Erkennen
Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Graue Feldwanze (*Rhaphigaster nebulosa*) ist eine mittelgroße bis große Wanze, die eine Körperlänge von 14 bis 16 mm erreicht. Sie gehört zur Familie der Baumwanzen (Pentatomidae). Der Körper der adulten Wanzen ist schildförmig, was typisch für Baumwanzen ist. Die Grundfarbe der Oberseite ist bräunlich mit einer ausgedehnten, unregelmäßigen dunklen Marmorierung. Diese entsteht durch zahlreiche kleine, schwarze Gruben (Foveae) und dunkle, runde Flecken auf dem Corium und der Membran der Vorderflügel. Die Unterseite des Abdomens weist schwarze und gelbe Markierungen auf, darunter rechteckige gelbe Flecken entlang des Connexivums. Ein auffälliges Merkmal ist ein langer, nach vorne gerichteter Dorn, der vom zweiten abdominalen Sterniten zwischen den Basen der mittleren und hinteren Beine hervorsteht. Der Kopf ist dreieckig geformt und besitzt ein viergliedriges Rostrum, das zum Anstechen von Pflanzengewebe geeignet ist. Die dunklen Antennen weisen drei cremefarbene Bänder an der Basis der Segmente III, IV und V auf. Das Pronotum ist ebenfalls mit Foveae versehen, die zum marmorierten Erscheinungsbild beitragen. Setae (Borsten) fehlen am Körper. Die hinteren Tarsen sind schwarz gefärbt. Männchen sind tendenziell etwas kleiner als Weibchen, wobei es subtile Unterschiede in den Genitalplatten gibt. Die Intensität der dorsalen Marmorierung kann regional und individuell variieren. Die Eier werden in Gelegen von etwa 40 Stück in Linien oder Kreisen auf Pflanzenoberflächen abgelegt. Die Eier sind tonnenförmig und etwa 1 mm lang. Die Nymphen durchlaufen fünf Stadien und zeigen variable Farben, wobei frühe Stadien blass sind und spätere eine ähnliche Marmorierung wie die Erwachsenen entwickeln.[1]
Die Graue Feldwanze (*Rhaphigaster nebulosa*) ist eine Wanzenart aus der Familie der Baumwanzen (Pentatomidae). Sie ist die einzige Art der Gattung *Rhaphigaster*.[1] *R. nebulosa* erreicht eine Körperlänge von 14 bis 16 mm und besitzt einen typischen schildförmigen Körper. Die Grundfarbe der Oberseite ist bräunlich mit einer variablen, dunklen, melierten Zeichnung. Die Fühler sind dunkel und weisen drei cremefarbene Bänder an der Basis der Segmente III, IV und V auf. Auf der Unterseite des zweiten Abdominalsegments befindet sich ein markanter, nach vorne gerichteter Stachel. Die Männchen sind etwas kleiner als die Weibchen und weisen geringfügige Unterschiede in den Genitalplatten auf. Die Intensität der dorsalen Sprenkelung variiert regional und individuell. Die Art ist polyphag und ernährt sich von Pflanzensaft verschiedener Laubbäume und Sträucher, darunter Eiche, Buche, Hasel, Weißdorn und Pflaume. Sowohl die adulten Wanzen als auch die Nymphen stechen mit ihrem Rüssel in die Pflanzenteile und saugen den Saft. Gelegentlich fressen sie auch tote Insekten oder Larven von Blattkäfern. Die Wanzen bewohnen sonnige, trockene Umgebungen wie Hecken, Parks, Gärten, Obstgärten und Waldränder und sind oft in der Nähe von Laubbäumen zu finden.[1] Wie andere Baumwanzen verteidigt sich *R. nebulosa* durch die Absonderung eines stark riechenden chemischen Sekrets aus den Metathoraxdrüsen, wenn sie gestört wird. Die adulten Tiere sind das ganze Jahr über aktiv und überwintern in Gruppen an geschützten Orten wie Südwänden oder in Gebäuden. Sie sind schlechte Flieger und erzeugen während des Fluges ein lautes, summendes Geräusch. Die Nymphen durchlaufen fünf Stadien und entwickeln sich über eine Generation pro Jahr. Sie erscheinen von Juli bis September und sind ebenfalls polyphag. Die Weibchen legen ihre Eier in Gelegen von etwa 40 Stück auf Pflanzenoberflächen ab. Die Eier sind tonnenförmig und etwa 1 mm lang. Die frühen Nymphenstadien sind gesellig, während die späteren eher einzelgängerisch leben. Die Nymphen besitzen abdominale Duftdrüsen zur Verteidigung. Die Antennen der Nymphen weisen ähnliche Bänderungsmuster wie die der adulten Tiere auf. Die Häutung erfolgt auf den Wirtspflanzen, wobei die Nymphenphase mehrere Wochen dauert. *Rhaphigaster nebulosa* wurde ursprünglich 1761 von Nikolaus Poda von Neuhaus als *Cimex nebulosus* beschrieben. Die Typuslokalität ist Griechenland, wird aber als Steiermark, Österreich, interpretiert. Die Art hat sich in den letzten Jahren nach Nordeuropa ausgebreitet, was auf die Klimaerwärmung zurückgeführt wird.[1]
Systematik
Name & Einordnung
Die Graue Feldwanze, wissenschaftlich bekannt als *Rhaphigaster nebulosa*, wurde ursprünglich von Nikolaus Poda von Neuhaus im Jahr 1761 als *Cimex nebulosus* beschrieben. Die Beschreibung erfolgte in seinem Werk *Insecta Musei Graecensis, quae in ordines, genera et species juxta Systema Naturae Linnaei digessit*. Der Gattungsname *Rhaphigaster* wurde 1833 von François Louis Nompar de Caumont de Laporte festgelegt. *Rhaphigaster nebulosa* ist die Typusart der Gattung *Rhaphigaster*. Die Art hat mehrere jüngere Synonyme, darunter *Cimex atomarius* Fabricius, 1775, *Cimex sagittifer* Goeze, 1778, *Cimex lentiginosus* Gmelin, 1790 und *Pentatoma stigmatica* Palisot de Beauvois, 1811.[1] Eine weitere Varietät ist *Rhaphigaster nebulosa* var. *impunctata* Garbiglietti, 1869. Es gab auch Fehlidentifizierungen, wie *Cimex baccarum* (non Linnaeus, 1758) durch Scopoli, 1763. Der Fundort der Originalbeschreibung ist „Graecia“, was jedoch als Steiermark, Österreich, interpretiert wird, basierend auf Podas Sammlung. *Rhaphigaster nebulosa* ist die einzige Art ihrer Gattung *Rhaphigaster*. Die Familie Pentatomidae umfasst weltweit über 4.700 Arten. Im Deutschen ist sie als Graue Feldwanze bekannt. Auf Englisch wird sie als "mottled shieldbug" bezeichnet.[1]