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Nagekäfer

Zu den Nagekäfern gehören der Holzwurm und die Totenuhr, aber auch Vorratsschädlinge wie Brot- und Tabakkäfer. Welcher es bei dir ist und was hilft, zeigt dir die Schnellwahl unter den Produkten.

3 Produkte
Kauf-Ratgeber Nagekäfer

Nagekäfer: Welcher ist es und was hilft?

Zu den Nagekäfern gehören der Holzwurm und die Totenuhr, aber auch Vorratsschädlinge wie Brot- und Tabakkäfer. Sie sehen sich ähnlich, brauchen aber ganz unterschiedliche Maßnahmen. Die Schnellwahl führt dich vom Fundort zum passenden Ratgeber.

Zum Holzwurm-Ratgeber →

Schnellwahl: Wo hast du die Käfer gefunden?

Ticken im alten Gebälk, Löcher von 3–4 mm

Totenuhr (Gescheckter Nagekäfer)

Die Totenuhr lebt fast nur in sehr altem, durch Feuchtigkeit und Pilze vorgeschädigtem Holz, oft in Eichenbalken. Ein Befall zeigt meist einen Feuchteschaden an und gehört in die Hand eines Fachbetriebs. Mehr dazu auf unserer Seite Totenuhr.

Kleine braune Käfer in Gewürzen, Mehl, Tee oder Nudeln

Brotkäfer

Der Brotkäfer ist ein Nagekäfer, lebt aber in trockenen Vorräten und nicht in verbautem Holz. Such die befallene Packung und entsorge sie. Mehr dazu auf unserer Seite Mittel gegen Brotkäfer.

Käfer in Tabak, Paprika- oder Chilipulver, Kräutertee

Tabakkäfer

Der Tabakkäfer ähnelt dem Brotkäfer, hat aber sägeartig gezähnte Fühler und ist stärker gewölbt. Auch er lebt in Vorräten. Mehr dazu auf unserer Seite Tabakkäfer.

Löcher in Buche oder anderem Laubholz, Käfer mit gekämmten Fühlern

Gekämmter Nagekäfer

Der Gekämmte Nagekäfer befällt trockenes Laubholz; die Männchen tragen auffällige kammförmige Fühler. Er wird wie der Holzwurm behandelt. Mehr dazu im Lexikon unter Gekämmter Nagekäfer.

Puderfeines Bohrmehl in Laubholz-Parkett oder Möbeln

Eher Splintholzkäfer

Staubfeines, mehlartiges Bohrmehl stammt meist von Splintholzkäfern – sie gehören nicht zu den Nagekäfern. Mehr dazu auf unserer Seite Splintholzkäfer bekämpfen.

Alle Methoden im Vergleich

Ob Holz oder Vorräte: Zuerst muss klar sein, welcher Nagekäfer es ist. Holzbewohner bekämpfst du im Holz, Vorratsschädlinge an der Quelle.

MethodeSo wirkt esWann sinnvollDarauf achten
Bestimmen Fundort, Lochgröße und Käfermerkmale zeigen, welcher Nagekäfer es ist. Immer zuerst Im Zweifel einen Käfer oder ein Foto bestimmen lassen.
Holzschutzmittel (Biozid-Produktart 8) Zugelassenes Mittel, das in rohes Holz eindringt und je nach Aufwandmenge bekämpfend oder vorbeugend wirkt. Holzwurm in Möbeln und rohen Holzteilen, die du gut erreichst Nur auf rohem Holz: Farbe, Lack, Wachs und Staub vorher entfernen. Menge laut Etikett, Schutzhandschuhe, gut lüften. Tragende Bauteile nicht auf eigene Faust behandeln.
Kälte (Gefriertruhe) Anhaltender Frost tötet Larven im Holz und in Vorräten. Kleine Holzstücke; verdächtige, noch verwendbare Vorräte Holz luftdicht verpacken, damit sich beim Auftauen kein Kondenswasser bildet. Dicke Stücke brauchen länger.
Heißluft (Fachbetrieb) Das Holz wird erhitzt, bis auch im Kern des dicksten Balkens mindestens 55 °C für eine Stunde erreicht sind. Dachstühle, Fachwerk, ganze Räume; einzelne Möbel unter kontrollierten Bedingungen Nur mit Temperaturmessung durch einen Fachbetrieb. Wirkt nicht vorbeugend.
Vorräte: Quelle entsorgen Brot- und Tabakkäfer entwickeln sich in trockenen Vorräten. Ohne befallene Packung kein Nachschub. Käfer in Küche und Vorratsschrank Alle Packungen prüfen, Schrank aussaugen, Vorräte in dicht schließenden Dosen lagern.
Kontaktspray und Klebefalle Spray wirkt auf direkt getroffene Tiere, die Falle fängt einzelne Käfer. Nur ergänzend: Oberflächen und Ritzen, Kontrolle in der Flugzeit Beide erreichen Larven im Holz oder in Vorräten nicht.

