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Maulwürfe vertreiben

Kugeln oder Granulat, Fluchtweg und richtige Anwendung: Hier findest du Mittel und Tipps, um Maulwürfe auf erlaubte Weise aus Rasen, Beet und von Wegen zu vergrämen. Was in deinem Fall hilft, zeigt dir die Schnellwahl unter den Produkten.

4 Produkte
Ratgeber Maulwurf

Maulwürfe vertreiben: Was ist erlaubt und was hilft?

Der Maulwurf ist besonders geschützt. Du darfst ihn nicht fangen, verletzen oder töten, aber du darfst ihn vergrämen. Am besten klappt das mit einem Fernhaltemittel (Repellent), das du in seine Gänge legst, und mit einer Richtung, in die er abwandern kann. Hier findest du die Schnellwahl, alle Methoden im Vergleich, den Unterschied zur Wühlmaus und einen 5-Schritte-Plan.

Zum Maulwurf-Ratgeber →

Schnellwahl: Was ist deine Situation?

Frische Maulwurfshügel im Rasen

Repellent in die Gänge, Fluchtweg offen lassen

Neben einem frischen Hügel den Gang freilegen, losen Boden entfernen, das Mittel einlegen und die Öffnung wieder mit Erde verschließen und festdrücken. Beginne in der Mitte oder an einer Seite der Fläche und lass eine Richtung frei, in die der Maulwurf abwandern kann.

Garten vorbeugend schützen

Duftkugeln als Randstreifen

Silence Maulwurfweg kann auch vorbeugend eingesetzt werden: eine Kugel pro Quadratmeter etwa 15 cm tief eingraben oder als Randstreifen im Abstand von höchstens einem Meter, zum Beispiel an der Grundstücksgrenze. Wird der Rasen neu angelegt, kann ein Maulwurfsgitter unter der Grasnarbe die Hügel von der Fläche fernhalten.

Maulwurf oder doch Wühlmaus?

Erst bestimmen, dann handeln

Liegt der Hügel direkt über dem Gang und ist der Gang queroval bis rund, war es ein Maulwurf. Liegen die Haufen seitlich neben dem Gang, ist der Gang hochoval und sind Wurzeln, Knollen oder Blumenzwiebeln angefressen, ist es eher eine Wühlmaus. Die darf bekämpft werden. Passende Mittel findest du in unserer Kollektion „Wühlmäuse vertreiben“.

Alle Methoden im Vergleich

Beim Maulwurf entscheidet das Naturschutzrecht, was erlaubt ist: Vergrämen ist zulässig, Fangen und Töten nicht. Deshalb stehen Fernhaltemittel und mechanische Maßnahmen an erster Stelle.

MethodeSo wirkt esWann sinnvollDarauf achten
Repellent (Fernhaltemittel) Der Geruch des Wirkstoffs ist dem Maulwurf unangenehm. Er meidet behandelte Gänge und wandert ab. Aktive Gänge in Rasen und Beet, unter Wegen und Terrassen; manche Mittel auch vorbeugend Fluchtrichtung offen lassen, Gänge wieder verschließen und nach Etikett nachbehandeln. Sehr nasser Boden, Starkregen und Hitze können die Wirkung mindern. Enthält Duftstoffe, die allergische Reaktionen hervorrufen können.
Hügel abtragen Die Erde wird abgetragen und verteilt, die Fläche bleibt begehbar und mähbar. Rasen, Wege, Spielflächen Beseitigt nur die Folgen, nicht den Maulwurf. Hilft aber beim Kontrollieren: Wo neue Hügel entstehen, ist er aktiv.
Maulwurfsgitter Ein engmaschiges Gitter flach unter der Grasnarbe hält die Hügel von der Rasenfläche fern. Neuanlage von Rasen oder Rollrasen Nur beim Neuanlegen sinnvoll. Der Maulwurf gräbt unter dem Gitter weiter.
Hausmittel (Essig, Buttersäure, Haare, Kaffeesatz) Starke Gerüche sollen den Maulwurf stören. Allenfalls als kurzfristiger Versuch Eine verlässliche Wirkung ist nicht belegt, die Gerüche verfliegen schnell. Essig und Buttersäure können Pflanzen schädigen.
Geräte mit Geräuschen oder Vibration Klopfen, Summen oder Vibrationen im Boden sollen den Maulwurf vertreiben. Ergänzend Eine verlässliche, dauerhafte Wirkung ist nicht belegt.
Fallen (auch Lebendfallen) Der Maulwurf wird im Gang gefangen. Beim Maulwurf nicht erlaubt Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet, besonders geschützten Tieren nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Das gilt auch für Lebendfallen. Ausnahmen gibt es nur mit Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde.
Gas, Karbid, Gift Diese Mittel sollen das Tier im Bau töten. Beim Maulwurf nicht erlaubt Töten ist verboten. Ausnahmen gibt es nur mit Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde. Gegen die Wühlmaus gelten andere Regeln.

