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Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Chinakohl (*Brassica rapa subsp. pekinensis*) wächst als ein- oder zweijährige krautige Pflanze, die im vegetativen Stadium eine charakteristische, fest geschlossene Blattrosette bildet.[4] Im Gegensatz zu anderen Unterarten formt diese Subspezies einen länglichen bis tonnenförmigen Kopf, der aus dicht gepackten Blättern besteht und je nach Sorte ein Gewicht von bis zu 2 kg erreichen kann.[3] Die Blätter sind hellgrün, gewellt und weisen oft eine runzelige Textur sowie einen ausgeprägten, breiten und weißen Mittelrippenbereich auf.[2] Das Laub ist meist unbehaart oder nur spärlich behaart und kann einen weißlichen Wachsüberzug zeigen.[6] Anders als die eng verwandte Speiserübe (*subsp. rapa*) bildet Chinakohl keine verdickte Speicherwurzel, sondern ein faseriges Wurzelsystem aus, das primär der Nährstoffaufnahme dient.[2] Bei der Blütenbildung, dem sogenannten Schossen, streckt sich der Stängel auf eine Höhe von 30 bis 100 cm und bildet einen endständigen traubigen Blütenstand.[4][7] Die Stängelblätter sind im Gegensatz zu den gestielten Grundblättern sitzend und stängelumfassend.[4] Die zwittrigen Blüten sind leuchtend gelb, haben einen Durchmesser von etwa 10 mm und bestehen aus vier kreuzweise angeordneten, genagelten Kronblättern.[7][5] Jede Blüte enthält sechs tetradynamische Staubblätter, bestehend aus vier langen inneren und zwei kurzen äußeren Filamenten. Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich 1 bis 7 cm lange, stielrunde Schoten (Siliquen), die in einen schmalen Schnabel auslaufen und an aufsteigenden Stielen sitzen. Die darin enthaltenen Samen sind kugelförmig, dunkelbraun bis schwarz gefärbt und messen 2 bis 3 mm im Durchmesser.[5] Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zum Pak Choi (*subsp. chinensis*) ist die Kopfbildung; während Pak Choi lockere Rosetten mit löffelförmigen Blättern bildet, entwickelt *subsp. pekinensis* einen festen Kopf.[4] Genetisch gehört die Pflanze zum A-Genom (2n = 20), was sie von tetraploiden Verwandten abgrenzt.[1]
Brassica rapa ist eine polymorphe Art innerhalb der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae), die sich durch eine außergewöhnliche morphologische Plastizität auszeichnet und je nach Unterart als einjährige oder zweijährige krautige Pflanze wächst.[4] Im natürlichen Lebensraum sowie in Kultur erreicht die Pflanze während der Blütezeit typischerweise Wuchshöhen von 30 bis 100 cm, wobei sie aufrecht stehende, oft verzweigte Stängel ausbildet.[2] Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal der Varietäten ist das Wurzelsystem: Während Wildformen und die Unterart subsp. rapa (Speiserübe) eine fleischige Pfahlwurzel oder ein verdicktes Hypokotyl als Speicherorgan entwickeln, bilden blattreiche Kulturformen wie der Chinakohl (subsp. pekinensis) ein eher faseriges Wurzelsystem aus.[3][2] Die Laubblätter variieren stark in ihrer Form; Wildtypen zeigen oft lyraförmig-fiederspaltige Basalblätter mit borstiger Behaarung.[7] Im Gegensatz dazu besitzen kultivierte Formen wie subsp. pekinensis meist kahle, spatelförmige oder gewellte Blätter, die sich überlappen und dichte, feste Köpfe formen.