Was Nagekäfer gemeinsam haben

Lebenszyklus des Gewöhnlichen Nagekäfers im aufgeschnittenen Holz: Eier in einer Ritze, gekrümmte Larve im Fraßgang, Puppe dicht unter der Oberfläche und Käfer an einem runden Ausflugloch mit Bohrmehl
Lebenszyklus des Gewöhnlichen Nagekäfers im aufgeschnittenen Holz: Eier in einer Ritze, gekrümmte Larve im Fraßgang, Puppe dicht unter der Oberfläche und Käfer an einem runden Ausflugloch mit Bohrmehl

Nagekäfer sind kleine, meist braune Käfer. Den Schaden machen fast immer die Larven – im Holz oder in Vorräten.

  • Kapuze über dem Kopf: Bei vielen Nagekäfern verdeckt der Halsschild den Kopf wie eine Kapuze, von oben ist er kaum zu sehen.
  • Larven im Holz: Holzbewohnende Arten wie Holzwurm und Totenuhr entwickeln sich in nährstoffarmem Holz über 2 bis mehr als 10 Jahre. Sie brauchen ausreichend feuchtes Holz, die Totenuhr zusätzlich Pilzbefall.
  • Larven in Vorräten: Brot- und Tabakkäfer leben in trockenen pflanzlichen Vorräten und entwickeln sich in wenigen Monaten.
  • Käfer: Die Käfer leben meist nur wenige Wochen. Holzbewohnende Arten fressen als Käfer meist nicht mehr und legen ihre Eier oft wieder ins selbe Holz.

Daraus folgt: Der Fundort verrät meist schon, welcher Nagekäfer es ist – und welche Maßnahme passt.

Die wichtigsten Nagekäfer im Haus

Zwei leben im Holz, zwei in Vorräten. Klick dich weiter zum passenden Ratgeber.

Gewöhnlicher Nagekäfer (Anobium punctatum) von oben
Gewöhnlicher Nagekäfer (Anobium punctatum) von oben

Holzwurm

Anobium punctatum

Größe
2,5–6 mm
Erkennungs­merkmal
Gewöhnlicher Nagekäfer: graubraun, fein behaart; Halsschild bedeckt den Kopf wie eine Kapuze. Kreisrunde Löcher von 1–2 mm, Bohrmehl leicht körnig
Vorkommen
Nadel- und Laubholz: Möbel, Dielen, Balken, vor allem in kühlen, feuchten Räumen

Was tun? Erst prüfen, ob der Befall aktiv ist. Alles Weitere findest du auf unserer Seite „Holzwurm bekämpfen“.

Steckbrief im Lexikon →
Gescheckter Nagekäfer (Xestobium rufovillosum) von oben
Gescheckter Nagekäfer (Xestobium rufovillosum) von oben

Totenuhr

Xestobium rufovillosum

Größe
5–7 mm
Erkennungs­merkmal
Gescheckter Nagekäfer: dunkelbraun mit hellen Haarflecken, wirkt dadurch gescheckt; Halsschild bedeckt den Kopf. Kreisrunde Löcher von etwa 3–4 mm
Vorkommen
Sehr altes, durch Feuchtigkeit und Pilze vorgeschädigtes Holz, vor allem Eichenbalken in Altbauten, Fachwerk und Kirchen

Was tun? Feuchtequelle suchen und beheben lassen; die Sanierung gehört in die Hand eines Fachbetriebs.

Steckbrief im Lexikon →
Brotkäfer (Stegobium paniceum) von oben
Brotkäfer (Stegobium paniceum) von oben

Brotkäfer

Stegobium paniceum

Größe
1,2–4 mm
Erkennungs­merkmal
Langoval, rostrot bis braun, fein behaart; Fühler mit drei langen Endgliedern
Vorkommen
Vorräte: Gewürze, Kräutertee, Nudeln, Paniermehl, Tierfutter – nicht in verbautem Holz

Was tun? Befallene Vorräte suchen und entsorgen. Mehr dazu auf unserer Seite „Mittel gegen Brotkäfer“.

