken von Rasen oder Insektizide entscheidet der Pflanzenschutzdienst. Auch private Lockstofffallen sind keine gute Idee, weil sie zusätzliche Käfer anlocken können.

Welchen Schaden richtet der Japankäfer an?

Die Käfer fressen an rund 400 Pflanzenarten, darunter Reben, Rosen, Obstgehölze und Linden. Dabei lassen sie oft nur das Blattgerippe stehen. Die Engerlinge fressen im Boden an Graswurzeln und können Rasen und Wiesen großflächig schädigen.

Ist der Japankäfer für Menschen gefährlich?

Nein. Japankäfer beißen und stechen nicht und übertragen keine Krankheiten. Problematisch ist nur der Schaden an Pflanzen – deshalb gilt er als Quarantäneschädling.

Was ist der Unterschied zwischen Japankäfer und Gartenlaubkäfer?

Beide sind etwa gleich groß und haben einen grünen Kopf und Halsschild. Der Gartenlaubkäfer hat aber rotbraune, fein behaarte Flügeldecken ohne Metallglanz und keine weißen Haarbüschel am Hinterleib. Er ist heimisch und kein Quarantäneschädling.

Japankäfer-Verdacht? Käfer fotografieren, möglichst einfangen und dem Pflanzenschutzdienst deines Bundeslandes melden.

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