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Lexikon-Eintrag

Amerikanische Hausstaubmilbe Dermatophagoides farinae

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Amerikanische Hausstaubmilbe

Taxonomie

Reich Tiere (Animalia)
Stamm Gliederfüßer (Arthropoda)
Klasse Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung Hornmilben (Sarcoptiformes)
Familie Pyroglyphidae
Gattung Dermatophagoides
Art Dermatophagoides farinae
Wissenschaftlicher Name Dermatophagoides farinae A.M.Hughes, 1961
Akzeptierter Name

Einleitung

Die Milbenart *Dermatophagoides farinae* zählt zur Familie Pyroglyphidae und gehört neben *Dermatophagoides pteronyssinus* zu den weltweit am häufigsten im Hausstaub nachgewiesen Arten.[1] Als eines der prävalentesten Aeroallergene ist sie eng mit der Entstehung von allergischem Asthma assoziiert.[2] Gelegentlich wird sie als „Amerikanische Hausstaubmilbe“ bezeichnet, da sie an vielen Orten der USA dominiert und im Vergleich zu ihrer Schwesterart etwas wärmere sowie trockenere Lebensbedingungen toleriert.[1]

Fakten (kompakt)

- Eine einzelne Milbe produziert täglich etwa 20 Kotkügelchen; in einem Gramm Hausstaub können somit über 250.000 dieser Partikel enthalten sein. - Die allergenhaltigen Partikel (Kot, Eier, Milbenreste) besitzen eine Größe von etwa 35 Mikrometern und werden als Feinstaub eingeatmet. - Eine Erhitzung auf 50 °C für wenige Minuten oder auf 40 °C über einen längeren Zeitraum kann die Milbendichte effektiv reduzieren. - In Höhenlagen über 1200 bis 1700 Metern finden sich meist keine günstigen Lebensbedingungen mehr für diese Milben, was Asthmatikern Linderung verschaffen kann. - Weltweit wurden bisher 49 Arten der Familie Pyroglyphidae identifiziert, von denen 13 im Hausstaub leben, jedoch nur sechs bis sieben davon häufig auftreten.[21] - Die in *Dermatophagoides farinae* hoch exprimierte microRNA dfa-miR-276-3p kommt in Säugetieren nicht vor, ist jedoch in anderen Gliederfüßern wie Stechmücken und der Schwimmkrabbe *Portunus trituberculatus* zu finden. - Es besteht eine potenzielle Kreuzreaktivität zwischen Hausstaubmilben und Garnelen, die unter anderem auf der Ähnlichkeit von Allergenen wie Tropomyosin basiert. - Im Gegensatz zu Proteinallergenen sind die von der Milbe freigesetzten microRNAs hitzestabil und resistent gegen Abbau, was ihre Allergenität auch nach Verarbeitungsprozessen erhalten könnte. - Auf molekularer Ebene unterdrückt die Milben-microRNA das Protein Stanniocalcin 1 (STC1) in menschlichen Atemwegszellen, was zu oxidativem Stress und einer Aktivierung des NF-κB-Signalwegs führt.[22]

Name & Einordnung

Die Art trägt den wissenschaftlichen Namen *Dermatophagoides farinae* und wurde 1961 von A.M. Hughes beschrieben. Sie wird systematisch der Familie Pyroglyphidae und der Ordnung Sarcoptiformes zugeordnet.[3] Der Gattungsname *Dermatophagoides*, der bereits 1864 von Bogdanov eingeführt wurde, bedeutet übersetzt ‚Hautfresser‘ und verweist auf die primäre Nahrungsquelle der Tiere. Im deutschen Sprachraum wird die Spezies häufig als „Amerikanische Hausstaubmilbe“ bezeichnet. Dieser Trivialname entstand aus der Beobachtung, dass *Dermatophagoides farinae* an vielen Orten in den USA häufiger anzutreffen ist als die verwandte Art *Dermatophagoides pteronyssinus*.[1] Im wissenschaftlichen Kontext wird sie zusammen mit anderen Arten unter dem englischen Begriff „house dust mites“ (HDMs) oder „domestic mites“ geführt.[1][2] Die geographische Bezeichnung ist jedoch nur bedingt trennscharf, da beide Hauptarten meistens zusammen vorkommen und je nach Lebensraum dominieren können. Historisch kam es bei der taxonomischen Einordnung zu Unsicherheiten; so wurde die in Europa verbreitete Art *Dermatophagoides microceras* in der Vergangenheit häufig mit *Dermatophagoides farinae* verwechselt.[1]

