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Reblaus erkennen & vorbeugen

Warzenartige Gallen auf der Unterseite der Rebblätter und kümmernde Reben können auf die Reblaus hindeuten. Wie du sie erkennst und deine Weinreben schützt, zeigt dir die Schnellwahl auf dieser Seite.

Ratgeber Reblaus

Reblaus erkennen und vorbeugen: So schützt du deine Weinreben

Die Reblaus ist ein winziger Pflanzensauger, der Blätter und Wurzeln von Weinreben befällt. An den Wurzeln lässt sie sich im Hausgarten kaum bekämpfen – den wirksamsten Schutz bieten veredelte Reben auf widerstandsfähigen Unterlagen. Hier findest du die Schnellwahl für deine Situation, alle Maßnahmen im Vergleich und einen 5-Schritte-Plan.

Schnellwahl: Was ist deine Situation?

Warzenartige Knubbel auf der Unterseite der Rebblätter

Blattgallen der Reblaus – genau ansehen und melden

Reblaus-Blattgallen sind rundliche, grüne bis rötliche Ausstülpungen auf der Blattunterseite, oben ist nur eine kleine Öffnung zu sehen. Darin sitzen winzige, gelbliche Läuse mit Eiern. Filzige, weißlich behaarte Flecken auf der Unterseite sind dagegen meist die harmlose Pockenmilbe. Entferne befallene Blätter in den Hausmüll und informiere den Pflanzenschutzdienst deines Bundeslandes.

Die Rebe kümmert, Triebe bleiben kurz, Blätter vergilben

Wurzeln prüfen und Veredelung kontrollieren

Schwaches Wachstum über mehrere Jahre kann auf Wurzelreblaus hindeuten, hat aber oft andere Ursachen wie Trockenheit, Staunässe oder Nährstoffmangel. Prüf, ob deine Rebe veredelt ist: Die Veredelungsstelle ist als Verdickung knapp über dem Boden zu sehen. Wurzelechte Europäerreben sind besonders anfällig.

Du willst eine neue Weinrebe pflanzen

Nur veredelte Reben auf widerstandsfähigen Unterlagen

Kauf Reben aus der Rebschule oder dem Fachhandel, die auf reblausresistente Unterlagen veredelt sind – bei handelsüblichen Reben ist das die Regel. Pflanz so, dass die Veredelungsstelle über der Erde bleibt, damit die Edelsorte keine eigenen, anfälligen Wurzeln bildet.

Du ziehst Reben aus eigenen Stecklingen

Risiko kennen: Wurzelechte Reben sind anfällig

Aus Stecklingen gezogene Europäerreben wachsen auf eigenen Wurzeln und haben keinen Schutz gegen die Wurzelreblaus. Gib keine Stecklinge, Wurzeln oder Erde aus Beständen mit Reblausverdacht weiter.

Alle Maßnahmen im Vergleich

Gegen die Reblaus an den Wurzeln gibt es im Hausgarten kein wirksames Mittel. Vorbeugen ist deshalb die wichtigste Maßnahme.

MaßnahmeSo wirkt esWann sinnvollDarauf achten
Veredelte Reben pflanzen Reblausresistente Unterlagen vertragen den Wurzelbefall, die Edelsorte wächst darauf. Bei jeder Neupflanzung Veredelungsstelle über der Erde lassen, Triebe der Unterlage entfernen.
Kontrollieren Blattgallen und kümmernder Wuchs fallen bei regelmäßigem Hinsehen früh auf. Von Frühsommer bis Herbst Besonders Blattunterseiten junger Triebe ansehen.
Befallene Blätter entfernen Mit den Gallen werden Läuse und Eier entfernt. Bei einzelnen Blattgallen In den Hausmüll geben, nicht auf den Kompost. Die Wurzelform erreicht man damit nicht.
Pflanzenschutzdienst informieren Fachleute bestimmen den Befall und beraten zum weiteren Vorgehen. Bei jedem Verdacht, besonders in Weinbaugebieten Keine Pflanzen, Wurzeln oder Erde aus dem Bereich weitergeben.
Rebe gut versorgen Eine kräftige Rebe verkraftet Stress besser. Dauerhaft Staunässe und Trockenstress vermeiden, bedarfsgerecht düngen. Ersetzt keinen Schutz durch veredelte Reben.

Entwicklung: Blattreblaus und Wurzelreblaus

Rebblatt mit Reblaus-Gallen auf der Unterseite und aufgeschnittener Galle mit Laus und Eiern, Rebwurzeln mit Schwellungen, eine stark vergrößerte Reblaus und eine veredelte Weinrebe mit sichtbarer Veredelungsstelle
Rebblatt mit Reblaus-Gallen auf der Unterseite und aufgeschnittener Galle mit Laus und Eiern, Rebwurzeln mit Schwellungen, eine stark vergrößerte Reblaus und eine veredelte Weinrebe mit sichtbarer Veredelungsstelle

Die Reblaus stammt aus Nordamerika und wurde im 19. Jahrhundert nach Europa eingeschleppt, wo sie große Teile des Weinbaus vernichtete. Seitdem werden Europäerreben auf widerstandsfähige amerikanische Unterlagen veredelt.

