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Aussehen & Bestimmungsmerkmale
Die Feldmaus (*Microtus arvalis*) besitzt einen gedrungenen, mausähnlichen Körperbau mit kurzen Beinen und einer stumpfen Schnauze. Adulte Tiere erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 93 bis 120 mm (nach anderen Angaben 8 bis 11 cm) und ein Gewicht von 18 bis 40 g, wobei Männchen unter optimalen Bedingungen bis zu 51 g wiegen können. Der Schwanz ist mit 24 bis 38 mm Länge vergleichsweise kurz und nimmt etwa ein Drittel der Gesamtkörperlänge ein. Das feine, kurzhaarige Fell zeigt auf der Oberseite eine gelblich-graue bis braun-graue Färbung, die zu den Flanken hin heller wird.[2][3] Die Unterseite ist schmutzig gelblich-weiß gefärbt, und der Schwanz erscheint undeutlich zweifarbig.[2] Am Kopf befinden sich kleine, rundliche Ohren, die teilweise im dichten Fell verborgen sind. Das Gebiss verfügt über permanent nachwachsende Schneidezähne und wurzellose Molaren mit der Zahnformel 1/1, 0/0, 0/0, 3/3. Ein Sexualdimorphismus ist nur schwach ausgeprägt und beschränkt sich primär auf einen leichten Größenvorteil der Männchen.[3] Neugeborene Jungtiere sind Nesthocker, kommen blind, taub und nackt mit rosafarbener Haut zur Welt und wiegen durchschnittlich 1,85 g. Die Augen der Jungtiere öffnen sich nach etwa 10 bis 12 Tagen.[2][3] Geographische Variationen folgen der Bergmannschen Regel, wobei Inselpopulationen wie die Orkney-Wühlmaus (*M. a. orcadensis*) deutlich größer werden als die Festlandformen. Zur Abgrenzung innerhalb der Gattung *Microtus* dienen unter anderem die wurzellosen Backenzähne sowie die spezifischen morphologischen Anpassungen an offene Graslandschaften.[3]
Die Feldmaus (*Microtus arvalis*) ist ein kleiner, gedrungener Vertreter der Wühler (Cricetidae), der als typischer Bewohner offener Landschaften in weiten Teilen Eurasiens verbreitet ist.[2][3] Charakteristisch für die Art sind der walzenförmige Körperbau mit kurzen Gliedmaßen und der im Vergleich zu anderen Mäusen kurze Schwanz, der lediglich etwa ein Drittel der Körperlänge ausmacht.[2][1] Der Kopf wirkt durch die stumpfe Schnauze und die kleinen, fast vollständig im Fell verborgenen Ohren rundlich. Das Fell, welches saisonal zweimal jährlich gewechselt wird, bietet durch seine gelblich-graue bis braune Färbung auf der Oberseite eine gute Tarnung im trockenen Gras.[2][3] Anatomisch ist das Gebiss mit der Zahnformel 1/1, 0/0, 0/0, 3/3 und wurzellosen, dauerhaft nachwachsenden Backenzähnen hochspezialisiert, um harte pflanzliche Nahrung wie Gräser effizient zu zerkleinern. Während der Sehsinn eher schwach ausgeprägt ist, orientieren sich die Tiere mittels sensibler Vibrissen sowie eines exzellenten Gehör- und Geruchssinns, was für die Kommunikation und Navigation in den Gangsystemen essenziell ist.[3] Die Lebensweise ist durch eine polyphasische Aktivität geprägt, bei der sich alle drei bis vier Stunden Phasen der Nahrungssuche mit Ruhephasen abwechseln, wobei die Tiere sowohl tag- als auch nachtaktiv sind. Feldmäuse zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten und leben in dichten Kolonien, in denen komplexe, unterirdische Bausysteme oft von mehreren Weibchen in Nestgemeinschaften genutzt werden. Diese Baue liegen meist 20 bis 30 Zentimeter tief und bestehen aus Wohnkesseln sowie Vorratskammern, die durch ein verzweigtes Netz aus Gängen und oberirdischen Laufstraßen verbunden sind.