Aussehen & Bestimmungsmerkmale

Die Amerikanische Hausstaubmilbe (*Dermatophagoides farinae*) ist eine mikroskopisch kleine Milbenart mit einer Körpergröße von etwa 0,1 bis 0,5 Millimetern und einer weißen Grundfärbung. Ihr Körper ist mit haarförmigen Borsten besetzt und weist eine fein gestreifte Körperhülle (Cuticula) auf. Dieses Merkmal unterscheidet sie von anderen in Häusern lebenden Milben, wie etwa den Arten der Familie Glycyphagidae, deren Cuticula glatt oder mit Papillen besetzt ist, oder den Tarsonemidae, die sich überlappende Platten aufweisen. Von der ebenfalls in Innenräumen vorkommenden Gattung *Euroglyphus* grenzt sich *Dermatophagoides* durch das Fehlen einer sklerotisierten Platte (Tegmen) am Vorderende sowie durch die Länge zweier spezifischer Borsten am Rumpf (Idiosoma) ab. Es besteht ein ausgeprägter Sexualdimorphismus hinsichtlich der Körpermasse: Während Weibchen ein Lebendgewicht von etwa 5,8 Mikrogramm erreichen, sind die Männchen mit rund 3,5 Mikrogramm deutlich leichter und kleiner.[6] Morphologisch besteht eine große Ähnlichkeit zu *Dermatophagoides microceras*, weshalb diese Art in der Vergangenheit häufig mit *D. farinae* verwechselt wurde.[6] Die Entwicklung verläuft über Eier, die von den Weibchen einzeln und nicht als Gelege abgelegt werden, sowie über ein Larvenstadium (Deutonymphe) und eine Tritonymphe zum adulten Tier.[7][8]

Beschreibung

Die Amerikanische Hausstaubmilbe (*Dermatophagoides farinae*) ist ein synanthroper Vertreter der Spinnentiere, der ursprünglich Vogelnester bewohnte und sich heute weltweit in menschlichen Behausungen etabliert hat. Trotz ihres Trivialnamens ist die Art nicht auf den amerikanischen Kontinent beschränkt, sondern tritt global oft in Koexistenz mit *Dermatophagoides pteronyssinus* auf. Der wissenschaftliche Gattungsname *Dermatophagoides* lässt sich als „Hautfresser“ übersetzen und verweist auf die Spezialisierung der Milben auf abgefallene menschliche Hautschuppen als primäre Nahrungsquelle. Adulte Tiere sind mit einer Größe von 0,1 bis 0,5 mm mikroskopisch klein, weiß gefärbt und tragen haarförmige Borsten am Körper. Ein wesentliches morphologisches Merkmal zur Abgrenzung von anderen Milbenfamilien wie den Glycyphagidae ist die fein gestreifte Struktur ihrer Körperhülle (Cuticula).[9] Im direkten Vergleich zur ebenfalls in Häusern lebenden Gattung *Euroglyphus* fehlen *D. farinae* sklerotisierte Platten am Vorderkörper (Tegmen), zudem unterscheiden sie sich durch spezifische Borstenlängen am Rumpf. Häufig wird die Art mit *Dermatophagoides microceras* verwechselt, einer weiteren in Europa verbreiteten Spezies.[9] Der Lebenszyklus verläuft über die Stadien Ei, Deutonymphe (Larve) und Tritonymphe bis zum geschlechtsreifen Tier. Eine bedeutende physiologische Anpassung ist die Fähigkeit, während der Umwandlungsschritte Ruheperioden einzulegen, in denen die Milben eine erheblich erhöhte Resistenz gegenüber ungünstigen Umweltbedingungen aufweisen. Es besteht ein deutlicher Sexualdimorphismus, bei dem die Weibchen mit einem Lebendgewicht von etwa 5,8 Mikrogramm signifikant schwerer und größer sind als die nur 3,5 Mikrogramm wiegenden Männchen.[10] Physiologisch zeichnet sich *D. farinae* durch ein Temperaturoptimum von 25 bis 30 °C aus und kann Perioden niedrigerer Luftfeuchtigkeit besser überdauern als ihre Schwesterart *D. pteronyssinus*. Die Aufnahme von Wasser erfolgt direkt aus der Umgebungsluft über die relativ große Körperoberfläche, was eine ausreichende Luftfeuchtigkeit zur zwingenden Überlebensbedingung macht.[9] Die Tiere finden sich durch spezifische Aggregationspheromone zusammen und bilden Kolonien.[2] Ein einzelnes Exemplar produziert täglich etwa 20 Kotkügelchen, die neben den Milbenresten eine Hauptquelle für Allergene im Hausstaub darstellen.[9] Neuere genetische Analysen belegen zudem, dass *D. farinae* spezifische microRNAs besitzt, die auch bei anderen Arthropoden wie Garnelen vorkommen, was molekulare Ursachen für Kreuzallergien (z. B. gegen Tropomyosin) erklärt.[11]