[4] Als Anpassung an gemäßigte Klimazonen benötigt die Art oft einen Kältereiz (Vernalisation) bei 4 bis 10 °C über mehrere Wochen, um vom vegetativen Rosettenstadium in die generative Phase des Schossens überzugehen.[4][3] Zusätzlich wirkt die Tageslänge als Signal, wobei Langtagsbedingungen von über 12 bis 14 Stunden die Blütenbildung induzieren.[2] Der Blütenstand erscheint als endständige Traube mit leuchtend gelben, zwittrigen Blüten. Diese weisen den für die Familie typischen kreuzförmigen Aufbau mit vier Kronblättern und sechs tetradynamischen Staubblättern (vier lange innere, zwei kurze äußere) auf.[6] Aus den bestäubten Blüten entwickeln sich 1 bis 7 cm lange, lineare Schoten, die bei Reife an zwei Klappen aufplatzen.[2] Jede Schote enthält zahlreiche kleine, kugelige Samen, die dunkelbraun bis schwarz gefärbt sind.[4] Eine physiologische Besonderheit, insbesondere bei subsp. pekinensis, ist die ausgeprägte Selbstinkompatibilität, die eine Selbstbefruchtung verhindert.[2] Dieser Mechanismus wird genetisch durch den S-Locus und spezifische Gene wie PR55/B gesteuert, was für die Züchtung von Hybriden von hoher Relevanz ist.[4] Chemisch zeichnet sich die Art durch das Vorhandensein von Glucosinolaten aus, die als Fraßschutz dienen und beim Abbau Isothiocyanate freisetzen.[2] Diese Verbindungen können auch allelopathische Wirkungen entfalten, indem sie das Wachstum benachbarter Konkurrenzpflanzen hemmen.[3] Im taxonomischen Vergleich gehört Brassica rapa (Genom AA, 2n=20) zum sogenannten U-Dreieck und ist ein diploider Vorfahre des amphidiploiden Rapses (Brassica napus).[1][2] Die Entwicklung beginnt mit der Keimung innerhalb von 3 bis 10 Tagen, woraufhin sich Keimblätter und anschließend eine basale Rosette bilden.[4] Historisch wurde die Art 1753 von Carl von Linné erstbeschrieben, wobei die Domestikation vermutlich unabhängig voneinander in Zentralasien und Europa erfolgte.[5][1]
Systematik
Name & Einordnung
Der wissenschaftliche Name für Chinakohl lautet *Brassica rapa subsp. pekinensis* (Lour.) Hanelt, wobei die Art *Brassica rapa* formell bereits 1753 von Carl von Linné in seinem Werk *Species Plantarum* beschrieben wurde.[1][5] Der Gattungsname *Brassica* leitet sich vom lateinischen Begriff für Kohl ab, während das Art-Epitheton *rapa* auf das lateinische Wort für Rübe zurückgeht und die morphologische Ähnlichkeit zur Speiserübe widerspiegelt.[2] Historisch differenzierte Linné ursprünglich zwischen der Rübenform (*B. rapa*) und der wilden Feldform (*Brassica campestris* L.), die später taxonomisch unter *B. rapa* zusammengeführt wurden.[2] Zu den relevanten Synonymen zählen daher *Brassica campestris* L. sowie *Brassica rapa* var. *annua*.[2] Innerhalb der Art wird Chinakohl der „Pekinensis-Gruppe“ zugeordnet, die sich durch die Bildung fester, länglicher Blattköpfe auszeichnet und sich damit von anderen Unterarten abhebt. Im Deutschen ist die Bezeichnung Chinakohl etabliert, während international Trivialnamen wie „Napa cabbage“ oder „Chinese cabbage“ gebräuchlich sind.[2][4] Genetisch ist die Pflanze Teil des sogenannten „U-Dreiecks“ (Genom AA, 2n=20) und gilt als einer der diploiden Vorfahren von *Brassica napus*.[2] Die Unterart grenzt sich morphologisch deutlich von verwandten Varietäten wie *subsp. chinensis* (Pak Choi) oder *subsp. rapa* (Speiserübe) ab, die primär für lose Blattrosetten oder Speicherwurzeln kultiviert werden.[2][4]