  • Winzige Läuse: Die Tiere sind nur etwa 1 mm groß, gelblich bis bräunlich und meist ungeflügelt. Mit bloßem Auge sind sie kaum zu erkennen.
  • Blattgallen: An den Blättern bilden sie warzenartige Gallen auf der Unterseite. Dieser Blattbefall tritt vor allem an amerikanischen Reben, Unterlagen und manchen pilzwiderstandsfähigen Sorten auf.
  • Wurzelgallen: An jungen Wurzelspitzen entstehen hakenförmige Schwellungen, an älteren Wurzeln knotige Wucherungen. Über diese Wunden dringen Fäulniserreger ein.
  • Folgen für Europäerreben: Wurzelechte Europäerreben werden über Jahre geschwächt und können absterben. Auf widerstandsfähigen Unterlagen bleibt der Wurzelschaden gering.
  • Rasche Vermehrung: Die Weibchen vermehren sich ohne Männchen, sodass im Lauf des Sommers mehrere Generationen entstehen.

Daraus folgt: Die Veredelung auf widerstandsfähige Unterlagen ist der eigentliche Schutz. Alles andere hilft nur, einen Befall früh zu erkennen und nicht weiterzutragen.

In 5 Schritten Reben vor der Reblaus schützen

  1. Schritt 1: Veredelt kaufen

    Kauf Weinreben aus der Rebschule oder dem Fachhandel, die auf reblausresistente Unterlagen veredelt sind.

  2. Schritt 2: Richtig pflanzen

    Setz die Rebe so, dass die Veredelungsstelle über der Erde bleibt, und entferne Triebe, die unterhalb davon austreiben.

  3. Schritt 3: Kontrollieren

    Sieh dir von Frühsommer bis Herbst die Blattunterseiten an und achte auf schwaches Wachstum.

  4. Schritt 4: Bei Verdacht handeln

    Entferne Blätter mit Gallen in den Hausmüll und informiere den Pflanzenschutzdienst deines Bundeslandes.

  5. Schritt 5: Nichts weitergeben

    Gib keine Stecklinge, Wurzeln oder Erde aus Beständen mit Reblausverdacht weiter.

Merksätze

  • Veredelte Reben auf widerstandsfähigen Unterlagen sind der beste Schutz.
  • Die Veredelungsstelle gehört über die Erde.
  • Warzen auf der Blattunterseite können Reblaus-Gallen sein – filzige Flecken sind meist Pockenmilben.
  • Gegen die Wurzelreblaus gibt es im Hausgarten kein wirksames Mittel.
  • Bei Verdacht: melden und nichts weitergeben.

Häufige Fragen zur Reblaus

Woran erkenne ich die Reblaus?

An den Blättern zeigen sich warzenartige, grüne bis rötliche Gallen auf der Blattunterseite, in denen winzige gelbliche Läuse mit Eiern sitzen. An den Wurzeln entstehen Schwellungen und Knoten. Befallene wurzelechte Reben wachsen schwach, die Blätter vergilben, und die Pflanze kann nach einigen Jahren absterben.

Wie schütze ich meine Weinreben vor der Reblaus?

Pflanze nur veredelte Reben auf reblausresistenten Unterlagen – bei handelsüblichen Reben ist das die Regel. Achte beim Pflanzen darauf, dass die Veredelungsstelle über der Erde bleibt, damit die Edelsorte keine eigenen, anfälligen Wurzeln bildet.

Kann man die Reblaus bekämpfen?

Einzelne Blätter mit Gallen kannst du entfernen. Die Läuse an den Wurzeln lassen sich im Hausgarten nicht wirksam bekämpfen. Deshalb setzt der Weinbau seit über hundert Jahren auf veredelte Reben. Bei einem Verdacht berät dich der Pflanzenschutzdienst deines Bundeslandes.

Was tun bei Verdacht auf Reblaus?

Entferne befallene Blätter mit Gallen und entsorge sie über den Hausmüll, nicht auf dem Kompost. Gib keine Pflanzen, Stecklinge, Wurzeln oder Erde aus dem Bereich weiter und informiere den Pflanzenschutzdienst deines Bundeslandes, besonders in Weinbaugebieten.

Sind Trauben von befallenen Reben essbar?

Ja. Die Reblaus befällt Blätter und Wurzeln, nicht die Trauben. Bei starkem Wurzelbefall wird die Rebe allerdings schwächer und trägt weniger.

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