Verhalten

Das Verhalten von *Dermatophagoides farinae* wird maßgeblich durch chemische Kommunikation gesteuert, wobei sich paarungsbereite Tiere mithilfe von spezifischen Sexuallockstoffen (Pheromonen) finden.[12] Zusätzlich bilden die Milben Aggregationen, die durch ein weiteres Pheromon koordiniert werden, um sich an geeigneten Stellen zu versammeln.[13] Die Eiablage der Weibchen erfolgt nicht in Gelegen, sondern die Eier werden einzeln über einen längeren Zeitraum verteilt abgelegt.[8] Im Vergleich zur Schwesterart *Dermatophagoides pteronyssinus* bevorzugt *Dermatophagoides farinae* etwas wärmere Mikrohabitate und toleriert eine höhere Trockenheit, wobei beide Arten häufig gemeinsam vorkommen.[16] Um Perioden mit ungünstigen Umweltbedingungen zu überstehen, kann die Art in resistenten Dauerstadien verharren, in denen sie sich nur langsam fortpflanzt.[5]

Ökologie

Als Destruent ernährt sich *Dermatophagoides farinae* primär von abgefallenen menschlichen Hautschuppen, wobei der Mensch täglich etwa 0,5 bis 1 Gramm dieses Substrats verliert.[14] Eine komplexe ökologische Beziehung besteht zu Schimmelpilzen der Gattung *Aspergillus*: Während der Pilzbefall die Lebensdauer der Milben in Studien zunächst verminderte, konnten Populationen ohne den Pilzkontakt langfristig nicht überleben, was auf die Bereitstellung essenzieller Nährstoffe durch den Pilz hindeutet.[15] Hinsichtlich der abiotischen Faktoren unterscheidet sich die Art von *Dermatophagoides pteronyssinus*, da *D. farinae* etwas wärmere Habitate bevorzugt und eine höhere Trockenheit tolerieren kann. Die optimalen Lebensbedingungen liegen bei 25–30 °C und einer relativen Luftfeuchte von 70–75 %.[16] Die Milbe ist physiologisch auf die Aufnahme von Wasserdampf aus der Umgebung angewiesen; in Bereichen unter 70 % relativer Feuchte verliert sie Wasser, und unterhalb von 50 % ist ein dauerhaftes Überleben nicht möglich.[17][5] Die Populationsdichte wird maßgeblich durch die relative Luftfeuchtigkeit im Winter limitiert. Temperaturen oberhalb des Optimalbereichs führen zu einer Populationssenkung, wobei eine Erhitzung auf 50 °C die Milbendichte effektiv vermindern kann.[4] Zu den besiedelten Mikrohabitaten zählen neben Matratzen und Bettzeug auch Böden, Teppiche, Sofas, Klimaanlagen und Vorhänge.[19]