Steckbrief im Lexikon →
Tabakkäfer (Lasioderma serricorne) von oben
Tabakkäfer (Lasioderma serricorne) von oben

Tabakkäfer

Lasioderma serricorne

Größe
2–4 mm
Erkennungs­merkmal
Rundlich-oval, stark gewölbt, rostrot bis braun; Fühler sägeartig gezähnt
Vorkommen
Tabak, Gewürze wie Paprika und Cayennepfeffer, Kräutertee, Trockenfutter

Was tun? Befallene Vorräte entsorgen. Mehr dazu auf unserer Seite zum Tabakkäfer.

Steckbrief im Lexikon →

In 5 Schritten zum passenden Vorgehen

  1. Schritt 1: Fundort notieren

    Holz (Möbel, Dielen, Balken) oder Vorräte (Gewürze, Mehl, Tee, Tabak)? Das grenzt die Art schon stark ein.

  2. Schritt 2: Käfer und Löcher bestimmen

    1–2 mm runde Löcher: Holzwurm. 3–4 mm in sehr altem Eichenholz: Totenuhr. Käfer in Vorräten: Brot- oder Tabakkäfer.

  3. Schritt 3: Bei Holz: Aktiv oder alt?

    Bohrmehl absaugen, Löcher markieren und in der Flugzeit von Ende Mai bis Juli auf neue achten. Tragende Teile vom Fachbetrieb beurteilen lassen.

  4. Schritt 4: Gezielt handeln

    Holz behandeln oder einfrieren, bei der Totenuhr zuerst die Feuchte beheben. In der Küche die befallene Packung finden und entsorgen.

  5. Schritt 5: Vorbeugen

    Holz trocken halten, kühle Räume lüften, Vorräte in dicht schließenden Dosen lagern und regelmäßig prüfen.

Merksätze

  • Der Fundort verrät meist schon die Art.
  • Holzwurm und Totenuhr leben im Holz, Brot- und Tabakkäfer in Vorräten.
  • Bei der Totenuhr zuerst die Feuchte beheben.
  • Sprays und Fallen sind nur Ergänzung.

Häufige Fragen zu Nagekäfern

Was sind Nagekäfer?

Eine Käferfamilie mit kleinen, meist braunen Arten. Einige entwickeln sich in Holz, zum Beispiel der Gewöhnliche Nagekäfer (Holzwurm), die Totenuhr und der Gekämmte Nagekäfer. Andere leben in trockenen Vorräten, etwa Brot- und Tabakkäfer. Im Volksmund werden die holzbewohnenden Arten als „Holzwurm“ zusammengefasst.

Gemeiner Nagekäfer oder Brotkäfer – wie unterscheide ich sie?

Beide sehen sich sehr ähnlich. Entscheidend ist der Fundort: Der Gemeine Nagekäfer (Holzwurm) lebt in verbautem Holz und hinterlässt runde Löcher von 1–2 mm. Der Brotkäfer lebt in Vorräten wie Gewürzen, Mehl, Tee oder Tierfutter. Findest du die Käfer in Küche oder Vorratsschrank, such dort nach der Quelle. Mehr dazu auf unserer Seite Mittel gegen Brotkäfer.

Was ist der Gekämmte Nagekäfer?

Ein Nagekäfer, der trockenes Laubholz befällt; die Männchen tragen kammförmige Fühler. Seine Entwicklung dauert ein bis über zwei Jahre. Er wird wie der Holzwurm behandelt – mehr dazu auf unserer Seite Holzwurm bekämpfen.

Was sind Klopf- oder Pochkäfer?

Ein alter Name für Nagekäfer. Er geht auf die Totenuhr zurück, deren Käfer zur Partnersuche mit dem Kopf aufs Holz klopfen.

Sind Nagekäfer gefährlich?

Für Menschen nicht: Sie übertragen keine Krankheiten. Holzbewohnende Arten können aber Möbel, Dielen und Balken schwächen, Vorratsschädlinge machen Lebensmittel unbrauchbar.

Nagekäfer in der Wohnung – was tun?

Zuerst klären, wo die Käfer herkommen. Sitzen sie in Holz, prüf, ob der Befall aktiv ist, und behandle Möbel oder rohes Holz gezielt; tragende Teile beurteilt ein Fachbetrieb. Sitzen sie in Vorräten, such die befallene Packung und entsorge sie. Sprays und Fallen helfen nur ergänzend.

Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

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