So lebt der Maulwurf

Schnittbild durch einen Rasen: Maulwurf in seinem Gangsystem, darüber ein Erdhügel direkt über dem Gang, tiefer im Boden die Wohnkammer
Schnittbild durch einen Rasen: Maulwurf in seinem Gangsystem, darüber ein Erdhügel direkt über dem Gang, tiefer im Boden die Wohnkammer

Der Maulwurf verbringt fast sein ganzes Leben unter der Erde. Er ist kein Nagetier, sondern ein Insektenfresser, und frisst nur Tiere. Pflanzen und Wurzeln rührt er nicht an.

  • Einzelgänger: Jeder Maulwurf hat sein eigenes Gangsystem von bis zu etwa 100 m Länge und gräbt bis zu 10 m am Tag. Nur zur Paarung kommen die Tiere kurz zusammen. Viele Hügel stammen deshalb oft von einem einzigen Tier.
  • Gänge und Hügel: Die ausgegrabene Erde schiebt er direkt über dem Gang nach oben. Die Wohnkammer liegt etwa 50 cm tief in der Mitte des Baus. Alte Tiere graben bis zu 2 m tief, junge meist in 10 bis 30 cm Tiefe.
  • Großer Hunger: Er frisst jeden Tag etwa die Hälfte seines Körpergewichts, vor allem Insekten und ihre Larven sowie Regenwürmer, und kann keine zwei Tage hungern. Regenwürmer legt er sogar als Vorrat an.
  • Nachwuchs: Gepaart wird sich von Ende April bis Anfang Juni. Meist im Mai oder Juni kommen 3 bis 5 Junge zur Welt, die nach 5 bis 6 Wochen selbständig sind. Das Nest im Bau darf nicht zerstört werden.

Daraus folgt: vergrämen statt bekämpfen und dem Maulwurf immer einen Weg lassen, auf dem er abwandern kann.

Maulwurf oder Wühlmaus?

Beide werfen Erdhaufen auf, werden aber ganz unterschiedlich behandelt: Der Maulwurf ist geschützt, die Wühlmaus (Schermaus) darf bekämpft werden. So erkennst du den Unterschied.

Europäischer Maulwurf (Talpa europaea) mit schwarzem Fell und breiten Grabschaufeln auf Gartenerde
Europäischer Maulwurf (Talpa europaea) mit schwarzem Fell und breiten Grabschaufeln auf Gartenerde
Besonders geschützt

Maulwurf

Talpa europaea

Größe
13–17 cm, Schwanz 2–3,4 cm
Erkennungs­merkmal
Samtiges, schwarzgraues Fell, schaufelartige Vorderbeine, rüsselartige Nase, winzige Augen. Hügel direkt über dem Gang, Gang queroval bis rund.
Lebensraum
Lockere, humusreiche Böden in Rasen, Wiesen und Beeten

Was tun? Nur vergrämen: Repellent in die Gänge legen und einen Fluchtweg offen lassen. Fangen und Töten sind verboten.

Steckbrief im Lexikon →
Große Wühlmaus (Schermaus) mit graubraunem Fell, stumpfem Kopf und kurzem Schwanz auf Gartenerde
Große Wühlmaus (Schermaus) mit graubraunem Fell, stumpfem Kopf und kurzem Schwanz auf Gartenerde

Große Wühlmaus (Schermaus)

Arvicola terrestris

Größe
12–24 cm, Schwanz 7–12 cm
Erkennungs­merkmal
Rattenähnlich mit großem, stumpfem Kopf, Ohren im Fell versteckt, graubraun bis braunschwarz. Haufen flach und seitlich neben dem Gang, Gang hochoval und breiter als 5 cm.
Lebensraum
Gärten, Obstwiesen, Wiesen und Ufer, meist dicht unter der Oberfläche

Was tun? Frisst Wurzeln, Knollen und Blumenzwiebeln und darf bekämpft werden. Mittel findest du in unserer Kollektion „Wühlmäuse vertreiben“.

Steckbrief im Lexikon →

In 5 Schritten den Maulwurf vertreiben

  1. Schritt 1: Maulwurf oder Wühlmaus?

    Schau dir Hügel und Gang an: Beim Maulwurf liegt der Hügel direkt über dem Gang, der Gang ist queroval bis rund, und Pflanzen sind nicht angefressen. Bei der Wühlmaus gelten andere Maßnahmen.

  2. Schritt 2: Aktive Gänge finden

    Trag die Hügel ab und beobachte, wo neue entstehen. Dort ist der Maulwurf gerade aktiv. Den Gang findest du neben einem frischen Hügel, wenn du vorsichtig mit einem Stab in den Boden stichst.

  3. Schritt 3: Fluchtrichtung festlegen

    Überleg dir, wohin der Maulwurf abwandern soll, etwa in Richtung Wiese oder Feldrand. Beginne die Behandlung in der Mitte oder auf der gegenüberliegenden Seite der Fläche und lass diese Richtung frei.

  4. Schritt 4: Repellent einbringen

    Gänge öffnen, losen Boden entfernen, das Mittel nach Gebrauchsanweisung einlegen und die Öffnung wieder mit Erde verschließen und festdrücken.