Bedeutung, Schäden & Prävention

Die Amerikanische Hausstaubmilbe (*Dermatophagoides farinae*) gilt als einer der weltweit bedeutendsten Auslöser für allergisches Asthma und allergische Rhinitis. In bestimmten Regionen, wie Ostchina, sind bis zu 76,84 % der allergischen Asthmafälle mit einer Sensibilisierung gegen diese Art assoziiert, wobei die Erkrankung oft bereits im Kindesalter manifestiert.[2] Neben den klassischen Proteinallergenen (z. B. Der f 1) wurde nachgewiesen, dass die Milbe auch über extrazelluläre Vesikel wirkende microRNAs (wie dfa-miR-276-3p) freisetzt, die tief in die Atemwege eindringen und dort Entzündungsprozesse verstärken. Diese molekularen Mechanismen unterdrücken das entzündungshemmende Protein Stanniocalcin-1 (STC1) und aktivieren den ROS/NF-κB-Signalweg, was die allergische Reaktion verschlimmert.[2] Als Hauptquellen der Allergene im Hausstaub fungieren der Kot, die Eier sowie die Überreste der Milben selbst.[1] Aufgrund der Ähnlichkeit bestimmter Allergene (Tropomyosin) besteht zudem eine Kreuzreaktivität zu Garnelen und anderen Arthropoden.[2] Im häuslichen Umfeld bevorzugt *D. farinae* im Vergleich zur Schwesterart *D. pteronyssinus* etwas wärmere Temperaturen (25–30 °C) und toleriert Trockenheit besser, wobei das Optimum bei 70–75 % relativer Luftfeuchte liegt. Die höchsten Konzentrationen finden sich in Matratzen und Bettzeug, da dort reichlich Hautschuppen als Nahrung sowie Feuchtigkeit durch den Schläfer vorhanden sind.[1] Zur Prävention wird primär die Reduktion der relativen Luftfeuchtigkeit empfohlen, wobei *D. farinae* aufgrund seiner Toleranz gegenüber Trockenheit schwieriger zu bekämpfen ist als andere Arten. Physikalische Maßnahmen wie das Erhitzen von Textilien auf 50 °C für einige Minuten oder längere Zeit auf 40 °C können die Milbendichte effektiv vermindern. Während die klinische Wirksamkeit von speziellen Bettbezügen (Encasings) und Staubschutzmaßnahmen oft begrenzt ist, stellt die spezifische Immuntherapie einen etablierten Behandlungsansatz dar.[1] Neuere experimentelle Ansätze untersuchen die therapeutische Nutzung von rekombinantem Stanniocalcin-1 (rhSTC1), um die durch *D. farinae* ausgelöste Atemwegsentzündung zu lindern.[2]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die wirtschaftliche Bedeutung der Amerikanischen Hausstaubmilbe (*Dermatophagoides farinae*) resultiert primär aus ihrer Rolle als weltweit verbreiteter Hygieneschädling und der damit verbundenen finanziellen Belastung für das Gesundheitswesen. Da diese Art als einer der wichtigsten Auslöser für allergisches Asthma gilt – in Studien aus Ostchina zeigten sich beispielsweise bis zu 76,84 % der allergischen Asthmapatienten gegen *Dermatophagoides farinae* sensibilisiert –, entstehen erhebliche Kosten für Diagnostik und medizinische Versorgung. Zu den kostenintensiven Behandlungsstrategien gehört die Immuntherapie, die mittels subkutaner Injektionen oder sublingualer Tabletten durchgeführt wird.[2] Darüber hinaus investieren Betroffene in Sanierungsmaßnahmen und präventive Produkte wie spezielle Bettwäsche (Encasings) oder Staubschutzvorrichtungen.[20] Die Wirtschaftlichkeit dieser Investitionen wird jedoch kontrovers diskutiert, da sich die Verwendung von speziellem Bettzeug und Staubschutz in Studien teilweise als wenig effektiv für die Symptomkontrolle erwiesen hat.[20][2] Ein weiterer relevanter Aspekt betrifft die Nahrungsmittelindustrie und Lebensmittelsicherheit: Aufgrund der Ähnlichkeit von Allergenen, insbesondere Tropomyosin, besteht eine Kreuzreaktivität zwischen *Dermatophagoides farinae* und Garnelen, was bei Milbenallergikern zu Überempfindlichkeitsreaktionen beim Verzehr von Krebstieren führen kann.[2]