[2][3] Das Paarungssystem ist promiskuitiv, wobei sich sowohl Männchen als auch Weibchen mit mehreren Partnern paaren.[3] Die Fortpflanzungsstrategie ist auf eine extrem hohe Reproduktionsrate ausgelegt, wobei die Paarungszeit in Mitteleuropa meist von März bis Oktober andauert. Nach einer Tragzeit von etwa 21 Tagen kommen durchschnittlich fünf bis sechs Jungtiere zur Welt, die als Nesthocker nackt, blind und taub geboren werden. Die Entwicklung verläuft rasant: Die Augen öffnen sich nach etwa 11 Tagen, und bereits während der kurzen Säugezeit von rund zwei bis drei Wochen können weibliche Jungtiere im Alter von nur 12 bis 14 Tagen geschlechtsreif werden.[2][3] Diese frühe Reife ermöglicht es den im Frühjahr geborenen Tieren, sich noch im selben Jahr fortzupflanzen, während im Spätsommer geborene Individuen meist erst nach der Überwinterung aktiv werden.[2] Die natürliche Lebenserwartung ist gering und liegt im Freiland oft nur bei wenigen Monaten, wobei ein Durchschnittsalter von etwa 4,5 Monaten dokumentiert ist. Populationsdynamisch ist *Microtus arvalis* für zyklische Massenvermehrungen bekannt, bei denen die Bestandsdichte alle drei bis vier Jahre extrem ansteigen kann. Als reiner Pflanzenfresser ernährt sich die Feldmaus von einer Vielzahl an Kräutern, Gräsern und Leguminosen, wobei sie in Notzeiten auch Baumrinde verzehrt.[2][3] Taxonomisch wurde die Art 1778 von Peter Simon Pallas erstbeschrieben und gehört zur *arvalis*-Artengruppe, die sich durch spezifische morphologische Anpassungen an Graslandhabitate auszeichnet. Innerhalb des großen Verbreitungsgebietes treten Variationen auf, die unter anderem der Bergmannschen Regel folgen, wonach Populationen in kälteren oder insularen Regionen größer werden können.[3]
Systematik
Name & Einordnung
Der gültige wissenschaftliche Name der Feldmaus lautet *Microtus arvalis*, wobei die Erstbeschreibung durch den deutschen Naturforscher Peter Simon Pallas im Jahr 1778 erfolgte. Pallas ordnete die Art ursprünglich unter dem Basionym *Mus arvalis* in seinem Werk *Novae species Quadrupedum e Glirium ordine* ein. Als Typuslokalität dienten Regionen der europäischen Steppen, einschließlich Gebiete im heutigen Russland. Der Gattungsname *Microtus* leitet sich aus dem Griechischen ab (*mikros* für „klein“ und *ous* für „Ohr“) und verweist auf die kleinen, im Fell verborgenen Ohren der Tiere.[3] Das Art-Epitheton *arvalis* entstammt dem Lateinischen (*arvum* für Ackerland) und beschreibt die enge Bindung der Art an offene Kulturlandschaften.[3][4] Historisch wurde die Feldmaus zeitweise der Gattung *Arvicola* zugeordnet, was zu Synonymen wie *Arvicola arvalis* oder *Arvicola campestris* führte. Auch *Microtus obscurus* (Eversmann, 1841) wurde teilweise als Synonym oder Unterart betrachtet, gilt heute jedoch oft als eigenständige Art innerhalb der *arvalis*-Gruppe.[3] Systematisch gehört die Feldmaus zur Familie der Wühler (Cricetidae) und der Unterfamilie Arvicolinae.[3][1] Innerhalb der Gattung *Microtus* zählt sie zur *arvalis*-Artengruppe, die durch wurzellose Molaren und Anpassungen an Graslandhabitate gekennzeichnet ist.[3] Es werden über zehn Unterarten unterschieden, darunter die Nominatform *M. a. arvalis* sowie die auf den Orkney-Inseln isoliert vorkommende *M. a. orcadensis*.[3] Im deutschen Sprachraum ist die Bezeichnung Feldmaus etabliert, international wird sie im Englischen als „Common vole“ geführt.[3][2]