  5. Schritt 5: Kontrollieren und nachbehandeln

    Neue Hügel in den ersten Tagen sind normal. Neue Gänge ebenfalls behandeln und nach den Angaben auf dem Etikett nachbehandeln. Danach die Ränder des Gartens vorbeugend schützen.

Merksätze

  • Der Maulwurf ist besonders geschützt: vergrämen ja, fangen oder töten nein.
  • Lass immer eine Richtung frei, in die der Maulwurf abwandern kann.
  • Ein Repellent vertreibt den Maulwurf über den Geruch. Es tötet ihn nicht.
  • Mehr Hügel in den ersten Tagen nach der Behandlung sind normal.
  • Angefressene Wurzeln oder Blumenzwiebeln deuten auf die Wühlmaus, nicht auf den Maulwurf.
  • Der Maulwurf frisst auch Schädlinge wie Engerlinge. Im Garten ist er eigentlich ein Helfer.

Häufige Fragen zu Maulwürfen

Ist der Maulwurf geschützt?

Ja. Der Europäische Maulwurf (Talpa europaea) gehört nach der Bundesartenschutzverordnung zu den besonders geschützten Arten. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz darfst du ihm deshalb nicht nachstellen, ihn nicht fangen, verletzen oder töten und auch seinen Bau mit dem Nest nicht zerstören. Erlaubt ist, ihn mit Fernhaltemitteln zu vergrämen, damit er von sich aus weiterzieht. Verstöße können mit hohen Bußgeldern geahndet werden.

Was hilft am besten gegen Maulwürfe?

Ein Fernhaltemittel (Repellent), das du direkt in die aktiven Gänge legst. Sein Geruch ist dem Maulwurf unangenehm, sodass er die behandelten Bereiche meidet. Wichtig sind eine offene Fluchtrichtung, gut verschlossene Gänge und eine Nachbehandlung nach den Angaben auf dem Etikett.

Hilft Essig gegen Maulwürfe?

Eine verlässliche Wirkung von Essig ist nicht belegt. Der Geruch verfliegt im Boden schnell, und der Maulwurf gräbt einfach neue Gänge. Außerdem kann Essig Rasen und Pflanzen schädigen. Besser geeignet ist ein Repellent, das laut Etikett für die Anwendung gegen Maulwürfe vorgesehen ist.

Darf ich eine Maulwurffalle oder Lebendfalle benutzen?

Nein. Das Fangverbot für besonders geschützte Arten gilt auch für Lebendfallen, die das Tier nicht verletzen. Eine Ausnahme ist nur mit Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde möglich. Ohne Genehmigung bleibt dir das Vergrämen.

Darf man Maulwürfe mit Gas oder Karbid vertreiben?

Nein. Gas, Karbid und Gift sollen das Tier töten, und das ist beim Maulwurf verboten. Ausnahmen gibt es nur mit Genehmigung der zuständigen Naturschutzbehörde. Für den Hausgarten bleibt das Vergrämen mit Fernhaltemitteln.

Wie unterscheide ich Maulwurf und Wühlmaus?

Wühlmaushügel sind flacher, unregelmäßiger und enthalten oft Wurzel- oder Pflanzenreste. Sie liegen seitlich neben dem Gang, nicht direkt darüber. Gut zu erkennen ist die Gangöffnung: Beim Maulwurf ist sie queroval bis rund, bei der Wühlmaus hochoval und meist über 5 cm breit. Angefressene Wurzeln, Knollen oder Blumenzwiebeln sprechen gegen den Maulwurf, denn er frisst nur Tiere.

Welche Schäden richtet ein Maulwurf an?

Vor allem die Hügel stören im Rasen und beim Mähen. Durch das Wühlen werden Jungpflanzen hochgedrückt und können absterben, und unter Wegen und Terrassen können Hohlräume entstehen. Pflanzen frisst er nicht. Er frisst vor allem Insektenlarven, darunter Schädlinge wie Engerlinge oder die Larven des Dickmaulrüsslers. Dass er die Regenwürmer im Garten auffrisst, wird meist überschätzt.

Wie viele Maulwürfe leben in meinem Garten?

Meist weniger, als du denkst. Maulwürfe sind Einzelgänger und treffen sich nur zur Paarung im späten Frühjahr. Ein einziges Tier legt ein Gangsystem von bis zu etwa 100 m an und gräbt bis zu 10 m neue Gänge am Tag. Viele Hügel bedeuten deshalb oft nur einen Maulwurf.

Warum gibt es nach der Behandlung erst mehr Hügel?

Der Maulwurf reagiert auf den Geruch und gräbt sich neue Wege. In den ersten Tagen nach der Anwendung können deshalb mehr Hügel entstehen. Trag sie ab, behandle die neuen Gänge ebenfalls und halte die Nachbehandlung nach Etikett ein.

Wann sollte ich Maulwürfe vertreiben?

Sobald frische Hügel auftauchen. Die Kugeln Maulwurf- und Wühlmaus-Frei werden laut Gebrauchsanweisung von März bis November eingesetzt, Silence Maulwurfweg ganzjährig. Im Mai und Juni ziehen die Weibchen ihre Jungen auf. Auch dann gilt: Bau und Nest nicht aufgraben und immer einen Fluchtweg lassen.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

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