Biologie & Lebenszyklus

Die Amerikanische Hausstaubmilbe (*Dermatophagoides farinae*) ist eine getrenntgeschlechtliche Art, bei der ein ausgeprägter Sexualdimorphismus besteht: Weibchen erreichen ein Lebendgewicht von etwa 5,8 Mikrogramm, während die Männchen mit 3,5 Mikrogramm deutlich kleiner bleiben. Die Fortpflanzung erfolgt durch die Ablage einzelner Eier über einen längeren Zeitraum, wobei ein Weibchen insgesamt zwischen 40 und 80 Eier produziert. Aus dem Ei schlüpft zunächst eine Deutonymphe (Larve), die sich über ein Tritonymphenstadium zum adulten Tier entwickelt. Jeder dieser Umwandlungsschritte ist mit einer Ruheperiode verbunden, in der die Milben eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegen widrige Umweltbedingungen aufweisen.[6] Die gesamte Entwicklungsdauer vom Ei bis zum Geschlechtstier variiert stark in Abhängigkeit von der Temperatur; unter günstigen Bedingungen beträgt sie 30 bis 50 Tage, kann sich jedoch bei niedrigen Temperaturen auf bis zu 120 Tage verlängern.[7][8] Auch die Lebensdauer der adulten Weibchen wird durch Temperatur und Luftfeuchte bestimmt und reicht von etwa 30 bis zu 100 Tagen.[6] Zur Partnerfindung nutzen paarungsbereite Tiere spezifische Sexuallockstoffe (Pheromone).[12] Zusätzlich bilden die Tiere Aggregationen, die durch ein weiteres Pheromon gesteuert werden.[13] Der wissenschaftliche Gattungsname *Dermatophagoides* („Hautfresser“) verweist auf die Ernährung von abgefallenen menschlichen Hautschuppen, wobei ältere und durchfeuchtete Schuppen bevorzugt werden.[14] Eine Interaktion mit Schimmelpilzen der Gattung *Aspergillus* scheint für die Ernährung relevant zu sein, da Milbenpopulationen ohne Pilzkontakt langfristig oft nicht überleben, vermutlich weil der Pilz essenzielle Nährstoffe bereitstellt.[15] Im Vergleich zur verwandten Art *Dermatophagoides pteronyssinus* bevorzugt *D. farinae* wärmere Habitate und toleriert eine höhere Trockenheit.[16] Die optimalen Bedingungen für *D. farinae* liegen bei Temperaturen von 25–30 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 50–75 %.[16] Obwohl eine dauerhaft niedrige Luftfeuchte die Population dezimiert, reichen den Tieren bereits kurze Perioden hoher Feuchtigkeit von etwa drei Stunden pro Tag für ein dauerhaftes Überleben aus.[17][5] Zu den natürlichen Feinden zählen die räuberische Milbe *Cheyletus*, der Bücherskorpion sowie Silberfischchen, die jedoch in Wohnungen selten eine effektive Populationskontrolle bewirken.[18]

Vorkommen & Lebensraum

Die Art *Dermatophagoides farinae* ist weltweit verbreitet und zählt neben *Dermatophagoides pteronyssinus* zu den häufigsten Hausstaubmilben. Ursprünglich bewohnte die Spezies Vogelnester, ist jedoch auf menschliche Behausungen übergegangen und wurde global verschleppt. Sie kommt heute beinahe ausschließlich in Wohnungen vor und kann im Freien normalerweise nicht dauerhaft überleben. Der Trivialname „Amerikanische Hausstaubmilbe“ resultiert daraus, dass sie an vielen Orten in den USA häufiger anzutreffen ist als ihre Schwesterart. In kühleren und feuchteren Regionen wie England dominiert hingegen oft *Dermatophagoides pteronyssinus*, wobei meist beide Arten gemeinsam vorkommen und je nach Lebensraum die eine oder andere vorherrscht. Innerhalb von Gebäuden besiedelt *Dermatophagoides farinae* bevorzugt Betten, wobei Matratzen und Oberbetten gleichermaßen betroffen sind. Weitere klassische Fundorte sind Polstermöbel, Teppiche sowie ältere Bücher.[1] Neuere Untersuchungen wiesen das genetische Material der Art zudem in Staubproben von Böden, Sofas, Klimaanlagen und Vorhängen nach.[2] Im Vergleich zu anderen Hausstaubmilben bevorzugt *Dermatophagoides farinae* etwas wärmere Orte und toleriert eine höhere Trockenheit. Die optimalen Lebensbedingungen liegen bei Temperaturen zwischen 25 und 30 °C sowie einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70 bis 75 %. In Höhenlagen über 1200 bis 1700 Metern findet die Art in der Regel keine günstigen Lebensbedingungen mehr vor.[1]

Saisonalität & Aktivität

Die Populationsdynamik der Amerikanischen Hausstaubmilbe (*Dermatophagoides farinae*) ist stark saisonal geprägt, wobei die Milbendichte in den Sommer- und Herbstmonaten deutlich höher liegt als im Winter.[4][5] *Dermatophagoides farinae* bevorzugt im Vergleich zu anderen Arten wärmere Umgebungstemperaturen von 25 bis 30 °C und kann eine etwas höhere Trockenheit tolerieren.[4] Dennoch führen die trockene Heizungsluft und die reduzierten Temperaturen in Wohnräumen während der Wintermonate zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen. Um diese ungünstigen Phasen zu überstehen, können die Milben in resistenteren Dauerstadien überdauern oder sich nur verlangsamt fortpflanzen. Matratzen dienen in dieser Zeit als wichtiges Refugium, da sie durch die Körperwärme und Feuchtigkeit des Schläfers ein Überleben der Population ermöglichen, selbst wenn die relative Luftfeuchtigkeit im Raum absinkt.[5] Das öffentliche Interesse an der Thematik korreliert teilweise mit diesen biologischen Zyklen und zeigt Spitzenwerte in den Monaten November und April.[2]

Quellen & Referenzen

  1. Wikipedia: Hausstaubmilben, Seite 1 (OCR)
  2. https://doi.org/10.1128/spectrum.01923-25
  3. https://www.gbif.org/species/2181958
  4. J. Korsgaard: Epidemiology of house-dust mites. Allergy. 1998. doi:10.1111/j.1398-9995.1998.tb04994.x
  5. R. de Boer, K. Kuller: Mattresses as a winter refuge for house-dust mite populations. Allergy. 1997. doi:10.1111/j.1398-9995.1997.tb00994.x
  6. M. J. Colloff: Taxonomy and identification of dust mites. In: Allergy. Volume 53, Supplement s48, 1998, S. 7–12. doi:10.1111/j.1398-9995.1998.tb04989.x
  7. L. G. Arlian, C. M. Rapp, S. G. Ahmed: Development of Dermatophagoides pteronyssinus (Acari: Pyroglyphidae). In: Journal of Medical Entomology. Volume 27, Number 6, 1990, S. 1035–1040.
  8. B. J. Hart: Life cycle and reproduction of house-dust mites: environmental factors influencing mite populations. In: Allergy. 53 (Suppl 48), 1998, S. 13–17.
  9. Colloff, M. J. (1998). Taxonomy and identification of dust mites. Allergy, 53(Suppl 48), 7–12.
  10. Hart, B. J. (1998). Life cycle and reproduction of house-dust mites: environmental factors influencing mite populations. Allergy, 53 (Suppl 48), 13–17.
  11. Zang, X., et al. (2026). A novel role of Dermatophagoides farinae-derived miR-276-3p in aggravating mite-induced allergic airway inflammation. Microbiology Spectrum, 14(2). doi:10.1128/spectrum.01923-25
  12. K. Tatami, N. Mori, R. Nishida, Y. Kuwahara: 2-Hydroxy-6-methylbenzaldehyde: the female sex pheromone of the house dust mite Dermatophagoides farinae. In: Medical Entomology and Zoology. 52(4), 2001, S. 279–286.
  13. A. C. Skelton, M. M. Cameron, J. A. Pickett, M. A. Birkett: Identification of Neryl Formate as the Airborne Aggregation Pheromone for the American House Dust Mite... In: Journal of Medical Entomology. Volume 47, Number 5, 2010, S. 798–804.
  14. A. M. Kligman: The epidermis. Academic Press, New York 1964. zitiert nach J. Korsgaard: Epidemiology of house-dust mites Allergy. Volume 53, Supplement s48, 1998, S. 36–40. doi:10.1111/j.1398-9995.1998.tb04994.x
  15. D. B. Hay, B. J. Hart, A. E. Douglas: Effects of the fungus Aspergillus penicillioides on the house dust mite Dermatophagoides pteronyssinus... In: Medical and Veterinary Entomology. 7, 1993, S. 271–274. doi:10.1111/j.1365-2915.1993.tb00687.x
  16. Krzysztof Solarz: Temporal changes in the composition of house-dust-mite fauna in Poland. In: Acta zoologica cracoviensia. 53B(1-2), 2010, S. 39–64. doi:10.3409/azc.53b_1-2.39-64
  17. Yuichiro Oribe, Yoshiifumi Miyazaki: Effects of relative humidity on the population growth of house-dust mites. In: Journal of Physiological Anthropology. 19(4), 2000, S. 201–203.
  18. L. G. Arlian, J. S. Neal, M. S. Morgan et al.: Reducing relative humidity is a practical way to control dust mites and their allergens in homes in temperate climates. In: Journal of Allergy and Clinical Immunology. 107(1), 2001, S. 99–104. doi:10.1067/mai.2001.112119
  19. Xiao Zang, Shangde Jiang, Jinyan Yu et al.: A novel role of Dermatophagoides farinae-derived miR-276-3p in aggravating mite-induced allergic airway inflammation. In: Microbiology Spectrum. Volume 14, Issue 2, 2026. doi:10.1128/spectrum.01923-25
  20. P. C. Gøtzsche, H. K. Johansen: House dust mite control measures for asthma (Review). In: The Cochrane Library. Issue 2, John Wiley & Sons, 2008.
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  22. Microbiology Spectrum 2026, Vol 14, Issue 2, Seite 13